Frauen für Zellenblock 9 - Goya Collection - DVD

DVD Start: 22.10.2013
FSK: ab 18 - Laufzeit: 75 min

Frauen für Zellenblock 9 - Goya Collection DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Eine Gruppe weiblicher Freiheitskämpfer wird von der Militärpolizei aufgegriffen. Im berüchtigten Zellenblock 9 eines Frauengefängnisses sollen Informationen über den Widerstand, sowie die Namen der Kollaborateure aus ihnen herausgequetscht werden. Dr. Costa, der sadistische Gefängnisarzt, nimmt sich der Frauen mit perversen und perfiden Foltermethoden an. Als eine von ihnen unter den Qualen zusammenbricht und alles gesteht, bleibt nicht mehr viel Zeit, die Widerstands-Zelle, die sich in der Stadt verbirgt, zu warnen. Es gelingt den Frauen zu entkommen. Doch die Flüchtigen werden erbarmungslos gejagt.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Italienisch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Fotogalerie, Trailershow

DVD und Blu-ray | Frauen für Zellenblock 9 - Goya Collection

DVD
Frauen für Zellenblock 9 - Goya Collection Frauen für Zellenblock 9 - Goya Collection
DVD Start:
22.10.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 75 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Frauen für Zellenblock 9 - Goya Collection Frauen für Zellenblock 9 - Goya Collection
Blu-ray Start:
22.10.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 78 min.

DVD Kritik - Frauen für Zellenblock 9 - Goya Collection

DVD Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 5/10


Ein weiteres Kleinod aus der Abteilung „Was für krankes Zeug haben die damals gedreht“ liegt als Uncut Version auf DVD in der Jess Franco Golden Goya Collection vor: „Frauen für Zellenblock 9“ (Schweiz 1977), wahlweise auch als „Flucht von der Todesinsel“ oder „Tropical Inferno“ vermarktet. Inferno trifft es dabei ganz gut, denn was Trash-Legende Jess Franco, der im April 2013 mit 82 Jahren den Folgen eines Schlaganfalls erlag und im Laufe seines umtriebigen Schaffens an über 200 Filmen mitwirkte, hier in 75 Minuten Lauflänge auftischt, ist einmal mehr ein wüster, aus heutiger Sicht teils hanebüchener Mix aus (S)Exploitation- und Women-in-Prison-Film – produziert vom nicht minder berüchtigten Schweizer Erwin C. Dietrich.

Wie im Genre der Exploitation (engl. für Ausbeutung) üblich, haben auch bei den „Frauen für Zellenblock 9“ reißerische Darstellungen von Sex und Gewalt Vorrang vor Storytiefe oder Charakterzeichnung. Denn was die drei vermeintlichen Revoluzzer-Bunnys Karin, Barbara und Aida, die im nicht näher verorteten südamerikanischen Dschungel in einem Frauengefängnis landen, unter dem sadistischen Folterarzt Dr. Costa (ein Rollentypus, den Howard Vernon, als Mario Walter Lippert 1908 in Baden-Baden geboren, mehrmals verkörperte) erleiden müssen, dürfte manch gänzlich unbeflecktem Zuschauer die Haare zu Berge stehen lassen. Auf Geheiß der gnadenlosen Lagerkommandantin (ein Stereotyp, der nicht fehlen darf) legt der Todesdoktor in den Verhören einen teils irrwitzigen Einfallsreichtum an den Tag, als es darum geht, das Trio zur Denunziation verbündeter Rebellen zu „überreden“. Was dort zum Beispiel mit einem Rohr und einem kleinen Nagetier angestellt wird, darauf muss man erst mal kommen. Allerdings wird selbst in der Uncut-Version letztlich mehr angedeutet als wirklich gezeigt. Vielleicht besser so.

Abseits der Torture-Sessions werden die drei Damen nackt und schwitzend im Stehen im Titel gebenden Zellenblock 9 angekettet abgelichtet, während sich die junge Studentin Marie ihre Gruppenhaft erst mit flinker Zunge verdienen muss. Denn was wäre ein echter Sexploitation-Kracher ohne Lesben-Einlagen. Unfreiwillig komischer Höhepunkt des Machwerks ist dabei die Vierer-Nummer in Ketten, die Regisseur Jess Franco deutlich zu lang geriet und die nach Maßstäben anno 2013 fast schon züchtig daherkommt. Immerhin bietet sie ausreichend Ablenkung, die den vier Grazien die Flucht in den Urwald ermöglicht, was den Adrenalinpegel des Publikums aber nur sehr bedingt ansteigen lässt. Drama pur (oder besser Dilettantismus pur) wartet dann beim Durchschwimmen einer mit Krokodilen bevölkerten Lagune und beim Entfernen einer Kugel mit Grashalmen (!) in einem verlassenen Tempel. Ein Happy End sollte man in diesem Genre ohnehin nicht erwarten.

Die Extras der DVD erschöpfen sich in einer Bildergalerie, dem Originaltrailer und einer Trailershow, die nebenbei weitere Einblicke ist das krude Schaffen des Regisseurs Jess Franco bietet und zeigt, dass es noch durchaus frivoler geht. Die Bildqualität ist ordentlich, nur wenn es im letzten Drittel raus ins Grün geht, wirken manche Einstellungen von Kameramann Ruedi Küttel pixelig. Auf der deutschen Tonspur wird Dr. Costa übrigens von Gerd Duwner gesprochen, der auch Ernie aus der Sesamstraße seine Stimme lieh.

„Frauen für Zellenblock 9“ ist nostalgischer 70er-Trash in Reinkultur, unverhohlen sadistisch, brutal und frauenfeindlich. Nach Genre-Maßgaben ein Meisterwerk, unter normalen Gesichtspunkten billiger Schund. Doch was ist schon normal? Die Veröffentlichung solcher Streifen auf neuen Medien hält das Andenken an eine Ära von Filmen und von Regisseuren hoch, die sich gegenseitig immer wieder an und über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus getrieben haben. B-Movie-Fans wird’s verzücken, der Rest wendet sich mit Grausen.

by Florian Ferber
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment