Heilstätten - DVD

DVD Start: 13.09.2018
FSK: ab 16 - Laufzeit: 83 min

Heilstätten DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

In den Heilstätten, einem düsteren Ort in der Nähe von Berlin, wollen die erfolgreichsten YouTuber Deutschlands eine 24 Stunden Challenge um den Thron austragen. Die Geschichte der Heilstätten ist voller Grauen und Brutalität und noch heute halten sich Berichte um paranormale Aktivitäten von diesem Ort. Ausgerüstet mit Nachtsicht- und Wärmekameras wollen die YouTuber diesen Gerüchten nachgehen. Sie bekommen schnell zu spüren, dass man in diesen angsteinflößenden Ruinen sein Glück besser nicht herausfordert. Doch als sie aussteigen wollen, bemerken sie, dass es dafür längst zu spät ist…

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: 20th Century Fox Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Heilstätten

DVD
Heilstätten Heilstätten
DVD Start:
13.09.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 83 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Heilstätten

DVD Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 5/10


Kranker Ort
Im Grunde ist es äußerst lobenswert das ein Genrebeitrag zum Horror aus deutschen Landen kommt, der nicht rein dem Independentbereich zugeordnet werden muss der schon allein mit den billigen Tricks, hölzernen Darstellern und einem kruden Drehbuch Schrecken auslöst. „Heilstätten“ ist zwar keine Hochglanzproduktion, sieht aber auch nicht wie eine billige Indieproduktion aus und kann mit ordentlichen Effekten punkten und hat einigermaßen solide Darsteller. Zudem spielt sie an einem schön düsteren Ort. Die titelgebenden Heilstätten waren einmal eine Klinik für Tuberkulosekranke in der Nähe von Berlin. Allerdings wurden hier auch von den Nazis Experimente an den Patienten vorgenommen und im Zuge der Euthanasie-Programme viele ermordet. Nun kommt eine Gruppe von Jugendlichen an den Ort die hier eine ganze Nacht lang drehen wollen. Immerhin ist die Ausgangslage gut durchdacht: es geht um Jugendliche die online Filme reinstellen über sich, ihr Leben und für die Aufmerksamkeit alles ist und als Währung zählt. YouTube wird zwar nie erwähnt, aber das braucht es auch nicht. Die Teilnehmer sind sich untereinander nicht grün, sondern fordern nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen heraus eine Nacht in einem vermeintlichen Spukhaus zu verbringen. Klar, dass es dann übernatürlich wird und die Gerüchte um gefährliche Geister wahr sind.

Heilstätten: Emilio Sakraya (Charly), Timmi Trinks (Finn), Lisa-Marie Koroll (Emma), Tim Oliver Schultz (Theo)
Heilstätten: Emilio Sakraya (Charly), Timmi Trinks (Finn), Lisa-Marie Koroll (Emma), Tim Oliver Schultz (Theo) © 20th Century Fox Home Entertainment
Ein verfallenes Krankenhaus ist immer schaurig und ein beliebter Ort für Geisterfilme und auch hier funktioniert es, da die Kulisse schon das damalige Elend atmet und die Atmosphäre erschafft. Aber ansonsten krankt es bei dem Film, bei so gut wie allen Genrebeiträgen aus Deutschland, an der Mutlosigkeit. Die Story ist altbekannt und hat man schon tausendmal gesehen und ist insgesamt deswegen sehr klischeehaft und überraschungsarm. Die Atmosphäre ist zwar vorhanden, aber die Historie des Gebäudes wird nicht ausreichend genutzt, da hier immer nur auf eine einzige Person die nun spuken soll, Bezug genommen wird. Zudem gibt es erhebliche Logiklöcher die denen entsprechen die man in dem Gebäude auch im Keller finden kann. Das kann man noch anhand von Spannung und Atmosphäre verschmerzen, aber leider werden die Atmosphäre und die Spannungsschraube immer wieder durch den Stil gebrochen. Mal wieder wird ein Film im so genannten Found Footage Stil gezeigt. Also was die Figuren selber erleben und dabei filmen, das sieht auch der Zuschauer. Aber das wird nicht konsequent genutzt. Immer wieder sind Aufnahmen dazwischen gemogelt die nicht von dem jeweiligen Darsteller stammen können. Auch ist die Sozialkritik an der Verdummung der Jugend anhand von YouTube und Co. etwas aufgesetzt. Die unsympathischen Charaktere, ein weiteres Manko da man sich nicht um sie fürchtet, sind strunzdoof und man wünscht ihnen schon direkt zu Beginn des Streifens, dass ihnen die Geister die Laken um die Ohren hauen. Aber der Film traut seinem Publikum nicht zu, einen Subtext zu verstehen und so muss das am Ende noch einmal deutlich thematisiert werden. Die Mutlosigkeit des Filmes bemerkt man spätestens an dem ach so überraschenden Twist der sogar das ganze Genre zu kippen droht und den Zuschauer um das bereits gesehene betrügt. Das ist nicht nur inkonsequent, sondern vor allem ärgerlich und man verlässt den Film völlig entnervt und mit dem Gefühl das mal wieder die Chance vertan wurde einen deutschen Horrorfilm zu drehen der was taugen möge. Dabei zeigten die Atmosphäre, das Setting und einige Jump Scares das es funktionieren kann. Man braucht halt nur Mut und ein gutes Drehbuch. Aber das findet man hierzulande wohl nicht, sondern sattelt lieber auf ausgelutschten Trends auf. So bleibt halt nur ein netter Versuch den man sich ansehen kann, aber auch nichts verpasst, wenn man drauf verzichtet.

Heilstätten: Timmi Trinks (Finn), Nilam Farooq (Betty)
Heilstätten: Timmi Trinks (Finn), Nilam Farooq (Betty) © 20th Century Fox Home Entertainment
Leider gibt es nur den Trailer als Extra und man vermisst auch bei einem deutschen Film die Untertitel da die Manie zu nuscheln auch die jugendlichen Schauspieler erwischt hat und man sie eher zum Logopäden denn zum Drehort schicken sollte. Ansonsten ist der Ton aber gelungen und vor allem das Bild sehr gut, welches die unterschiedlichen Abstufungen der Dunkelheit und der Schwärze gut wiedergibt.


Fazit:
Gute Ansätze zu einem ordentlichen Geisterfilm aus Deutschland sind mit einigen gelungenen Jump Scares und einer schaurigen Atmosphäre vorhanden. Aber leider verhindern die Mutlosigkeit und ein schwaches Drehbuch einen guten Film. Kann man ansehen, muss man aber nicht.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © 20th Century Fox Home Entertainment