Idiots and Angels - DVD

DVD Start: 21.06.2013
FSK: ab 12 - Laufzeit: 76 min

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Inhalt

Jeden Tag steht der miesepetrige, selbstsüchtige, arrogante und verkommene Geschäftsmann Angel an der Theke seiner Stammkneipe "Bart´s Bar" und macht die anderen Gäste runter. Prügeleien geht er nie aus dem Weg und Frauen sind für ihn nur Objekte. Eines Tages wacht Angel auf und findet auf seinem Rücken...Engelsflügel. Als er die Flügel gerne zu seinen Nutzen einsetzen will, merkt er, dass die himmlischen Werkzeuge ein Eigenleben haben und ihn zu guten Taten zwingen! Verzweifelt versucht er, die Flügel loszuwerden und kann sich doch nicht helfen: Er entdeckt sein Gewissen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer

DVD und Blu-ray | Idiots and Angels

DVD
Idiots and Angels Idiots and Angels
DVD Start:
21.06.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 76 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Idiots and Angels

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 8/10


Angel ist die Inkarnation eines Dreckskerls. Der frauenfeindliche, stets missgelaunte Einzelgänger begegnet alles und jedem um sich herum mit Ablehnung und Verachtung. Dementsprechend inhaltslos und stupide ist sein Lebensalltag, den er ausschließlich Zuhause auf seiner Arbeit und seiner Stammkneipe verbringt.
Dann passiert Angel jedoch etwas, was seinem Leben eine neue Wendung geben soll, auch wenn es zunächst nicht danach scheint. Der Berufsmiesepeter stellt eines Morgens erstaunt fest, dass aus seinem Rücken Flügel wachsen, die ihn dazu zwingen „gute Taten“ zu verrichten, etwas dass in Angels Universum aber mal überhaupt keine Daseinsberechtigung hat. Mit allen Mitteln versucht er die unliebsamen neuen Körperteile loszuwerden, doch stattdessen entdeckt Angel etwas, von dem er gar nicht wusste, dass so etwas in ihm steckt: Gefühl für seine Mitmenschen.

Bill Plympton kann auf eine umfassende Vita als Regisseur von Zeichentrickfilmen verweisen, dennoch ist er in Deutschland nahezu unbekannt. Auf der einen Seite verständlich, gelten doch Zeichentrickfilme hierzulande immer noch fälschlicherweise als „Kinderkram“. Da haben es Filme wie „Idiots and Angels“ eben schwer, sind sie doch aufgrund ihrer subtilen Dramaturgie und beklemmenden Atmosphäre nichts für kleine Kinder, die nach einem solchen Film eher verstört als unterhalten dreinschauen werden. Dieser Film ist trotz seiner FSK-12 Einstufung eindeutig etwas für ein reifes und anspruchsvolles Publikum, das schwarzhumorige Zeichentrickfilme mit inhaltlicher Tiefe und unterschwelligen Dramaelementen vertragen kann – wer Filme von Ralph Bakshi mag, wird auch diesem Film eine Menge abgewinnen können und auch der Meister höchstpersönlich hätte seine Freude an diesem kleinen Filmchen, den „Idiots an Angels“ will nicht nur Entertainment sein, sondern ein nachhaltiges Werk mit Ecken und Kanten.

Der Film hält sich nicht mit Effekthaschereien wie einem opulent ausgestattetem Hintergrund, ausgeklügelten Dialogen, einem mannigfaltigen Farbenspiel oder epochalem Soundtrack auf, sondern konzentriert sich auf die Charaktere und das unaufgeregte Setting. Der Hintergrund ist ebenso mausgrau und detailarm wie die handelnden Charaktere und ihre Persönlichkeiten, doch irgendwie passt sich dieser uninspiriert wirkende Minimalismus dem unästhetischen Oberflächlichkeit der Figuren an, die allesamt ebenso abstoßend, monoton und verachtenswert sind wie die gesamte Stilistik.
Der Film bezieht seine Faszination also weder aus Optik oder Atmosphäre, sondern aus seinem Mut zur Schlichtheit und Hässlichkeit. Im Grunde genommen ist der Film der letzte höhlende Tropfen eines deprimierenden Abends, zumindest wenn man den Film nicht bis zu Ende schaut und nicht in seiner Gesamtheit betrachtet. Der Film spielt mit seiner schrägen, schwarzhumorigen Idee und wendet das Blatt langsam aber sicher, so dass man als Zuschauer bald Licht am Ende des Tunnels erkennt und voller Spannung die Weiterentwicklung des Charakterspiels verfolgt.

Jüngere Zuschauer werden sowohl mit dem Zeichentrickstil, als auch der Erzählweise und dem unterschwelligen Humor nichts anfangen können und schnell das Interesse verlieren. Bestimmt wird es auch älteren Konsumenten so ergehen, falls sie zur überzeugten Pixar-Fangemeinde gehören. Um diesen Film genießen zu können, bedarf es einem grundlegenden Interesse an bildlicher Kunst einem Verständnis von Kafka-Literatur, denn der Film beinhaltet keine Dialoge und zwingt den Zuschauer zum Mitdenken…und schon allein dieser Umstand macht den Film empfehlenswert.

Die DVD präsentiert den Film in guter Bild- und Tonqualität. Als Extras gibts ein paar Trailer.

Fazit: Grau kann also doch Spaß machen!


by Till Huber
Bilder © Universum Film