Havanna Dreamers - Am Rande der Nacht - DVD

DVD Start: 25.10.2013
FSK: ab 16 - Laufzeit: 90 min

Havanna Dreamers - Am Rande der Nacht DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Das junge Liebespaar Manuel und Lia zieht illegal in ein leer stehendes Haus in der Altstadt Havannas ein. Dort wohnt aber noch die Näherin Tanja, die sich trotz Kündigung weigert auszuziehen. Das Leben ist hart und arm sein ist scheiße - trotz der anfänglichen Feindschaft versuchen die drei gemeinsam den ungerechten Alltag Havannas zu meistern. Mit Leidenschaft und Fantasie kämpft das Trio gegen eine unwirtliche Welt. Die sinnlichen Träumer feiern ihre Freiheit und allmählich entwickelt sich eine hoch erotische Spannung. Während sich vor der Küste ein Hurrikan zusammenbraut, beginnt zwischen den Dreien ein Spiel, in dem mehr und mehr Grenzen ausgelotet und Tabus gebrochen werden...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Donau Film
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Spanisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer

DVD und Blu-ray | Havanna Dreamers - Am Rande der Nacht

DVD
Havanna Dreamers - Am Rande der Nacht Havanna Dreamers - Am Rande der Nacht
DVD Start:
25.10.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 90 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Havanna Dreamers - Am Rande der Nacht

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 6/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 7/10


Cuba Libre - „Havanna Dreamers“ gilt jetzt schon als ein Paradebeispiel für das junge kubanische Kino. Dazu kann hier wenig gesagt werden, da kubanische Filme selten den Weg nach Deutschland finden und so ist es zum einen natürlich schwierig, den Film historisch einzuordnen und zum anderen die Neuerungen festzumachen. Natürlich erwartet man bei einem Film, der aus einem stark reglementierten Land stammt in dem die Zensur herrscht, das er entweder regimetreu erzählt, sprich Propaganda enthält, oder die Zustände offen kritisiert. Hier ist eher das letztere zu finden, wobei es sehr dezent und mehr auf einer Symbolebene geschieht, so dass er womöglich selbst in Kuba hätte gezeigt werden können. Immerhin geht es auch darum, dass sich die Menschen untereinander solidarisieren, um gegen die Widrigkeiten bestehen zu können. Das liegt ganz im Sinne des kubanischen Regimes. Nur sind diese Widrigkeiten eben eine Behörde des Landes und somit ist der „Feind“ das Regime selber. Allein schon wenn sich ein Pärchen in eine fremde Wohnung einnistet, so ist das Kritik am System, da so auf eine eventuelle Wohnungsnot hingewiesen wird. Auch das die eigentliche Besitzerin aus ihrer Wohnung geworfen worden ist und sich nun illegal in ihr aufhält, ist ganz gegen die Regierung gerichtet. In der Not, der Abwehr gegen das Wohnungsamt, kommen sich die drei Personen, die sich anfangs einen dezenten Kleinkrieg liefern, näher und verbünden sich. Gemeinsam sind sie stark und ziehen ihre Kraft auseinander. Abner das der Held Manuel nicht arbeitet und nicht arbeiten will ist auch eine Form des Rebellentums. Allerdings ist sein permanentes Schnorren nicht gerade dazu angetan ihn dem Zuschauer sympathisch werden zu lassen. Wobei man auch schon bei einem Nachteil des Filmes ist, denn man kommt den Figuren nicht sonderlich nahe. Beziehungsweise gelingt das Kunststück, das sie im Laufe des Filmes einem immer vertrauter werden und man mit ihnen fühlt. Aber das braucht seine Zeit. In diesem Land und seinem System muss man offenbar findig sein, auch wenn man sich dann oft am Rande der Illegalität befindet und die Grenze auch überschreitet. All das wird sehr nüchtern erzählt als ob man sagen wollte: „Es ist halt so.“ Aber all die Solidarität ist dann im Grunde nutzlos, was auf einer symbolischen Ebene schön in der letzten Einstellung festgehalten ist. Die drei Charaktere sitzen nebeneinander nackt auf dem Bett, während die Behördenvertreter laut an die Tür klopfen. Die drei berühren sich nicht, spenden sich somit keinen Trost und die Nacktheit ist hier nicht erotisch, sondern verbildlicht die absolute Schutzlosigkeit, das Ausgeliefertsein. Generell muss man auch sagen, dass der Film sehr gut gespielt ist. Wie sich die drei einander belauern, erst feindselig, dann etwas auftauen und die Spannung in das Sexuelle umschlägt, ist schon hervorragend dargestellt. Womit wir bei einem weiteren zentralen Aspekt angelangt wären: die Erotik. Die ist hier niemals Selbstzweck, sondern immer inhaltlich eingebettet. Sex ist hier eigentlich immer Mittel zum Zweck, sei es als Machtdemonstration, als Schutz, als Waffe, als Verdienstmöglichkeit oder um Solidarität herzustellen. Nie ist die Lust an sich im Vordergrund und auch nicht der Instinkt, sondern Sex ist eine bewusste Handlung, die immer etwas zum Ziel hat. Abgesehen von der offensichtlichen Befriedigung. Die Kamera geht nah an die Figuren heran (ohne dass es in den Sexszenen explizit wird) und in diesem Kammerspiel folgt sie ihnen auch bei alltäglichen Verrichtungen und erinnert mit diesem persönlichen Blick an den Stil von Pier Paolo Pasolini. Vielleicht ist es ja gerade dieser Aspekt der bislang nicht im kubanischen Kino zu finden war.

Der Ton ist manchmal etwas zu leise, gerade die Dialoge sind im Vergleich zu den Soundeffekten, von denen es zugegebenermaßen nicht viele gibt, zu schwach ausgefallen. Dafür ist das Bild aber sehr gut und hat scharfe Konturen sowie satte Farben. Als Extras gibt es leider nur den Originaltrailer und eine Mini-Trailershow. Da hätte man doch gerne etwas mehr über das kubanische Kino erfahren.

Es greift zu kurz, den Film als Erotikdrama zu verkaufen, da hier die Erotik streng in die Handlung eingebettet ist. Aber das Drama, welches seine politische Botschaft sehr dezent verkauft, ist stark gespielt und gut gefilmt, kann aber nicht immer mitreißen.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive / Donau Film