Feuchtgebiete - DVD

DVD Start: 31.01.2014
FSK: ab 16 - Laufzeit: 105 min

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Inhalt

Sie experimentiert beim Masturbieren gern mit Gemüse. Körperhygiene ist ihrer Ansicht nach weit überschätzt. Sie provoziert ihre Umwelt, indem sie ganz unmädchenhaft ausspricht, was andere nicht einmal zu denken wagen: Das ist Helen Memel!
Helen (CARLA JURI) ist eine Herausforderung für ihre geschiedenen Eltern (MERET BECKER und AXEL MILBERG) – und wünscht sich doch nichts sehnlicher, als eine wiedervereinte Familie. Geborgenheit findet sie nur bei ihrer Freundin und Blutsschwester Corinna (MARLEN KRUSE), mit der sie kein gesellschaftliches Tabu auslässt.

Als Helen sich eines Tages bei einer missglückten Intimrasur verletzt, muss sie ins Krankenhaus. Dort ist sie nicht nur für Chefarzt Prof. Notz (EDGAR SELGE) ein ungewöhnlicher Fall. Ihr ungestümer Witz und ihre Wahrhaftigkeit machen sie zu einer Sensation im ganzen Krankenhaus. Helen wittert die Chance, ihre Eltern am Krankenbett wieder zu vereinen und findet in ihrem Pfleger Robin (CHRISTOPH LETKOWSKI) einen Verbündeten, dem sie dabei gehörig den Kopf verdreht...

Charlotte Roches FEUCHTGEBIETE – eines der größten Skandalbücher der letzten Jahre, das sich allein im deutschsprachigen Raum über 2.5 Millionen mal verkaufte – ist das provokant-poppige Portrait einer jungen Frau, die versucht, ihre Lebensgier zu stillen und ihren Platz im Leben zu finden.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: 20th Century Fox / Majestic
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- 3 Featurettes („Carla & Charlotte“, „Blutsschwestern“, „Mutprobe Dreharbeiten“) (4’24)
- Featurette Premiere Berlin (3’22)
- Featurette Open Air-Premiere (2’21)
- Making-of (6’04)
- Film-Talk mit Charlotte Roche, Regisseur David Wnendt und Produzent Peter Rommel (38’49)
- Pressekonferenz zur Weltpremiere in Locarno (17’57)
- Interviews mit den Darstellern, Regie und Produktion sowie Charlotte Roche (29’58)
- 3 Deleted Scenes (5’42)
- 5 Original Kinoteaser (1’66), Kinotrailer (2’00), zensierter Trailer (2’06) und TV-Spots (44’’)
- Musikvideo „Land in Sicht“ von Christoph Letkowski und seiner Band von Eden (3’06)
- „Valeries Song“ mit Christoph Letkowski und Peri Baumeister (3’16)
- VFX Making-of der Titelsequenz (2’10)
- Soho House Q&A mit David Wnendt und Charlotte Roche (15’44)
- Kurzfilm „Badetag“ von Regisseur David Wnendt (2’05)
- Fotogalerie
- Galerie mit Plakatentwürfen

DVD und Blu-ray | Feuchtgebiete

DVD
Feuchtgebiete Feuchtgebiete
DVD Start:
31.01.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 105 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Feuchtgebiete Feuchtgebiete
Blu-ray Start:
31.01.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 109 min.

DVD Kritik - Feuchtgebiete

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 6/10


Vor rund fünf Jahren entfachte ein Roman in Deutschland bis heute unvergessliche Diskussionen, Aufschreie und angewiderte Gesichter: Die Rede ist von Charlotte Roches Debütroman „Feuchtgebiete“, der mit 2,5 Millionen verkauften Exemplaren für ihren Durchbruch sorgte, quasi über Nacht. Nachdem der Roman zum Bestseller des Jahres gekürt wurde, war es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis ein Drehbuch und schließlich ein Film aus „Feuchtgebiete“ wurde. Für genügend Gesprächsstoff sorgt der Roman nämlich allemal! Nun erscheint der Film am 31. Januar auf DVD und Blu-ray.

