Finsterworld - DVD

DVD Start: 11.04.2014
FSK: ab 12 - Laufzeit: 91 min

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Inhalt

FINSTERWORLD spielt in einem scheinbar aus der Zeit gefallenen Deutschland. Ein Land, in dem immer die Sonne scheint, Kinder Schuluniformen und Polizisten Bärenkostüme tragen, und Fußpfleger alten Damen Kekse schenken. Jedoch lauert hinter der Schönheit dieser Parallelwelt der Abgrund, und dorthin geht die Reise. Regisseurin Frauke Finsterwalder zeigt in FINSTERWORLD ein Universum von schlafwandlerischer Schönheit, gleichsam verzaubernd und entzaubernd, mit einer nachhaltigen poetischen Wucht. Liebevoll, absurd und zerstörerisch zeichnet sie ihre Helden in diesem idyllesabotierenden Heimatfilm. Das ist ganz sicher kein Realismus. Und wenn es nicht so grausam wäre, dann wäre es furchtbar komisch. Das Drehbuch entstand gemeinsam mit Bestsellerautor Christian Kracht (FASERLAND, IMPERIUM).

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Alamode
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer
- Making of
- Interviews

DVD und Blu-ray | Finsterworld

DVD
Finsterworld Finsterworld
DVD Start:
11.04.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 91 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Finsterworld Finsterworld
Blu-ray Start:
11.04.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 93 min.

DVD Kritik - Finsterworld

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 9/10


Spiegel Deutschlands - Immer wieder mal gibt es einen Film der einem Hoffnung für das deutsche Kino verleiht. Meist sind diese Streifen dann Debüts und die neuen und frischen Regisseure sind noch nicht von dem stilistischen Einheitsbrei des deutschen Fernsehens korrumpiert worden, bei denen Redaktionsvorgaben wichtiger sind als eine individuelle Handschrift. Angesichts des fulminanten „Finsterworld“ kann man nur hoffen, das sich die Regisseurin Frauke Finsterwalder ihre Eigenständigkeit bewahrt. Denn um es kurz und knapp direkt zu sagen: „Finsterworld“ ist einer der besten deutschsprachigen Spielfilme der letzten Jahre. Abseits von dem Einerlei der Komödien und der Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus, sei es nun historisch oder aktuell wie in „Kriegerin“, beweist „Finsterworld“ das es auch noch andere Kinostoffe gibt. Dabei ist die Inspiration durch Filme wie „Magnolia“ und „Babel“ nicht von der Hand zu weisen. Denn es gibt mehrere Figuren zu sehen und dementsprechend eine sehr episodisch ausgefallene Struktur, welche gegen Ende aber zum größten Teil geschlossen wird. Das kann schnell allzu bemüht wirken, aber da nicht alle Fäden miteinander verknüpft werden ist das sehr glaubhaft. Schon allein wegen des Titels, der ja eine ganze Welt suggeriert, ist diese Struktur schon vorgegeben. Doch was ist dieses „Finsterworld“ eigentlich? Nichts anderes als ein Spiegelbild Deutschlands. Und zwar des aktuellen. Was vermessen sein mag innerhalb von neunzig Minuten ein Psychogramm der Deutschen und ihres Landes zu geben, funktioniert aber hervorragend. Selten war in den letzten Monaten ein solch vielschichtiger und intelligenter Film zu sehen, der es zugleich verstand, sein Publikum zu unterhalten. Da möchte man manchmal schreien. Vor Lachen und vor Empörung. Da möchte einem das Kichern im Halse stecken bleiben. Und man ist manchmal zutiefst erschüttert und den Tränen nah. Allein schon diese Bandbreite von Emotionen unangestrengt abzurufen ist ein Kunststück an sich, aber dann kommt noch die intellektuelle Herausforderung dazu alle Schichten zu entdecken. Über jeden Charakter an sich kann man ganze Abhandlungen schreiben und wofür sie stehen. Der Polizist der Nähe sucht und seine egozentrische Freundin welche einen Kunstanspruch als Dokumentarfilmerin hat der nicht erfüllt werden kann, die verwöhnten und karrieristischen Schüler, die Arroganz welche durch das, nennen wir es gehässig, Gutmenschentum entsteht, die Gefährlichkeit welche durch political correctness entstehen kann, usw., usf. Jeder Charakter hat sein Thema und steht für eine andere Botschaft, welche mit einer erstaunlichen Leichtigkeit daher kommt. Da wirft die Filmerin ihrem Freund vor, egozentrisch zu sein, worauf er entsetzt antwortet: „Ich soll Ich-Bezogen sein?“ Darauf sie: „Siehst du? Du benutzt ja schon zweimal „Ich“ in einem Satz.“ Da bleibt einem das Lachen schon im Halse stecken. Und es ist hier schon zu merken, wie gut die Dialoge sind und die Darsteller. Thematisch ist es alles recht breit. Es geht um Obsessionen sowohl individueller als auch sozialer Art (so etwa das Beschäftigen mit dem Nationalsozialismus), es geht um Kommunikationsstörungen (so gut wie immer herrschen Missverständnisse vor) und um Sehnsucht. Jeder sucht Nähe, aber die mangelnde Fähigkeit sich mitzuteilen und auszutauschen sowie die jeweiligen Obsessionen verhindern das. Und auch stilistisch herrscht eine große Bandbreite vor. Da gibt es zwar satte TV-Farben, die aber eher ironisch gemeint sind, aber auch viele Anspielungen wie etwa auf Märchen. Da wird entweder die Hexe oder Gretel in einen Ofen gesteckt, es gibt den deutschen Wald mit einem Einsiedler und alles wirkt in der Modernität dennoch entrückt. Man kann es gar nicht oft genug wiederholen: jede Einstellung, jede Szene lädt zum interpretieren ein und dennoch fühlt man sich gut unterhalten. Was für ein Film.

Das Bild und der Ton sind gut und auch die Extras sind gelungen. Die vielen Interviews geben interessante Interpretationen ab und auch das Making Of kann überzeugen und besteht nicht aus dem üblichen Eigenlob. Dann gibt es noch den Trailer und entfernte Szenen.

Ein böses, lustiges, nachdenkliches Spiegelbild von Deutschland bei der jede Einstellung zum interpretieren einlädt und man sich dennoch hervorragend unterhalten fühlt.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive / Alamode