Gingerclown - DVD

DVD Start: 18.11.2014
FSK: ab 18 - Laufzeit: 88 min

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Inhalt

Los Angeles im Jahr 1983. Nerd Sam (Ashley Lloyd) hat es nicht leicht sich in der Schule zu behaupten. Er ist beliebtes Mobbingopfer von Schulhof-Proll Biff (Michael Cannell-Griffiths), der gern Außenseiter in Gegenwart seiner liebreizenden Freundin Jenny (Erin Hayes) demütigt. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Um zu beweisen, dass auch Außenseiter mutig und furchtlos sind, unterzieht sich Comicfan Sam einer Mutprobe und geht auf Erkundungsstreifzug in einen verlassenen Vergnügungspark. Was ihn jedoch dort erwartet, wird er sein Lebtag nicht wieder vergessen …

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment / Maritim Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer
- Interviews

Video on demand - Gingerclown

DVD und Blu-ray | Gingerclown

DVD
Gingerclown Gingerclown
DVD Start:
18.11.2014
FSK: 18 - Laufzeit: 88 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Gingerclown Gingerclown
Blu-ray Start:
18.11.2014
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Blu-ray Start:
18.11.2014
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DVD Kritik - Gingerclown

DVD Wertung:
Film: | 4/10
Bild: | 3/10
Ton: | 6/10
Extras: | 2/10
Gesamt: | 4/10


80er Horrorkino reloaded - Parodien sind immer auch Hommagen an den jeweiligen Film oder an das Genre, da sie es eben als notwendig erachten eine Metaebene zu schaffen. Dadurch wird der Ursprung aufgewertet. Wenn es nun das Horrorkino der 1980er betrifft so kann das dermaßen in die Hose gehen, da dieses Jahrzehnt für den Horrorfilm zwar quantitativ, aufgrund des entstehenden Videomarkts, herausragend war, aber qualitativ nur recht wenig in der Klassikerliste übrig geblieben ist. Die ungarische Produktion „Gingerclown“ nimmt sich nun der damaligen Zeit an und kann durchaus phasenweise punkten. Die Figuren werden etwa überzeichnet, aber da wird erstaunlicherweise kurz vor der Parodie Halt gemacht. Das blonde Cheerleaderdummchen ist nicht so dumm wie erwartet und etwas taffer als der Rest der Bande. Der Nerd ist nerdiger als sonst und wächst eigentlich, im Gegensatz zu den 1980ern, kaum über sich heraus, was auch realistischer ist. Der Starfootballer, immer das Hassobjekt der Filmemacher, ist überzeichnet und eigentlich permanent am Schreien, was nicht nur die Figuren sondern auch den Zuschauer ziemlich nervt. Die aus einem minimalen Grundkonflikt entstehenden Situationen und Strukturen sind sattsam bekannt und dienen nur dazu die Minimalhandlung in Gang zu bringen, wenn sich drei Figuren in einem heimgesuchten Vergnügungspark verirren. Das Setting ist hervorragend und da gelingen einige sehr unheimliche Bilder, wenn die Karussells verrottet sind und alles eine unheimliche Atmosphäre hervorzaubert. Nun ist der Film aber gewollter Trash mit sehr billigen Monsterfiguren. Das stört die Atmosphäre und hier wäre ein gewisser Hang zum Realismus besser gewesen. Im Original sind die Monster übrigens von Genregrößen wie Tim Curry (der nach „Es“ einmal mehr einen diabolischen Clown Leben einhaucht), Lance Henriksen („Aliens“), Michael Winslow („The Crow“), Brad Dourif (die Stimme von „Chucky“) und Sean Young („Blade Runner“) gesprochen, wobei es bedauerlich ist, das sie nicht zu sehen sind. Da lohnt sich jedenfalls der O-Ton. Ist das Aussehen der Dämonen schon ein gewisses Manko, welches aber Trashfreunde in Verzückung versetzen dürfte (so gibt es etwa eine kleine Hommage an die Killertomaten), wird der Mangel an Story schnell deutlich. Das kann man durch Sex und Gewalt wieder wettmachen, aber dafür fehlte offenbar das Geld. Leider hapert es auch an der Dynamik und es ist sehr episodisch ausgefallen. Man geht zu dem Ort, sieht dort das Monster und ohne dass eine wirkliche Bedrohung existiert, geht man zum nächsten Ort, wo die nächste Skurrilität lauert. Der Soundtrack, der verdächtig an Danny Elfman erinnert, ist zwar gelungen, aber das kaschiert nicht die mangelnde Logik und derbe Anschlussfehler. In einer Szene ist der Held auf einem Stuhl gefesselt, um kurz darauf die Heldin zu retten. Wie, warum er sich befreien konnte? Keine Ahnung. Das führt zu dem schwächsten Punkt des ganzen Films: dem mangelnden Timing. Dieses ist sehr schlecht. Manche Sequenzen und Dialoge sind einfach zu lang und treten auf der Stelle, so dass sie nerven. Andere Sequenzen sind dann wieder viel zu kurz ausgefallen und loten das Potential nicht aus. Zudem ist der Schnitt nicht gelungen, da manche Reaktionen viel zu zeitverzögert kommen. Das mag für den Trashfaktor sprechen, aber in diesem gehäuften Vorkommnis ist das einfach nur ärgerlich. Somit ist dieser Horrorfilm weder ernst zu nehmen, noch als Parodie sonderlich gelungen. Sondern zeigt als Hommage nur auf, wie schlecht das Jahrzehnt für den Horrorfilm war. Aber ist das der Zweck einer Hommage?

Der Ton ist gut, das Bild lässt an Qualität vermissen. Ursprünglich war der Film in 3D gefilmt worden, aber bei der Übertragung auf das normale Format gingen die Konturen etwas verloren. Alles ist recht matschig und teils ist der Film schlicht auch zu dunkel. Als Extras gibt es nur den Trailer und zwei Interviews, eins mit Sean Young und eins mit Lance Henriksen, die aber nicht separat anzuwählen sind.

Trashfans dürften sich an diesem Film laben, andere sich vor ungewolltem Grausen schütteln. Für die einen könnte es Kult werden, die anderen sehen nur Schrott. Gut und neutral gemeinte 4 Punkte.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment / Maritim Pictures




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