Holodomor - Bittere Ernte - DVD

DVD Start: 31.03.2017
FSK: ab 16 - Laufzeit: 100 min

Holodomor - Bittere Ernte DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Sowjetunion 1932. Ukrainische Bauern leisten heftigen Widerstand gegen die Kollektivierung ihres Eigentums. Um ihren Willen zu brechen, zwingt Stalin (Gary Oliver) die Ukrainer, immer mehr von ihrer Ernte abzuführen. Die Bevölkerung der „Kornkammer“ Ukraine beginnt zu hungern.
Der junge Kosake Yuri (Max Irons) möchte zum Studium der Malerei nach Kiew gehen – sehr zum Leidwesen seines Vaters (Barry Pepper) und Großvaters (Terence Stamp). Während seine Verlobte Natalka (Samantha Barks) zurückbleibt, trifft Yuri in Kiew seine Freunde wieder, die sich der Kommunistischen Partei angeschlossen haben. Yuri kann ihre Begeisterung nicht teilen, denn er sieht, dass die Menschen in den Straßen hungern und sterben. Er entschließt sich in den Untergrund zu gehen und gegen die Bolschewisten zu kämpfen...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Edel Germany GmbH / Pandastorm Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (DTS)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Originaltrailer, Trailershow

DVD und Blu-ray | Holodomor - Bittere Ernte

DVD
Holodomor - Bittere Ernte Holodomor - Bittere Ernte
DVD Start:
31.03.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 100 min.

zur DVD Kritik
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31.03.2017
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Blu-ray
Holodomor - Bittere Ernte Holodomor - Bittere Ernte
Blu-ray Start:
31.03.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 104 min.
Holodomor - Bittere Ernte (2-Disc Special Edition) Holodomor - Bittere Ernte (2-Disc Special Edition)
Blu-ray Start:
31.03.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 104 min.

DVD Kritik - Holodomor - Bittere Ernte

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 6/10


Abgeerntete Kornkammer
Die Ukraine gilt als eine einzige Kornkammer. Das Land war lange Zeit rein landwirtschaftlich geprägt und lieferte enorme Mengen an Getreide. Das war nicht nur ein Grund für Hitler in das Land einzufallen, sondern auch einer der Gründe warum einige Jahre zuvor der sowjetische Diktator Stalin sein Augenmerk auf das Nachbarland richtete. Nicht nur wollte er die kommunistische Revolution weitertragen und alle Nachbarländer unter seinem Banner vereinen, sondern gerade die Ukraine wollte er aufgrund ihres Weizens und ihrer Bodenschätze. Holodomor - Bittere Ernte SzenenbildAls sich dort aber Widerstand regte, ließ der Diktator alle Lebensmittel abtransportieren und viele Menschen hinrichten. Die politisch gewollte Hungersnot um die Bevölkerung zu brechen, wird heute „Holodomor“ genannt, was so viel bedeutet wie „Tod durch Verhungern“.

Heute wird das Geschehen von 1932/33 nicht nur als Verbrechen gegen die Menschlichkeit gewertet, sondern sogar als Völkermord. Dabei war es lange nicht bekannt, dass in den zwei Jahren an die zwei Millionen Menschen starben. Insofern kann man es dem Film „Holodomor“ nicht hoch genug anrechnen, dass er dieses fast vergessene und lange verschwiegene Kapitel wieder thematisiert. Ob das nun irgendwie mit den Entwicklungen in der Ukraine in den letzten Jahren zu tun hat, sei mal dahingestellt. Jedenfalls muss sich der Film schon vorwerfen lassen, dass die Russen sehr eindimensional und als Böse gezeichnet werden. Die einzige Ausnahme ist ein Soldat der aufgrund der schrecklichen Geschehnisse die Seiten wechselt. Das ist dann aber keine differenzierte Zeichnung, sondern nur eine Bestärkung des Bösen, dass sogar aufgrund der Monstrosität die eigenen Leute desertieren. In der Hinsicht ist der Film schon fast propagandistisch. Die ersten Szenen sind mit satten Farben und strahlenden Lichtern versehen was schon fast kitschig ist aber immerhin noch so begründet werden kann, dass es sich hier um die idealisierenden Erinnerungen des Helden handelt. Je mehr Russen kommen, desto ausgeblichener werden die Farben und desto dunkler wird es. Eine subtile Manipulation des Zuschauers. Dabei steht der Inhalt eigentlich für sich. Es gibt viele erschreckende und bedrückende Bilder. Öfters will man lieber wegsehen, weil der Zynismus der Machthaber kaum zu ertragen ist. Stalin war einer der größten Massenmörder der Geschichte, aber wenn man vor sich sieht wie kaltschnäuzig und zynisch er regierte, so ist das noch einmal etwas anderes. Dabei geben es die realen geschichtlichen Ereignisse vor, dass nicht sonderlich stringent erzählt wird. Es wird viel in den Film hinein gepackt und letztlich nur viele Einzelaspekte angerissen. Hier mal ein paar Minuten der Partisanenkampf, dort mal ein bisschen die Zerstörung der Kirchen, dort mal die kommunistische ukrainische Partei, dort mal die Zustände in Gefängnissen und wie alles langsam gleichgeschaltet wird. Holodomor - Bittere Ernte SzenenbildMan rast von Szene zu Szene, von Schrecken zu Schrecken und bekommt so ein Kaleidoskop vorgesetzt was einen nicht zur Ruhe kommen lässt. Irgendwann droht man abzustumpfen, aber hat doch Mitleid mit den sehr oberflächlich gestrickten Charakteren. Das offene Ende lässt den Zuschauer hoffen, weiß aber was damals geschehen ist. Vieles bleibt exemplarisch und verdichtet, da man so große Ereignisse nicht ausweiten kann, aber ein solch episches Format mit einer deutlich längeren Laufzeit hätte dem Film gut getan. Dennoch liegt hier ein wichtiger und beeindruckender Film vor.

Der Ton als auch das Bild sind sehr gut. Vor allem die Soundeffekte sind sehr gelungen und die Farben sind intensiv ausgefallen. Leider gibt es nur den Trailer und eine Trailershow als Extra was sehr bedauerlich ist, da angesichts des historischen und wichtigen Themas hier durchaus noch eine kleine Dokumentation angesagt gewesen wäre.


Fazit:
Ein wichtiger und erschütternder Film dem man aber die Klischees vorwerfen muss die in Richtung Propaganda gehen.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Edel Germany GmbH / Pandastorm Pictures