Ich bin neugierig - gelb-blau (MediaBook) (2 DVDs) - DVD

DVD Start: 10.11.2011
FSK: ab 16 - Laufzeit: 222 min

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Inhalt

Verboten, zensiert und immer wieder Gegenstand hitziger Diskussionen: Vilgot Sjömans „Ich bin neugierig“ ist ein Schlüsselfilm des jungen Kinos der 68er-Bewegung und wurde weltweit zu einem Massenphänomen.

„Ich bin neugierig – Gelb“ erzählt die Geschichte der rebellischen Lena (Lena Nyman) auf ihrer Suche nach Antworten. Die kritische junge Frau hinterfragt die gesellschaftlichen und politischen Zustände in ihrem Heimatland Schweden. Auf der Suche nach ihrer eigenen sexuellen Identität wird sie selbst zur Botschafterin für die beginnende Revolution der freien Liebe. Obszön, fieberhaft, mutig und visionär durchbricht „Ich bin neugierig – Gelb“ die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit und zeichnet das scharfsinnige Sittengemälde einer ganzen Epoche.

Mit „Ich bin neugierig – Blau“ drehte Vilgot Sjöman eine alternative Version seines Skandalwerks, die sich (mit den selben Charakteren) anderen Themen widmet und die Grenze zur Realität noch stärker verwischt.

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DVD Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono)
Schwedisch (Dolby Digital 2.0 Mono)
Untertitel:
Deutsch, Schwedisch
Bildformat: 1,33:1 (4:3 Vollbild)
Bonusmaterial:
Intro des Regisseurs
Interviews & Featurettes zum Kampf um die Filmfreigabe
V. Sjömans Film "Self Porträt '92"
Archivmaterialien
nicht verwendete Szenen
Bildergalerie
u.v.a.

DVD und Blu-ray | Ich bin neugierig - gelb-blau (MediaBook) (2 DVDs)

DVD
Ich bin neugierig - gelb-blau (MediaBook) (2 DVDs) Ich bin neugierig - gelb-blau (MediaBook) (2 DVDs)
DVD Start:
10.11.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 222 min.

zur DVD Kritik
Ich bin neugierig - gelb-blau Ich bin neugierig - gelb-blau
DVD Start:
26.09.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 222 min.

DVD Kritik - Ich bin neugierig - gelb-blau (MediaBook) (2 DVDs)

DVD Wertung:
Film: | 4/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 5/10


KinoKontrovers ist wieder da! Lange war es still um die Vorreiter von kontroversen Veröffentlichungen in Deutschland, doch nachdem die Lizenzrechte zu Bavaria Media gewandert sind und die Marke nun neu präsentiert und ausgebaut wird, werden ausgewählte ältere Veröffentlichungen, die teilweise vergriffen waren, neu aufgelegt – eine Gelegenheit, die sich der aufgeschlossene Filmfan nicht entgehen lassen sollte.

Erwartungsgemäß ist Ich bin neugierig kein gewöhnlicher Film. Weil Regisseur Sjöman eine große Menge Drehmaterial sammelte und gänzlich über inhaltliche wie produktionstechnische Freiheit verfügte, fertigte er kurzerhand zwei Filme an, die stilistisch identisch sind und nach den schwedischen Nationalfarben benannt wurden.

Die Handlung selbst ist sehr sprunghaft und spielt eher eine untergeordnete Rolle: Die junge Frau Lena ist neugierig: mit einem Aufnahmegerät hinterfragt sie direkt auf der Straße Weltbilder, Gesellschaftsordnungen, Geschlechterrollen, Kultur und natürlich, die Liebe. In „Gelb“ werden vor allem politische Themen angeschnitten, während „Blau“ sich hauptsächlich der Sexualität widmet.

Es handelt sich also bei Ich bin neugierig überhaupt nicht um einen Unterhaltungsfilm, sondern eher um ein Werk zwischen Dokumentation und Fiktion. Vor allem aber ist Ich bin neugierig ein Kind seiner Zeit: Zur Zeit seiner Entstehung sorgte der Film für Skandale und wurde mit unzähligen Verboten und Beschlagnahmungen versehen. Dies geschah nicht nur wegen des linkslastigen Einflusses und den teilweise gewagten Fragen, sondern vor allem aufgrund der dargestellten Nacktheit. Die Vermarktung lief am Inhalt weitestgehend vorbei, die kritische Berichterstattung lockten Millionen schwedische Zuschauer in die Kinos, der Film erfuhr dann auch eine sehr hohe internationale Nachfrage, die weiter angefacht wurde durch die Beschlagnahmung in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern.

Mit heutigen Sehgewohnheiten, geprägt durch Flut von medialen Informationen aller Art, ist die Kontroversität des Klassikers nicht mehr unbedingt nachzuvollziehen, was zur Folge hat, dass Ich bin neugierig nicht mal eben rezipiert werden kann. Es handelt sich vor allem um ein Stück Filmhistorie, einen Schritt in die heutige, enttabuisierte Filmwelt. Ohne Vorkenntnisse oder Recherche nach dem Sehen dürfte Sjömans Werk kaum einen Reiz ausüben, denn einen Unterhaltungsanspruch besitzt der Film nicht; eine konkrete Geschichte wird ebenso wenig geboten wie eine Dramaturgie oder Spannungskurve, zudem ist die Inszenierung durchaus etwas altbacken und reduziert.

Ich bin neugierig verfügt über enormen Einfluss und große filmgeschichtliche Relevanz, ist aber eben nur interessant für jene Zuschauer, die sich für den Zeitgeist der 60er Jahre und historisch wichtige Werke interessieren. Und selbst jenen wird zumindest viel Geduld abverlangt.

Die Neuauflage entspricht der Erstveröffentlichung, verfügt über guten Ton- und Bildqualität und gefällt durch umfangreiche Extras, die bei einem derartigen Film sehr wichtig sind. Auch das Booklet ist sehr umfangreich. Durch die buchartige äußere Gestaltung machen die Filme auch optisch etwas her, einzig das aufgedruckte FSK-Logo ist ein Kritikpunkt.


by Tom Schünemann
Bilder © Eurovideo