Helen (Carla Juri, „180° - Wenn deine Welt plötzlich Kopf steht“) ist gerade einmal junge 18 Jahre alt, doch im Gegensatz zu dem Großteil ihrer Gleichaltrigen macht sie sich nicht viel aus Körperpflege. Wenig verwunderlich also, dass das Scheidungskind seit seiner frühen Kindheit unter den Nebenwirkungen ihrer Hämorriden leidet. Dazu lebt Helen ihre Sexualität offen aus und ist Neuem gegenüber mehr als aufgeschlossen. So kann es schon einmal vorkommen, dass sie sich mit Gemüse selbstbefriedigt, sich von einem Wildfremden intim rasieren lässt oder ihr Tampon mit der besten Freundin teilt. Während sie nach außen den Tabubruch lebt, wünscht sich die etwas andere Teenagerin eigentlich nur eins: Eine heile Familie.

Wenn man es so will, lässt sich „Feuchtgebiete“ rein formell als deutsches Pendant zum US-Hit „Shades of Grey“ verstehen, welcher sich momentan in Produktion befindet und voraussichtlich nächstes Jahr in die Kinos kommen wird. Denn ähnlich wie bei „Shades of Grey“ erwies es sich anfangs als schwierig, eine Schauspielerin für die Rolle von Helen zu finden. Letztendlich ging die Rolle an die recht Unbekannte Carla Juri, deren Vorteil darin bestand, kein Image zu verlieren. Während Roche der Filmcrew zusätzlich freie Hand gewährte und sich schon früh während der Dreharbeiten von der Realisierung ihres Stoffes verabschiedete, war es Regisseur David Wnendt („Kriegerin“), der aus dem erfolgreichen Erstroman einen wilden Mix aus unansehnlichem Hämorriden-Humor und skurrilem Liebesfilm fabrizierte.

Die Synopsis des Films mag abschreckend klingen, weshalb Zartbesaitete als auch ultrakonservative Christen einen großen Bogen um den Stoff machen sollten. Doch bei näherem Betrachten wird klar, dass Wnendt hier eine abgeschwächte Romanversion abliefert, die zwar alle bildnerischen Mittel bis aufs Äußerste ausnutzt (explizit in einer schon jetzt legendären „Pizza“-Szene zum Ende des Films), doch weitaus unterhaltsamer als der Roman ist. So ist es den Machern gelungen, eine überaus sympathische Hauptdarstellerin zu finden, deren naiv-forsche Art zwar nicht immer auf Gegenliebe stoßen wird, doch der fiktiven Romanfigur ein ansprechendes Gesicht verleiht. Nichtsdestotrotz bleibt es fragwürdig, ob ein solches Buch überhaupt einer Verfilmung bedarf – Erfolg hin oder her?! Mit viel Liebe zum Detail beweist Regisseur Wnendt jedoch, dass seine Mixtur aus exhibitionistischen Nachaufnahmen in Slow-Motion, derben Sexpraktiken und einer überaus komischen Liebesgeschichte einen Kinoauftritt verdient hat. So unterhält sein Film auf mehreren Ebenen und schafft es, aus dem Sumpf aus Schweinereien aufzutauchen und eine salonfähige Softporno-Komödie zu etablieren, deren Image schon jetzt ähnlich verrufen ist wie der der Buchvorlage.
Eine Frage bleibt jedoch bis zum Schluss: Wieso bezuschusst der Staat einen Film, der die offensichtliche Einnahme von Drogen dermaßen verharmlost und pauschalisiert?

Das Bild der DVD wirkt sehr ausgeglichen und überzeugt durch gute Schwarzwerte und eine verhältnismäßig scharfe Darstellung der Geschehnisse. Der deutsche Ton, welcher in Dolby Digital 5.1 vorliegt, weiß zu überzeugen. Zusätzlich beinhaltet die DVD noch eine Hörfilm-Fassung für Blinde, sowie deutsche Untertitel.
Zum Bonusmaterial zählt ein sechs-minütiges Making-of, sowie diverse Featurettes, Interviews, Trailer und und und. Da sollte für jeden das Richtige bei sein.

Fazit: Fremdschämgarantie besitzt diese Verfilmung zwar definitiv, doch insgesamt entpuppt sich „Feuchtgebiete“ als verharmloste Variante des Romans, die allerdings auf diversen Ebenen agiert und somit weit mehr Tiefe als ihre Vorlage vorzuweisen hat. Die Rechtfertigung des Medienhypes bleibt dabei Fragwürdig, ebenso wie teils auftretende Belanglosigkeit der Themen. Doch dafür weiß Hauptdarstellerin Juri zu überzeugen!

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by Yannik Riedl
Bilder © 20th Century Fox / Majestic