Götz von Berlichingen - DVD

DVD Start: 05.12.2014
FSK: ab 16 - Laufzeit: 109 min

Götz von Berlichingen DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Deutschland im 16. Jahrhundert: Als der berüchtigte Raubritter und notorische Frauenheld Götz von Berlichingen Gold des französischen Königs erbeutet, gerät er ins Visier der skrupellosen Fürstin Adelheid, die mit dem Gold eine schmutzige Intrige gegen den beliebten Kaiser Karl plant. Götz findet sich zwischen den Fronten eines erbitterten Machtkampfes wieder und verliert durch den Verrat eines alten Freundes seine rechte Hand. Nur dank der geheimnisvollen Heilerin Saleema überlebt er die Verletzung. Nunmehr mit einem eisenen Handersatz ausgestattet, setzt er sich an die Spitze eines Bauernaufstandes, um gegen Adelheid und ihre Schergen in eine schicksalhafte Schlacht zu ziehen ...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Making Of, Set-Tagebücher

DVD und Blu-ray | Götz von Berlichingen

DVD
Götz von Berlichingen Götz von Berlichingen
DVD Start:
05.12.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 109 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Götz von Berlichingen Götz von Berlichingen
Blu-ray Start:
05.12.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 109 min.

DVD Kritik - Götz von Berlichingen

DVD Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 6/10
Ton: | 6/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 5/10


Mittelalterliches TV - Im Grunde ist es schon bemerkenswert an sich, dass es diesen Film gibt. Denn man muss sich vor Augen halten, dass hier ein deutscher TV-Film vorliegt. Und zwar nicht von einem öffentlich-rechtlichen Sender, sondern von einem privaten (RTL), welche noch stärker auf die Produktionskosten achten müssen, da die Rentabilität gegeben sein muss. Hier mögen schon viele die Flucht ergreifen, denn das deutsche TV ist ja für seine Produktionen berüchtigt und verhält sich wie eine Amöbe zu den göttlichen Produktionen der englischen und amerikanischen Sender. Doch hier lässt sich immerhin ein Schritt in die richtige Richtung finden. Denn gerade Genreproduktionen haben es, abgesehen von Komödien und Krimis, im deutschen TV schwer und so ist, auch aufgrund des bisherigen Erfolges von Adaptionen wie „Die Wanderhure“ und „Die Tore der Welt“, es schön, mal wieder eine engagierte Produktion vorzufinden, welche sich ausnahmsweise mal nicht mit dem Dritten Reich beschäftigt, sondern sich wieder in das Mittelalter begibt. „Götz von Berlichingen“ ist aber keine Verfilmung des Dramas von Goethe, sondern folgt eher den historischen Gegebenheiten. Schließlich gab es den Ritter mit der eisernen Hand wirklich und man kann bis heute seinen stählernen Fingerersatz in einem Museum ansehen. Natürlich gibt es dramaturgische Freiheiten und man will nicht belehren, sondern einfach unterhalten. Aber da liegt stellenweise das Problem. Es werden zwar historische Tatsachen wie die Bauernkriege und die Reformation zur Sprache gebracht, aber es gelingt nicht, deren Brisanz wirklich herauszustellen. Der Fokus liegt eindeutig auf der Hauptfigur, welche von Henning Baum gut dargestellt wird, und wie er in den Strudel der Weltgeschichte gerissen wird und darin untergeht. Das ist packend und auch die Actionszenen sind, jedenfalls zum größten Teil, sehr gelungen und auch erstaunlich blutig ausgefallen. Doch warum kommen sie in der zweiten Hälfte nur noch spärlich vor und sind dann auffällig schlecht geschnitten? Die entscheidende Schlacht des Filmes ist nicht zu sehen und wie einige der zentralen Figuren das Schicksal ereilt ist weggelassen worden, woraufhin jedes dramatische Potential verpufft. Der Zweikampf der beiden Frauenfiguren ist sehr unbeholfen inszeniert und entbehrt jeder Dynamik, was eindeutig dem Schnitt anzulasten ist, da er auch keine nahtlosen Übergänge schafft. Ging da irgendwann das Geld aus? Man merkt die Limitierungen des Budgets den Film an, obwohl man manche Kulissen eigens gebaut hat. Jedenfalls ist die zweite Hälfte des Filmes deutlich schlechter als der Beginn und es gelingt dem Drehbuch auch nicht, alle angefangenen Handlungsstränge wieder in einem Guss unterzubringen. Da fällt man deutlich auf Klischees herein und traut sich nicht mehr viel zu. Als ob man angesichts der eigenen Courage in der ersten Hälfte schnell noch einen Rückzieher machen wollte, oder in manchen Produktionsbereichen das Personal gewechselt hat. Da kommen auch manche unlogischen Elemente vor, die extrem peinlich sind. So etwa wenn der gejagte Götz einfach so in eine Kapelle geht und den unbegleiteten Kaiser trifft. Ähnlich peinlich war der Auftritt der Wanderhure vor dem König. Aber ein Happy End muss ja sein. In diese Kerbe haut der Wutanfall der Schurkin, gegen die eigentlich keine Beweise vorliegen, die aber mit einer saudummen Aktion sich selber verrät. Irgendwie hatte man wohl vor, schnell alles zum Abschluss zu bringen. Apropos Schurkin: selten war Natalia Wörner so schlecht wie hier. Sie wirkt einfach unecht und man merkt deutlich wie sie sich bemüht, eine eiskalte Schurkin zu spielen. Aber das ist hölzern oder theatralisch und bedient nur Klischees. Nur selten blitzt etwas auf, wie man die Figur hätte angelegen können. Und dieser Umgang mit der Figur ist ziemlich symptomatisch für den Film. Unterhaltsam? Ja. Gut? Naja. Aber schon ein Schritt in die richtige Richtung, um das deutsche Fernsehen etwas zu verbessern.

Sowohl der Ton als auch das Bild der Ansichts-DVD waren gut, wenn auch nicht gerade berauschend. Die Extras allerdings haben mit ihrer Benennung den Mund etwas voll genommen und hielten nicht das, was sie versprochen haben. Neben der obligatorischen Trailershow soll hier ein Making Of zu finden sein, welches aber eher ein Behind the scenes ist. Dort werden Ausschnitte aus dem Film gezeigt und dann den Filmemachern für die jeweilige Sequenz über die Schulter geschaut. Die Settagebücher sind nicht das was sie behaupten, sondern zeigen Filmausschnitte mit Schwerpunkten auf drei Darsteller, die dann kurze Statements in die Kamera geben dürfen. Ziel verfehlt.

Gute Ansätze, aber die zweite Hälfte des Filmes sackt deutlich gegenüber der ersten ab. Da wird der Mut zurückgeschraubt, das Drehbuch verzettelt sich und unlogische Elemente sorgen für unfreiwillige Lacher.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universum Film