Hitchcock - DVD

DVD Start: 12.07.2013
FSK: ab 12 - Laufzeit: 94 min

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Inhalt

HITCHCOCK spielt während der Zeit der Dreharbeiten zu Alfred Hitchcocks bahnbrechendem Film Psycho. Es ist eine Liebesgeschichte über einen der einflussreichsten Filmemacher des letzten Jahrhunderts, Alfred Hitchcock, und seine Ehefrau und Partnerin Alma Reville. Als Alfred Hitchcock (Anthony Hopkins) das Buch Psycho in die Hände fällt, ist er überzeugt, einen grandiosen Filmstoff entdeckt zu haben, doch die Filmbranche ist skeptisch. Unterstützt durch seine Frau Alma (Helen Mirren) beschließt er, das Projekt dennoch zu wagen und den Film aus eigener Tasche zu finanzieren. Nach vielen Anstrengungen und mit Almas Rat kann Hitchcock schließlich die Dreharbeiten mit Janet Leigh (Scarlett Johansson), Vera Miles (Jessica Biel) und Anthony Perkins (James D’Arcy) beginnen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: 20th Century Fox
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Französisch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Kinospot "Handy aus" mit Hitchcock
- Die Story im Film
- Die Darsteller
- Die Filmmusik von Danny Elfman
- Alfred Hitchcock und Alma Reville
- In Erinnerung an Hitchcock
- Original Kinotrailer

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DVD und Blu-ray | Hitchcock

DVD
Hitchcock Hitchcock
DVD Start:
12.07.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 94 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Hitchcock Hitchcock
Blu-ray Start:
12.07.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 98 min.

DVD Kritik - Hitchcock

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 8/10


Zweifelndes Genie - Der Film „Hitchcock“ ist keine Biografie, wie man es anhand des Titels vermuten würde. Vielmehr wird anhand der Dreharbeiten zu „Psycho“ eine Charakterstudie des Engländers vorgenommen. Wobei letzteres auch nicht ganz richtig ist. Zum einen wird die Art Regie zu führen nur in wenigen Szenen thematisiert und somit ist dieser Handlungsstrang zwar vorhanden, aber nicht genügend ausgearbeitet. Zum anderen war Alfred Hitchcock ein sehr komplexer Charakter und eine Demontage des Genies wollte der Film wohl nicht vornehmen. Stattdessen wird eine Ehrenrettung Alma Revilles vorgenommen, welche nicht nur Hitchcocks Ehefrau gewesen war, sondern auch sein Partnerin in der Arbeit, die so gut wie zu jedem seiner Filme das Drehbuch geschrieben hat. Der Film will insgesamt etwas zu viel: Charakterstudie, Ehrenrettung, einen Blick hinter die Kulissen und die Dreharbeiten zum legendären „Psycho“. Da wird vieles nur angerissen und vieles kommt zu kurz. Ein Knackpunkt besteht darin, dass die Zuschauer emotional an der Handlung beteiligt werden müssen. Deshalb wird dann noch schnell eine Dreiecksgeschichte eingebaut und anstelle einer Charakterstudie und einer Biographie bekommt man dann ein Ehedrama im filmischen Milieu zu sehen. Was einerseits enttäuscht, da alle biographischen Aspekte spätestens dann komplett untergehen, aber immerhin kann anhand einer beruflichen und privaten Krise der Charakter verdeutlicht werden, da ein Umgang mit diesen Widrigkeiten immer sehr erhellend bezüglich eines Persönlichkeitsprofils ausfällt. Leider werden auch hier die vielen zwiespältigen und negativen Aspekte von Hitchcock oft nur angerissen. So fällt der Film doch manchmal auf die Mythologisierung der Kunstfigur Hitch hinein. Hitchcock war ein filmisches Genie, was in den USA lange verkannt war (ebenso wie Orson Welles und Charlie Chaplin, welche ebenso erst in Europa als Genies erkannt wurden, bei denen nicht nur wie in den USA die Einspielergebnisse zählen), komplexbeladen, schwierig, humorvoll, sadistisch, ein genialer Vermarkter, krankhaft verfressen, ein Voyeur mit einer Kontrollsucht, und, und, und. Hitchcock hatte viele Schattenseiten, von denen hier immer nur eine mal so am Rande erwähnt wird. Sein Kontrollwahn bezüglich seiner Darstellerinnen kommt nur in zwei Szenen vor. Seine Art makabre Scherze zu spielen nur einmal. Wobei letztere durchaus sadistisch ausfallen konnten. So ärgerte er sich einmal über einen Kameraassistenten und forderte ihn zu einer Mutprobe auf, indem er ihn drängte eine Nacht gefesselt im Filmstudio zu verbringen. Da brachte Hitch seinem Opfer noch zur Stärkung einen Brandy und alle verließen das Studio. Nur war in dem Brandy ein Abführmittel enthalten- - - und der Mann gefesselt. Wie gesagt: das hätte allein schon spannend werden können, aber der Fokus wird verschoben. Und so ist der Film auch nicht gerade das, was man erwartet hätte in Punkto auf die Herstellung von „Psycho“. Letzterer ist immerhin einer der besten Filme der Filmgeschichte, dient hier aber nur als Hintergrund. Dennoch gerät alles nicht zuletzt aufgrund der herausragenden Darsteller zu einem faszinierenden Blick hinter die Kulissen Hollywoods. Anthony Hopkins als Hitchcock lässt den Darsteller fast vergessen werden und man meint die Ikone leibhaftig auf der Leinwand zu sehen. Bis hin zu dem Akzent (hier empfiehlt sich die englische Tonspur) verkörpert er Hitchcock einfach genial. Helen Mirren ist überzeugend wie immer und ihr Zusammenspiel mit Hopkins lässt so manche Träne ehrfurchtsvoll erglitzern. Diese beiden Monumente der Schauspielkunst zusammen zu sehen ist ein wahres cineastisches Erlebnis. Dann gibt es noch Scarlett Johannsen als Janet Leigh, die so gut wie immer ist. Ihre sich steigernde Verunsicherung gegenüber dem unberechenbaren Hitchcock ist hervorragend und bar jeder Übertreibung gespielt. Jessica Biel ist wie immer bezaubernd (in ihrer Rolle als Vera Miles). Allerdings hätte man von ihr gerne etwas mehr gesehen, da gerade die Miles damals sehr unter Hitchcock gelitten hatte. Vor allem aber hätte James D`Arcy mehr Raum bekommen müssen, der in nur wenigen Szenen kongenial Anthony Perkins darstellt. Da muss man staunend mehrfach genauer hinsehen, ob es nicht wirklich Perkins ist, der da erscheint. Was aber trotz der vielen Anrisse schön herauskommt, ist, das Hitchcock sich Morde und das Morbide generell als Kompensationen aussuchte, um mit seinem eigenen Gefühlsleben klarzukommen. Als er mit sich selber im Reinen ist, verschwinden auch seine inneren Zwiesprachen mit dem Serienmörder Ed Gein. Der übrigens als Vorbild für den Schurken Norman Bates in „Psycho“ diente. Und gegen Ende gibt es dann eine wundervolle und unvergessliche Szene, wenn Anthony Hopkins im Flur eines Kinos steht und die Angstgefühle des Publikums wie in einem Orchester dirigiert. Selten hat man einen Charakter so gut in einer einzigen Szene einfangen können.

Der Ton und das Bild sind sehr gut. Die Extras sind mannigfaltig, aber leider auch recht enttäuschend. Angesichts des Themas hätte man hier doch mindestens eine Dokumentation über das filmemachende Genie erwartet. Leider kommt eine solche nicht vor, auch wenn die Titel der Specials solches manchmal suggeriert. Vielmehr ist alles eine einzige Werbekampagne. „Hitchcock Cell Phone PSA“ nutzt eine werbewirksame Szene aus dem Film, um die Zuschauer dazu zu bringen, im Kino ihre Handys auszuschalten. „The Story“ handelt nur von der Beziehungskiste der Hauptfiguren. „The Cast“ ist die übliche Lobhudelei über die Darsteller, welche zwar gerechtfertigt, aber nicht den Titel als Extra verdient. „Danny Elfman Maestro“ ist auch leider kein Portrait des genialen Filmmusikkomponisten, sondern ein Zusammenschnipsel einiger Filmszenen unterlegt mit seiner Musik. Leider damit überflüssig. „Hitch und Alma“ findet keine neuen Aspekte der beiden Eheleute, welche noch nicht im Film zur Sprache gekommen sind. „Remembering Hitchcock“ ist keine Hommage oder Doku an Hitch, sondern nur das Lob an Anthony Hopkins, dass er Hitchcock so gut darstellt, das selbst alte Weggefährten vergaßen, das auf der Leinwand ein Darsteller und nicht der Regisseur zu sehen ist. Dann gibt es noch die obligatorischen Trailer. Und angesichts des großartigen Filmes ist man anhand der Extras recht enttäuscht.

Vieles wird leider nur angerissen und somit wird der Film dem komplexen Charakter des Filmgenies Alfred Hitchcock nicht gerecht. Dafür ist er so hervorragend gespielt und kann in einigen Szenen so viel verdichten, dass es ein wahrer Genuss ist.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © 20th Century Fox