Gone Girl - Das perfekte Opfer - DVD

DVD Start: 05.02.2015
FSK: ab 16 - Laufzeit: 142 min

Gone Girl - Das perfekte Opfer DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Regisseur David Fincher zeichnet in seinem Thriller GONE GIRL – basierend auf dem weltweiten Bestseller von Gillian Flynn – das Psychogramm einer Ehe auf. Wie gut kennt man den Menschen, den man liebt, wirklich? Diese Frage stellt sich Nick Dunne (Ben Affleck) an seinem fünften Hochzeitstag, dem Tag, an dem seine schöne Frau Amy (Rosamund Pike) spurlos verschwindet. Unter dem Druck der Polizei und des wachsenden Medienspektakels, bröckelt Nicks Darstellung einer glücklichen Ehe. Durch seine Lügen, Täuschungen und sein merkwürdiges Verhalten stellt sich jeder bald dieselbe unheimliche Frage: Hat Nick Dunne seine Frau ermordet?

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: 20th Century Fox
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Audiokommentar von David Fincher

DVD und Blu-ray | Gone Girl - Das perfekte Opfer

DVD
Gone Girl - Das perfekte Opfer Gone Girl - Das perfekte Opfer
DVD Start:
05.02.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 142 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Gone Girl - Das perfekte Opfer Gone Girl - Das perfekte Opfer
Blu-ray Start:
05.02.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 146 min.

DVD Kritik - Gone Girl - Das perfekte Opfer

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 2/10
Gesamt: | 9/10


Das Eheleben muss die reinste Hölle sein. Zumindest erzeugt David Finchers bitterböser Entführungsthriller „Gone Girl“ über eine geradezu epische Lauflänge von 145 Minuten diesen Eindruck unweigerlich beim Zuschauer. Als eben solcher wird man sich mit fortschreitender Spieldauer zudem schmerzlich darüber bewusst, dass man nichts weiter als eine ahnungslose Marionette des Regisseurs ist, die von selbigem immer wieder munter an der Nase herumführt und im ständigen Wechsel zur Identifikation mit zwei vollkommen entgegengesetzt handelnden Hauptfiguren gezwungen wird. Das ist nicht nur auf der inhaltlichen Ebene eine ungemein spannende Erfahrung, sondern wird auch formal ebenso sinnig wie elegant umgesetzt. Fincher und Gillian Flynn, Drehbuchautorin und Verfasserin des Romans, haben es tatsächlich geschafft, die strukturell durchaus komplizierte Vorlage adäquat für die Kinoleinwand zu adaptieren, ohne dabei die Faszination der Geschichte einzubüßen oder große Kompromisse in Kauf nehmen zu müssen.

Als Amy Dunne (Rosamund Pike) an ihrem fünften Hochzeitstag spurlos verschwindet, dauert es nicht lange bis man ihren Mann Nick (Ben Affleck) des Mordes verdächtigt. Doch dieser beteuert vehement seine Unschuld und spielt in den Medien die Rolle des besorgten Ehemannes. Allerdings tauchen schon bald belastende Beweise wie das Tagebuch seiner Ehefrau auf, die Nick immer weiter in Richtung Todeszelle treiben. Aber für Detective Rhonda Boney (Kim Dickens) scheint etwas an dem Fall nicht zusammen zu passen, weshalb sie weitere Nachforschungen anstellt. Nick fürchtet derweil um sein Leben…

Der Film funktioniert in sämtlichen Bereichen perfekt! Ob als spannender Thriller, rabenschwarze Meta-Satire oder clevere Mindfuck-Story - „Gone Girl“ ist so gut geschrieben, gespielt und auf den Punkt inszeniert, dass es im Grunde absolut nichts zu bemängeln gibt. Allenfalls der gewohnt sterile und kühle Fincher-Look könnte bei einigen Zuschauern einen etwas irritierenden Eindruck hinterlassen, aber genauso muss eine Geschichte dieser Art eben visuell umgesetzt werden. Die auf formaler wie inhaltlicher Ebene herrschende Kälte bietet nämlich den perfekten narrativen und visuellen Rahmen, um der im Kern ungemein düsteren Thrillerhandlung zur vollen Entfaltung zu verhelfen und diese somit in bitterböser Konsequenz Pointe um Pointe ausspielen zu lassen. Die Twists des Drehbuches sind ebenso verblüffend wie im Genrekontext logisch geraten und verkommen nie zum effekthascherischen Selbstzweck. Fincher nutzt die zahlreichen unvorhergesehenen Wendungen viel mehr, um den Zuschauer mit plötzlichen Perspektivwechseln, erzählerischen Fallen und Identifikationsproblemen zu konfrontieren. So seziert er sukzessive und bisweilen durchaus mit einem Anflug von subtilem Humor das Eheleben von Nick und Amy Dunne, um schließlich in letzter Konsequenz die darin verborgene Leere zu entlarven. Zum inhaltlichen Leitmotiv wird daher auch die enorme Diskrepanz zwischen oberflächlichem Schein und der darunter verborgenen, zumeist unschönen Wahrheit. Ein Thema, das von Fincher auch dazu genutzt wird die Sensationsmedien in ihrer ganzen schmutzigen Unmoral zu demaskieren und zu einem satirischen Rundumschlag auszuholen. Wenn der Mordverdächtige Nick Dunne auf einmal von zahlreichen Reportern in ungebändigter Sensationsgier gejagt, gefilmt und durch ständiges Blitzlicht terrorisiert wird oder in einer Fernsehsendung ohne jeglichen Beweis des Inzests beschuldigt wird, entwickelt man als Zuschauer durchaus so etwas wie Mitleid für den potentiellen Mörder und eine deutliche Aversion gegenüber seinen Peinigern. Trotzdem bleibt der Fokus stets ganz eindeutig auf der deutlich wichtigeren Thrillerhandlung, die durch die satirischen Elemente jedoch um eine interessante Note erweitert wird.

Um die komplexe Story adäquat auf die Leinwand zu bringen, waren Schauspieler von Nöten, die mit ambivalenten Charakteren und diversen moralischen sowie emotionalen Extremen gut umgehen können. Und was soll man sagen? Besser hätte Finchers Wahl definitiv nicht ausfallen können. Ein hervorragend aufgelegter Ben Affleck, der den merkwürdig ruhig bleibenden Ehemann des Entführungsopfers spielt, macht seine Sache ebenso toll wie sein von Rosamund Pike grandios verkörperter weiblicher Gegenpart und daher ist es schon alleine die dargebotene Schauspielkunst, die den Kauf einer „Gone Girl“-Kinokarte ausreichend rechtfertigen würde. In den Nebenrollen setzt sich das hohe darstellerische Niveau nahtlos fort und so gibt es neben einem wunderbar gegen den Strich besetzten Neil Patrick Harris auch eine fantastische Carrie Coon in der Rolle von Nicks loyaler Schwester Margo zu bewundern. Das i-Tüpfelchen kommt dann schließlich noch in Form des wieder einmal perfekt passenden Soundtracks von den inzwischen zu Finchers Stammkomponisten avancierten Musikern Trent Reznor und Atticus Ross daher und verleiht dem Film definitiv den letzten Schliff zu einem Meisterwerk.

Auf technischer Ebene macht die DVD eine hervorragende Figur und präsentiert den Thriller in einer ebenso guten Bild- wie Tonqualität. Doch leider hat sich der Verleih beim Bonusmaterial weniger Mühe gegeben und so muss der Fan auf Extras fast gänzlich verzichten – lediglich ein Audiokommentar von David Fincher hat es mit auf die Scheibe geschafft.

Zur Wertung:
Obgleich ich bei der Kinowertung seinerzeit noch 10/10 Punkten vergeben hatte, muss ich dieses Urteil nach der zweiten Sichtung um einen Punkt nach unten regulieren, da mir die ein oder andere kleine Schwäche aufgefallen ist. Dennoch bleibt der Film natürlich ein Thriller-Meisterwerk.

Fazit: Fincher at his best! Sein Entführungsthriller “Gone Girl” ist ein finsterer Genrefilm voller unerwarteter Wendungen, satirischer Überhöhungen und denkwürdiger Momente. Dass der Film darüber hinaus auch noch mit einem tollen Cast und grandioser musikalischer Untermalung aufwarten kann, verhilft ihm schließlich endgültig zum Aufstieg in die Sphären des Thrillerolymps.

by Jonas Hoppe
Bilder © 20th Century Fox