Hara-Kiri - DVD

DVD Start: 22.05.2012
FSK: ab 16 - Laufzeit: 123 min

Hara-Kiri DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Als der verarmte Ronin Motome im noblen Haus Ii darum bittet, ihm den Hof für seinen rituellen Selbstmord zur Verfügung zu stellen, möchte er keineswegs sterben. Vielmehr hofft der junge Krieger darauf, mit einem kleinen Geldgeschenk weggeschickt zu werden. Doch Chef-Verwalter Kageyu ist es leid, dass immer mehr Samurai ihre Betteleien so tarnen, und nimmt Motome beim Wort. Selbst als sich herausstellt, dass dieser nur noch eine Schwertimitation aus Bambus besitzt, zwingt ihn Kageyu unnachgiebig in einen überaus qualvollen Tod. Wenige Tage später steht wieder ein todeswilliger Samurai vor der Tür. Kageyu ahnt nichts von dessen enger Verbindung zu Motome und seinen ganz speziellen Plänen für den eigenen Tod.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Japanisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (DTS)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Originaltrailer, alternativer Trailer, Trailershow

DVD und Blu-ray | Hara-Kiri

DVD
Hara-Kiri Hara-Kiri
DVD Start:
22.05.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 123 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
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DVD Kritik - Hara-Kiri

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 5/10
Ton: | 5/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 6/10


Ehre und feudale Strukturen
Der japanische Regisseur Takashi Miike ist nicht gerade für zartfühlende Filme bekannt. Ganz im Gegenteil ist er gerade dafür berühmt geworden, dass er nicht gerade zimperlich mit Blut umgeht und seine Filme vor Gewalt strotzen. Seien es nun „Audition“, „Ichi-Der Killer“ oder „Fudoh“: so unterschiedlich alle drei Filme sind, so brutal und verstörend sind sie auch. Der Vielfilmer, von seinem Debüt 1991 bis 2012 war er laut Wikipedia an 70 Produktionen beteiligt (!), tummelt sich also gerne in wilden Gewässern und neigt dann auch manchmal dazu, sein Publikum herauszufordern und mit Tabus zu konfrontieren. Insofern war „13 Assassins“ aus dem Jahre 2010 schon eine Überraschung. Der Film war zwar blutig, aber im Kern doch ein klassischer Eastern wie etwa „Die sieben Samurai“ und schwelgte nicht in übertriebenen Gewaltorgien und Blutfontänen, obwohl die zweite Hälfte des Filmes ein einziger langer Kampf war. Jetzt setzt Miike noch einen drauf und liefert mit „Hara-Kiri“ ein Drama der feinsten Sorte ab, welches wohl jeden überraschen dürfte, der andere Werke von Miike kennt. Fans, die sich an seinen blutigen Produktionen nicht satt sehen konnten, werden wohl enttäuscht werden, aber alle, die auch einen breiteren Horizont einnehmen wollen oder bislang nichts von den Gewaltorgien wissen wollten, werden positiv überrascht. Schließlich ähnelt der Film sehr viel mehr Filmen wie „The Hidden Blade“, „The Twilight Samurai“ und „The Last Sword“ denn einem „Ichi“. Die Ähnlichkeit geht gar so weit, dass man die Filme zu Beginn schon verwechseln könnte. Wäre da nicht die grausame Szene in „Hara-Kiri“, wenn eine der Hauptpersonen gezwungen wird, sich mit einem Holzschwert umzubringen. Eine Szene, die in ihrer Intensität und Grausamkeit keiner so schnell vergessen wird. Obwohl Miike hier nicht in Blut schwelgt. Aber ein Holzschwert ist nicht zum Zustechen geeignet und der Samurai bekommt es einfach nicht in seinen Körper. Diese Szene voll Schmerz und Verzweiflung geht einem wirklich nahe. Das ist die einzige wirkliche grausame, aber umso beeindruckender, Szene im Film, denn ansonsten hält sich der Film in punkto Gewalt, aber auch in punkto Action, sehr zurück. Vielmehr ist er sehr kritisch in seinen Dramenaspekten und untersucht den Ehrbegriff und wie man Ehre unterschiedlich interpretieren kann. Das komplexe und komplizierte Sozialgefüge in der japanischen Feudalgesellschaft kann allerdings nur schlaglichtartig beleuchtet werden und dürfte nicht-japanische Zuschauer manchmal recht verwirren. Aber das mindert nicht die individuelle Dramatik der Figuren. Action ist hier einfach nicht wichtig, sondern das, wie Ehre definiert wird und wie sich die Samurai diesem Kodex komplett unterwerfen. Zu seinem großen Vorteil ist der Film auch noch gut gespielt (nicht selbstverständlich bei Miike, bei dem die Darsteller manchmal zum Overacting neigen). Interessanterweise scheint der Film zum größten Teil mit natürlichem Licht gefilmt worden zu sein, was ihm gleich eine andere Art von Intensität verleiht. Manche Szenen geraten da zwar etwas dunkel, erhöhen aber die Stimmung des Gefangenseins. Im Mittelteil, wenn die Rückblenden erzählt werden, ist der Film etwas langsam geraten, aber gerade das überraschende Ende mit der Vergeblichkeit des Opfers, da andere Leute nichts aus dem tragischem Beispiel gelernt haben, macht auch wieder einiges wett.

Der Ton ist leider etwas leise und das Bild schwankt bisweilen bei dunklen Szenen. Auch die Extras sind nicht sonderlich überzeugend. Beziehungsweise auch gar nicht vorhanden, denn es gibt nur drei verschiedene Trailer zu dem Film an sich und eine Trailershow.

Takashi Miike überrascht mit einem historisch soziologisch angesiedelten Samuraidrama, bei der Action nicht wichtig ist, sondern die Ehre, wie diese jeweils interpretiert wird und wie sich Samurai dem komplizierten Kodex unterwerfen. Bewegend, tragisch, hervorragend gefilmt und intelligent, liefert der Film einen interessanten Einblick in die Feudalstruktur.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment