Im Glaskäfig (OmU) - DVD

DVD Start: 30.03.2012
FSK: ab 18 - Laufzeit: 107 min

Im Glaskäfig (OmU) DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Ein ehemaliger KZ-Arzt, der in einem Konzentrationslager schreckliche Versuche an Kindern durchgeführt hat, taucht nach Ende des Krieges mit seiner Familie in Spanien unter. Als seine dunklen Triebe ihn einholen und er auch dort beginnt, kleine Jungen zu missbrauchen und zu töten, stürzt er sich aus Verzweiflung von einem Dach. Doch er überlebt schwer verletzt. Völlig gelähmt und nur noch von einer eisernen Lunge am Leben gehalten lebt Klaus seitdem zu Hause und wird von seiner Frau Griselda und der gemeinsamen Tochter Rena gepflegt. Eines Tages verschafft sich ein junger Mann völlig überraschend Zutritt zu Klaus' Zimmer und bietet ihm seine Dienste als Krankenpfleger an. Obwohl Griselda strikt dagegen ist besteht Klaus seltsamerweise auf seiner Anstellung. Kurz darauf beginnt Angelo ein perfides Spiel mit seinem Patienten, geprägt von Demütigungen aber auch von Zuneigung. Immer mehr dominiert der Junge das Geschehen im Haus. Getrieben von einer Mischung aus Faszination und Abscheu wird seine Beziehung zu Klaus bald zur Bessesenheit. Als Klaus erkennt, wie es um Angelo steht, ist es bereits zu spät. Er kann nur noch hilflos mit ansehen, wie Angelo zunehmend die Kontrolle verliert..."

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG / Bildstörung
Tonformate:
Spanisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen

DVD und Blu-ray | Im Glaskäfig (OmU)

DVD
Im Glaskäfig (OmU) Im Glaskäfig (OmU)
DVD Start:
30.03.2012
FSK: 18 - Laufzeit: 107 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Im Glaskäfig (OmU)

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 9/10


„Im Glaskäfig“ ist der mit minimalem Budget gedrehte Debütfilm des spanischen Regisseurs Augustí Villaronga, der bei seinem Erscheinen sofort in einigen Ländern verboten wurde. Auch auf der Berlinale 1986, wo der Film gezeigt werden sollte, wurde er zunächst beschlagnahmt, bevor er schließlich im kleineren Kreis gezeigt werden konnte. Danach war "Tras cel cristal“, wie der Film im Original heißt, mehr ein Mythos, denn etwas, das man sich ansehen konnte – doch nun wird „Im Glaskäfig“ endlich durch das deutsche Label Bildstörung veröffentlicht.

Viel Kontroverses gibt es „Im Glaskäfig“ zu sehen oder - fast noch mehr - zu hören. In den ersten Szenen werden wie Zeuge davon, wie ein Mann einen an den Händen gefesselten und an der Decke aufgehängten kleinen Jungen fotografiert, ihn küsst und seine blutigen Wunden bestaunt, um ihn anschließend zu töten. Kurz darauf springt dieser Mann vom Dach seines Hauses. Der Mann heißt Klaus und war ein KZ-Arzt, der widerwärtige Versuche an kleinen Jungen durchgeführt hat und diese auch missbraucht hat. Der Sprung tötet ihn jedoch nicht wie gewünscht, sondern verletzt ihn „nur“ derart, dass Klaus fortan in einer gläsernen Lunge liegen und von seiner Frau und seiner Tochter gepflegt werden muss. Plötzlich taucht ein junger Mann namens Angelo auf, der Klaus unbedingt pflegen will. Hier wird der Zuschauer zunächst im Unklaren gelassen, was den jungen Mann dazu bewegt, den ehemaligen KZ-Arzt zu pflegen. Zwischen fast zärtlicher Zuneigung und perversen Machtspielen wird der anfangs sensibel erscheinende Angelo bald zu einer Gefahr für Klaus und seine Familie. Denn der Junge ahmt die Gräueltaten seines „Meisters“ nach, liest aus den Tagebüchern von Klaus vor, der seine sadistischen Experimente und sexuellen Übergriffe dort detailgenau niedergeschrieben hat. Und dieses Vorlesen ist es, das den Zuschauer frösteln lässt. Zwar sind einige Schockmomente im Film zu sehen, doch das meiste spielt sich im Kopf ab, wird durch die Stimme Angelos ausgelöst. Dazu der allgegenwärtige Klang der gläsernen Lunge, das Motorengeräusch, das Klaus am Leben hält. Sollten die vorgelesenen Bilder nicht die Haare zu Berge stehen lassen, die Atmosphäre tut es sicherlich. Klaus ist von Angelo ebenso fasziniert, wie abgestoßen – so, wie Klaus auch sich selbst sieht. Wir blicken in die Abgründe von Angelos Seele und der von Klaus und können irgendwann nicht mehr unterscheiden, wer nun Opfer und wer Täter ist. Augustí Villaronga inszenierte ein grandioses Schreckensspiel, mit glaubwürdigen Schauspielern und perfiden Momenten. Absolut sehenswert!

In den Extras findet sich eine Galerie, die anders als sonst mit einem Audiokommentar des Regisseurs unterlegt sind. Eine Sache, die ich sehr viel sinnvoller finde, als nur die Bilder zu zeigen. Zudem wird das Storyboard mit dem fertigen Film verglichen und anhand des Storyboards ein alternativer Anfang gezeigt. Außerdem gibt es ein informatives Interview mit dem Regisseur.

Das Bild ist scharf und glänzt mit klaren Aufnahmen. Aufgrund der Atmosphäre im Haus ist es aber oft recht dunkel gehalten. Der Ton ist ebenfalls gut. Auf der DVD befindet sich jedoch lediglich eine spanische Sprachfassung mit deutschem Untertitel, der wahlweise eingeblendet werden kann.

Fazit: Ein ruhig inszeniertes Psycho-Drama, das nicht durch grafische Gewalt auffällt, sondern durch die Erzählungen darüber. Ein Werk, das schwer im Magen liegt.

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by Gesa-Marie Pludra
Bilder © Alive AG / Bildstörung