Feuerwerk am helllichten Tage - DVD

DVD Start: 06.11.2014
FSK: ab 16 - Laufzeit: 102 min

Feuerwerk am helllichten Tage DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Als im Jahr 1999 im Norden Chinas auf mehreren Kohlehalden menschliche Leichenteile gefunden werden, sind die Verdächtigen schnell ausgemacht. Doch bei ihrer Festnahme kommt es zu einer Schießerei, bei der die vermeintlichen Täter und auch zwei Polizisten ums Leben kommen. Der leitende Kommissar Zhang Zili wird schwer verletzt. Fünf Jahre später hat er den Polizeidienst quittiert und ist dem Alkohol verfallen. Als ein ehemaliger Kollege ihm von einem Fall erzählt, der erstaunliche Parallelen zu den damaligen Morden aufweist, ermittelt Zhang auf eigene Faust. Die Spur führt ihn zu der mysteriösen Wu Zhizhen, die mit allen bisherigen Opfern in Verbindung stand. Zhang taucht immer obsessiver in den Fall ein und verliebt sich schließlich in die schweigsame Schöne.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment / Weltkino
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Hochchinesisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Komplette Berlinale-Pressekonferenz; Trailershow; Wendecover

DVD und Blu-ray | Feuerwerk am helllichten Tage

DVD
Feuerwerk am helllichten Tage Feuerwerk am helllichten Tage
DVD Start:
06.11.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 102 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Feuerwerk am helllichten Tage Feuerwerk am helllichten Tage
Blu-ray Start:
06.11.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 106 min.

DVD Kritik - Feuerwerk am helllichten Tage

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 10/10
Ton: | 7/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 8/10


Kalte Gesellschaft - „Feuerwerk am helllichten Tage“ ist ein entschleunigter Thriller, der auf einigen Festivals für Aufsehen sorgte. Nun kann man bei dem Genre dann eigentlich erwarten das er vielleicht einen Skandal ausgelöst haben möge in punkto der Darstellung von Sex und Gewalt. Das ist nicht der Fall. Vielmehr erregte er Respekt, das er eine schonungslose Gesellschaftskritik im Gewand eines Krimis erzählte. Das ist an sich nichts Neues, denn schließlich hat das schon der Film Noir gemacht und bis heute werden Krimis und Thriller benutzt, um gesellschaftliche Zustände zu schildern. Aber der Film stammt aus China. Und was dort mit denjenigen passiert, welche Kritik üben, ist schließlich hinlänglich bekannt. Und das Zusammenleben der Menschen in China, wie es hier geschildert wird, ist anscheinend alles andere als angenehm. Es wird ein sehr pessimistisches Gesellschaftsbild gezeichnet ohne das er allzu deutlich wird und den Zeigfinger erhebt. Vielmehr ist es sehr versteckt und in den Charakteren und in den frostigen Bildern angelegt, was das Ansehen manchmal etwas sperrig macht, aber für die eigentliche Aussage essentiell ist: es herrscht keine Gemeinschaft. Was eine ziemlich harsche Kritik ist, denn in der kommunistischen Ideologie ist ja die Masse alles und das Kollektiv wird eben bejubelt. Hier aber ist jeder für sich allein. Entweder man ist Teil einer Maschinerie, auf die Spitze getrieben, wenn Leichenteile auf einem Förderband transportiert werden, oder die Geltungssucht treibt einem zu einem solchen Egoismus, das andere Menschen dabei auf der Strecke bleiben. Jeder hat seine eigenen Interessen im Blick, sehnt sich nach einem miteinander ist aber unfähig sich auf andere einzulassen. Das Liebesspiel, welches zweimal zu sehen ist, entbehrt denn auch jeder Erotik und lässt keinen Verdacht zu, dass sich durch den Sex die Charaktere wirklich näher gekommen sein könnten. Aber, Vorsicht: Spoileralarm, das, was den ganzen Fall erst in das Rollen bringt, ist ein beschädigter Gegenstand. Materialismus steht eher im Kurs als Nächstenliebe und das es ausgerechnet ein Mantel ist, welcher alle Verbrechen auslöst und Leben zerstört, ist ein treffendes Symbol. Ein Mantel wärmt und schützt, aber da hier beschädigt wird und in der Folge zu Toten führt, steht er auch wieder für die soziale Kälte. In einer Szene zeigt einer mal Altruismus und klaut danach prompt ein Motorrad. Alles ist kalt, einsam und wenn zwei auf der Straße gehen, berühren sie sich nicht und befinden auch selten auf einer Ebene. Sie gehen selten nebeneinander, sondern meist einer vorweg und der andere hinterher. Und wenn man mal nebeneinander geht, vermeiden sie sich zu berühren. Das erweckt eine triste, kalte Stimmung, welche eine Gesellschaft zeigt, die im Grunde gar nicht existiert. Gegen Ende bestehen zwar auf der inhaltlichen Ebene noch einige offene Fragen, aber nicht zuletzt die letzten Szenen trösten einen etwas und man sieht ein hier sehr selten gesehenes Lächeln über ein Gesicht huschen. Aber es bleiben von diesem Film gleich einige Szenen nachhaltig im Kopf hängen.

Das Bild kann punkten. Es ist schön scharf und besitzt satte Farben, bei denen die Konturen auch nie verschwimmen. Der Ton ist zwar gut, hat aber so gut wie nichts zu tun, da wenig mit Soundeffekten gearbeitet wird. Wenn sie mal wichtig sind, kommt er aber zur Geltung. Als Extras gibt es neben dem Trailer und einer Trailershow noch die Berlinale-Pressekonferenz, bei der man viel Blitzlichtgewitter sieht und sich ziemlich gedulden muss.

Harsche Gesellschaftskritik verpackt in einem Thriller. Da er kein sonderlich hohes Tempo hat, ist er etwas sperrig zu sehen, doch ist die Filmsprache faszinierend und es gibt nachhaltig wirkende Szenen.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © Studiocanal Home Entertainment / Weltkino