Herbert Achternbusch - Das Gespenst - DVD

DVD Start: 27.08.2010
FSK: ab 12 - Laufzeit: 88 min

Herbert Achternbusch - Das Gespenst DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Achternbuschs 10. Film handelt von einer vom Kreuze herabgestiegenen Heilandsfigur, die im Verein mit einer Nonne erfahren muss, wie schwer es doch ist, mit dem biblischen Vermächtnis einigermaßen weltlich am Leben zu bleiben. Er ist der 42. Herrgott, der 42ste von 41 und von daher schon recht unbedeutend. Ihn zieht es ins Bett dieser Oberin. Teilt er nun schon das Bett mit ihr, so muss er auch für ihren gemeinsamen Lebensunterhalt sorgen. Als Ober einer Oberin scheint es das naheliegendste zu sein, die Gäste der Klosterschänke zu bewirten. Einfach ist dies nicht. Auch die Antworten auf banale Fragen, wie die nach dem Wiener Würstchen: „Wenn der Wein mein Blut ist und das Brot mein Leib, was ist dann das?“, erfährt er nicht. Selbst am idyllischen Teich findet er keine Linderung, kann er doch bekanntermaßen nur auf dem Wasser laufen, aber nicht darin schwimmen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono)
Bildformat: 1,66:1 Anamorph Widescreen

DVD und Blu-ray | Herbert Achternbusch - Das Gespenst

DVD
Herbert Achternbusch - Das Gespenst Herbert Achternbusch - Das Gespenst
DVD Start:
27.08.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 88 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Herbert Achternbusch - Das Gespenst

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 5/10
Ton: | 5/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 5/10


Skandal im katholischen Sperrbezirk: Einen handfesten Eklat löste dieser relativ kostengünstig produzierte Film aus: Der bajuwarische Skandal-Autorenfilmer Herbert Achternbusch sorgte mit dieser Film-Groteske für einen handfesten Skandal: Im April 1983 verweigerte die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) die Freigabe des Films. Wie konnte es jemand wagen, gerade im erzkatholischen Bayern, das teilweise gläubiger ist als der heilige Papst, solch eine Verunglimpfung des Herrn auf Zelluloid zu bannen? Nun denn, der Ablehnungsbescheid der FSK wurde in der Revision aufgehoben, das „Machwerk“ freigegeben. Es ging um das „religiöse Empfinden von Zuschauern und um „Blasphemie“: Und die FBW verweigerte dem Bürgerschreck-Gespenst, Achternbusch ihr Prädikat. Aber ausgerechnet die Juroren der Evangelischen Filmarbeit nominierte diese Persiflage zum "Film des Monats" April, 1983. daraufhin war die katholische Kirche mehr als nur verärgert.

Der inhaltliche Stein des Anstoßes: Ein lebensgroßer Jesus Christus steigt von seinem Kreuz herab, um durch die bayerische Landesmetropole zu flanieren. Dabei zofft sich der neuzeitliche und urbane Messias mit Passanten, einem Bischoff und den Ordnungshütern. Jesus schuftet dann als Ober in der klostereigenen Kneipe, wo er sich mit besoffenen Polizisten und rabiaten Römern herumschlagen muß. Dagegen ist es angenehmer, mit der Oberin durch Bayern zu spazieren, übers Wasser zu latschen und tiefsinnige theologische Fragen zu erörtern: „Wenn das Brot mein Leib ist und der Wein mein Blut, was ist dann dieses Würstchen?“ Die Umsetzung war natürlich dementsprechend theatralisch statisch, in Schwarzweiß produziert und mit Laiendarstellern besetzt, gemahnt dieses umstrittene Film eher an ein gefilmtes Theaterstück. Delikat, aber mitnichten jedermanns Sache. Keine Frage, des Agent Provokateurs Werk stellte die ominöse und alles entscheidende Frage, wie es wohl dem heiligen Herrn ergehen würde, käme er leibhaftig heute nach München. Der Konflikt mit der Kirche, des Bundesinnenministerium sowie der Staatsanwaltschaft währet noch lange und hinterließ einen dauerhaften, faden Nachgeschmack. Sehr zur Freude atheistischer Cineasten. Und arrivierte Alt-68iger werden sicherlich ihre helle Freude an diesem doch einzigartigen Film haben. Es stellt sich nur die Frage, wie würden die Menschen heute auf den Leibhaftigen reagieren? Wahrscheinlich würden ihn die wenigsten dank ihres Bildungsniveaus erkennen, oder er läge vier Stunden später nach schweren Tritten halbtot im Krankenhaus wenn er nicht sofort in der Münchener U-Bahn Samstagnachts sein Handy, Zigaretten und die Kohle herausgerückt hätte. Von daher kann man sich diesen gotteslästernden Autorenfilm gelassen ansehen.

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by Jean Lüdeke
Bilder © Alive AG