Get Out - DVD

DVD Start: 07.09.2017
FSK: ab 16 - Laufzeit: 100 min

Get Out DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Ein Landhaus im Grünen, ein Wochenende bei den neuen Schwiegereltern in spe, der Empfang ist herzlich - vielleicht eine Spur „zu herzlich“. Schnell muss Chris (Daniel Kaluuya; Sicario) feststellen, dass mit der Familie seiner Freundin Rose (Allison Williams; Girls) etwas nicht stimmt. Bizarre Zwischenfälle verwandeln den vermeintlich entspannten Antrittsbesuch unversehens in einen ausgewachsenen Alptraum für den Familien-Neuling.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Türkisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
D, GB, FR, TR, PT, DA, NL, FI, IS, NO, SV, AR, HI
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Alternatives Ende mit Kommentar des Autors/Regisseurs Jordan Peele
Unveröffentlichte Szenen mit Kommentar des Autors/Regisseurs Jordan Peele
Ein Blick hinter den Horror von GET OUT
Frage-und-Antwort-Runde mit dem Autor/Regisseur Jordan Peele und der Besetzung
Filmkommentar des Autors/Regisseurs Jordan Peele

DVD und Blu-ray | Get Out

DVD
Get Out Get Out
DVD Start:
07.09.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 100 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Get Out Get Out
Blu-ray Start:
07.09.2017
FSK: 11 - Laufzeit: 104 min.

DVD Kritik - Get Out

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 10/10
Ton: | 10/10
Extras: | 9/10
Gesamt: | 9/10


Rassenhorror
„Get Out“ geschieht das oftmals unerwartete Phänomen das er einerseits sehr innovativ ist und andererseits auf einer klassischen Ebene aufbaut. Die Innovation besteht darin, dass der schwarze Regisseur und Autor Jordan Peele einen gutmeinenden Rassismus einbaut. Get Out SzenenbildDas klingt wie ein Paradox, ist aber ein zu beobachtendes Phänomen. Denn wenn man als einziger Vertreter einer Minderheit in einer Gesellschaft zugegen ist wie hier der einzige Schwarze inmitten von Weißen, so ist man nicht zwangsläufig einer aggressiven rassistischen Gesinnung ausgesetzt. Aber auch indem die liberalen Weißen ihre Liberalität und ihre Gesinnung betonen, dass sie für die Schwarzen sind und Freunde unter ihnen haben oder einige Schwarze bewundern und den negativen Rassismus verurteilen, so machen sie doch wieder damit die Unterschiede deutlich.

Bei allen wohlmeinenden Aspekten und Betonungen werden dabei die Unterschiede in der Hautfarbe doch betont und damit aufgezeigt, dass es eben nicht selbstverständlich ist, das sich Menschen unterschiedlicher Hautfarbe soziokulturell mischen. Ein Rassismus wäre erst dann komplett aufgehoben wenn das Miteinander selbstverständlich ist und nicht durch, mögen sie auch unterschwellig sein, Vorurteile geprägt werden. Egal ob diese Voreinstellungen nun negativ oder positiv geprägt sind. So ergeht es hier dem Helden der als schwarzer Freund einer weißen jungen Frau erstmals ihre gut situierten Eltern einer liberalen Oberschicht besucht und mitten in ein jährliches Fest platzt. Das gäbe auch Platz für Drama und eine Komödie die eben mit diesen Vorurteilen spielt. Aber „Get Out“ ist ein Horrorthriller, der klassische Elemente nutzt. Es gibt keinen Serienkiller, kein Monster und keine knarrenden Türen oder Gegenstände die sich von selber bewegen, sondern eine sich stetig steigernde Stimmung des Unbehagens wie sie etwa Alfred Hitchcock meisterhaft zu erzeugen wusste.

Da ein Blick, da ein verhaschtes Lächeln, dort eine abgeschlossene Tür, dort ein nicht aufgeladenes Handy und merkwürdige Anspielungen. Der Held fühlt sich zunehmend unsicher und auch der Zuschauer, der fast durchgängig der Hauptperson und seiner Perspektive folgt, spürt ein Unbehagen und fühlt sich dazu gezwungen dem Hauptcharakter zuzurufen: „Hau ab. Verschwinde dort“. Get Out SzenenbildAlso: „Get Out“. In einer grandios aufgebauten Sequenz deren Spannung allein durch den Bildausschnitt hergestellt wird und in der kein einziges Wort fällt, entsteht der erste Twist allein dadurch, indem die Kamera zurückfährt und einen größeren Bildausschnitt erlaubt, der dann auch dem Geschehen des ganzen Filmes eine ganz andere Wendung gibt. Und doch gelingt die Volte das es nicht so ausfällt wie erwartet. Man denkt unwillkürlich an einen Torture Porn Film wie „Hostel“, aber die Wendung, die hier nicht verraten werden soll, führt das Thema des latenten Rassismus weiter. Wenn auch unter anderen Vorzeichen. Es bleibt nicht aus, das in dem Finale dann etwas weniger auf den unterschwelligen Suspense Wert gelegt wird, sondern ein höherer Actionanteil mit einem Blutzoll anfällt, aber das ist wohl eher die Bedienung der Genrekonventionen des modernen Horrors.

Trotz Assoziationen die an Filme wie „Hostel“, „Die Frauen von Stepford“ und „Mississippi Burning“ geweckt werden, bleibt dem Film doch die eigenständige Note und entpuppt sich schon jetzt als einer der besten, unheimlichsten, spannendsten und vor allem intelligentesten Horrorfilme des Jahres, der nicht zuletzt durch die gute Regie und die hervorragenden Darsteller lebt. Ob nun Daniel Kaluuya in der Hauptrolle, Allison Williams als seine zunehmend undurchschaubare Freundin oder Catherine Keener und Bradley Whitford als durchaus sympathisches Ehepaar welche zunehmend sinistere Facetten enthüllt: Get Out Szenenbildalle zeigen die Doppelbödigkeit auf und sind nicht böse an sich, sondern haben durchaus sehr sympathische Facetten welche den vielen verschiedenen Ebenen Tribut zollen und diese noch verstärken. In jeder Hinsicht also ein lohnenswerter Film.

Es gibt mehrere interessante Extras. So etwa ein alternatives Ende mit Kommentar des Autors und Regisseurs Jordan Peele, unveröffentlichte, ebenfalls kommentierte Szenen, ein Blick hinter den Horror von „Get Out“ der betont, dass die hier geschilderten Szenen durchaus eigener Erfahrung entsprechen, einen Filmkommentar und eine Frage-und-Antwort-Runde die dann aber doch teils sehr oberflächlich bleibt.


Fazit:
Einer der spannendsten und vor allem intelligentesten Horrorthriller des Jahres der anhand seiner Regie und seiner Darsteller es schafft eine sich stetig steigernde Stimmung des Unbehagens zu erzeugen deren Sog man sich nicht widersetzen kann.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universal Pictures