Ginger & Rosa - DVD

DVD Start: 12.09.2013
FSK: ab 12 - Laufzeit: 86 min

Ginger & Rosa DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

London, 1962. Die zwei Teenager Ginger (Elle Fanning) und Rosa (Alice Englert) sind unzertrennlich. Liebe, Religionen und die Politik: Es gibt nichts, dass sie sich nicht teilen. Sie schwänzen die Schule und träumen von einem besseren Leben als das ihrer Mütter, gegen die sie beide rebellieren: Rosas Mutter Anoushka (Jodhi May), Single und Gingers frustrierte Mutter, Natalie (Christina Hendricks). Hingegen Ginger´s Vater Roland (Alessandro Nivola) jedoch für die Mädchen ein romantisches Idol darstellt. Bis Rosa beginnt tiefere Gefühle für Roland zu entwickeln. Das und die wachsende Angst vor einem Atomkrieg wirft einen Schatten über das unbeschwerte Dasein der beiden Freundinnen. Als Gingers Eltern sich trennen, findet diese Zuflucht bei dem homosexuellen Paar Mark (Timothy Spall) und Mark (Oliver Platt) sowie deren amerikanischer Dichter-Freundin Bella (Annette Bening). Als schließlich die Kuba Krise eskaliert und es so aussieht, als würde die Welt auseinander brechen, bekommt auch die Freundschaft von Ginger und Rosa endgültig Risse. Ginger bleibt nur eine Hoffnung: Wenn Sie die Welt vor dem Untergang bewahren kann, schafft sie es vielleicht auch ihr persönliches Schicksal zu ändern...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Concorde Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (DTS)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Interviews mit dem Cast, Interview mit der Regisseurin Sally Potter

DVD und Blu-ray | Ginger & Rosa

DVD
Ginger & Rosa Ginger & Rosa
DVD Start:
12.09.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 86 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Ginger & Rosa Ginger & Rosa
Blu-ray Start:
12.09.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 91 min.

DVD Kritik - Ginger & Rosa

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 9/10


Dramatische Zeiten - „Ginger und Rosa“ ist ein erstaunlich zurückhaltendes Drama, was die Aspekte umso wuchtiger ausfallen lässt. Normalerweise können sich die Filmemacher nicht mit einer einzigen Grundthematik zurückhalten und so überfrachten sie die Handlung mit vielen Aspekten und es wird unglaubwürdig da dann viel zu sehr der Zufall regiert. Ein typisches Beispiel dafür ist der Film „Monsters Ball“. Der ist zwar äußerst gelungen und beeindruckend gespielt, aber eben heillos überladen. „Ginger und Rosa“ ist ganz europäische Tradition. In amerikanischen Dramen geht es, der Ideologie gemäß, hauptsächlich darum, dass das Individuum die Widrigkeiten hinter sich lässt. Europäer erzählen stringenter und legen mehr Wert auf den Charakter und die Umstände, betten also die persönlichen Aspekte in gesellschaftliche ein. Die Engländerin Sally Potter legt mit dem vorliegenden Drama ein Beispiel par excellence vor, was sich dem „lautstarken“ des amerikanischen Kinos verweigert. Was ihm nur gut tut, denn so ist alles sehr viel realistischer. So enthalten sich die Darsteller auch jeder Übertreibung und, was in dem Genre manchmal selten ist, die Handlungen sind nicht vom Zufall bestimmt, sondern liegen wirklich zumeist in den Entscheidungen der Charaktere selber. Somit ist das alles extrem glaubwürdig und für den Zuschauer wird damit die Möglichkeit gegeben sich umso mehr an die Figuren heranzupirschen. Auch alles andere ist stimmig. Was vor allem der hervorragenden Regie geschuldet ist. Allein schon die ersten wenigen Minuten können mit der rasanten Abhandlung der gesamten doppelten Familiengeschichte der beiden Mädchen überzeugen und so viel in so wenigen Bildern erzählen, was anderen Filmen während der gesamten Laufzeit nicht gelingt. Was natürlich für ein funktionierendes Drama essentiell ist, sind die Darsteller und auch hier kann alles beeindrucken. Vor allem Elle Fanning ist herausragend. Sie legt allein schon so viel in ihren Blick, das jede weitere Mimik kaum noch nötig ist, da man auch so schon weiß, wie es gerade in dem Charakter aussieht. Auch die Kameraarbeit ist exzellent. Als Ginger etwa beobachtet wie ihre beste Freundin Rosa mit Gingers Vater flirtet, so legt sich ein Schatten auf ihr Antlitz, der wie ein zweites Gesicht wirkt und verdeutlicht damit hervorragend und subtil die zwiespältigen Gefühle, die sie bei dem Anblick in sich trägt. Die Psychologisierungen nicht nur in dieser Szene sind glaubhaft (die Liebe Rosas zu Gingers Vater ist nicht nur Bewunderung, sondern auch eine Kompensation für das Fehlen des eigenen Vaters) und es wird nicht vergessen, die jeweilige individuelle Entwicklung in einen gesellschaftlichen Gesamtkomplex einzubetten. So wird dieses Teeniedrama packend und nachvollziehbar in das Flair Anfang der 1960er eingebaut und was dort für eine Stimmung in der Luft lag. Sally Potter legt mit „Ginger und Rosa“ eindeutig eines der besten Dramen der letzten Jahre vor. Auf jeden Fall nicht verpassen.

Der Ton ist manchmal besonders in den Hintergrundgeräuschen etwas leise ausgefallen, aber das Bild ist sehr gut. Die Extras sind aber ebenso mau, denn die Interviews mit dem Cast und der Regisseurin Sally Potter sind teilweise recht oberflächlich ausgefallen. Dann gibt es natürlich noch Trailer und eine Trailershow. Die Extras werden jedenfalls diesem großartigen Film nicht gerecht.

Eines der besten Dramen der letzten Jahre. Hier stimmt alles: die Regie, die Darsteller, die Charakterisierungen, die Kameraarbeit, die Story und die sozialen Implikationen. Zugreifen.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © Concorde Home Entertainment