Im Nebel - DVD

DVD Start: 24.05.2013
FSK: ab 12 - Laufzeit: 127 min

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Inhalt

1942 hält deutsches Militär die westliche Grenze der UdSSR besetzt. Nur Partisanen leisten der Wehrmacht erbitterten Widerstand. Nach einem Sabotageakt holen die Besatzer zum Gegenschlag aus. Einige Partisanen werden festgenommen und gehängt, nur Sushenya (Vladimir Svirski) wird wieder freigelassen. Schnell ist seinen Kamaraden klar, dass nur der Verrat an seinen Mitkämpfern ihn vor dem Galgen bewahrt haben kann. Doch Sushenya ist unschuldig. Den Partisanen Burov (Vlad Abashin) und Voitik (Sergei Kolesov) fällt es zu, an Sushenya Rache zu nehmen. Sie machen sich auf in das Dorf, in dem der vermeintliche Verräter mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn lebt. Sushenya ergibt sich den beiden Rächern und der unerbittlichen Logik des Krieges, der sie folgen.
Durch den Wald folgt er Burov und Voitik an den Ort, wo die blinde Vernunft vollstreckt werden soll. Doch kurz bevor der tödliche Schuss fällt, werden sie überfallen und die beiden Rächer schwer verwundet. Jenseits von Freundschaft oder Feindschaft ist es an Sushenya, eine moralische Entscheidung zu treffen in einer Welt, die von grausamer Logik beherrscht wird.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: goodmovies / Neue Visionen
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Russisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer

DVD und Blu-ray | Im Nebel

DVD
Im Nebel Im Nebel
DVD Start:
24.05.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 127 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Im Nebel

DVD Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 9/10
Ton: | 4/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 5/10


Verloren im Krieg - Der russische Anti-Kriegsfilm „Im Nebel“ konnte 2011 in Cannes den Kritikerpreis gewinnen. Aber auch bei den Filmfestspielen in Odessa konnte der Regisseur Sergei Loznitsa einen Preis entgegennehmen. Dabei hebt er sich durchaus von anderen Anti-Kriegsfilmen ab und verweigert sich gar dem Genre. Während andere durchaus die Härten des Krieges zeigen und dementsprechend einen hohen Actiongrad besitzen (so etwa „Full Metal Jacket“), so verweigert sich „Im Nebel“ diesen Aspekten. Stattdessen wird in ruhigen, intensiven Bildern eine Geschichte über Gewissen, Moral und die Logik des Krieges erzählt. Das erfordert einiges an Geduld vom Zuschauer. Man fragt sich manchmal woher die Kritiker diese nahmen, um den Film auszuzeichnen. Es passiert nämlich nicht viel. Und manchmal gar nichts. Die Charaktere schweigen sich an, blicken in die Ferne und laufen durch den Wald. Stellenweise kommt nichts anderes vor. Da wünscht man sich manchmal einen Gewaltausbruch oder eine Genrekonvention, damit man etwas aufgerüttelt wird. Und nicht von der Meditation in den Schlafzustand wechselt. Ohne Frage sind die Bilder intensiv und gelungen, aber es ist alles etwas zu ruhig. Vor allem besteht ein Problem darin, dass die Bilder, die fast ausschließlich in der Natur spielen, kaum Symbolgehalt entwickeln können. Der Film ist eine Verfilmung einer Novelle von Vassily Bykow. Was als sprachliches Symbol funktioniert, denn dort kann die Natur je nach Stimmung und psychischer Verfassung anders beschrieben und somit von der Bedeutung her aufgeladen werden, kann ein Film nicht leisten. Und so blickt man auf die Bäume, und noch mehr Bäume, bis man den Wald nicht mehr sieht. Da hat es sich der Regisseur etwas zu einfach gemacht und kann keine Symbole finden. Da wäre aber immerhin das weiße Hemd des zu Unrecht des Verrats Verdächtigten, das sich im Laufe des Filmes immer mehr verdreckt und somit den privaten Weg zum privaten Golgatha mehr als verdeutlicht. Das war es aber auch schon mit der Symbolik. Einzig der Titel ist sehr passend und die letzte Szene mit dem davor hergehenden Dialog fasst alles zusammen, was der Film sagen will und der Zuschauer kommt sich um eine Stunde betrogen vor. Wenn alles gegen Ende verdichtet wird, so wird einem erst recht deutlich, dass der Film mindestens eine halbe Stunde zu lang ist. So ist der Film ein einziges Baiser: aufgebläht und sticht man hinein, fällt er zusammen und der schmackhafte Kern ist doch recht dürftig. Aber eben schmackhaft. Denn der titelgebende Nebel bezieht sich hier auf die moralische Grauzone. In Zeiten des Krieges werden die Grenzen zwischen Gut und Böse durchlässig (selbst wenn die Gegner Nazis sind). Denn der Krieg kennt kaum noch Moral. Man befindet sich nicht nur in dem Graubereich, sondern lässt einen auch nicht mehr den Weg erkennen. In Zeiten ohne moralischen Kompass kann niemand mehr rechtschaffen sein und einer übergeordneten Moral folgen. Denn irgendeiner kommt dann immer zu Schaden. Und so muss der rechtschaffene Held, weil er seinem Kompass folgt, den Untergang bezeugen. Das ist intelligent und spannend, aber leider ziemlich langweilig verfilmt.

Der Ton ist etwas leise ausgefallen, was gerade bei den Dialogen negativ auffällt. Das Bild ist aber gut. Abgesehen von einer kleinen Trailershow gibt es keinerlei Extras.

Eine gute moralische Studie, aber leider recht langweilig verfilmt. Hätte sich der Film nicht allen Genrekonventionen verweigert, hätte er mehr Tempo gehabt und da das Geschehen zum größten Teil in der Natur spielt, können auch kaum symbolträchtige Bilder gefunden werden. Gut, aber leider viel zu lang.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © goodmovies / Neue Visionen