Faust - DVD

DVD Start: 08.05.2012
FSK: ab 16 - Laufzeit: 133 min

Faust DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Sokurows FAUST ist nicht nur die Verfilmung von Johann Wolfgang von Goethes Klassiker, sondern auch eine radikale Neuinterpretation des Mythos. In deutscher Sprache mit deutschen, österreichischen und russischen Schauspielern, u.a. Johannes Zeiler (Wiener Schauspielhaus) als Faust, Isolda Dychauk (BORGIA) als Gretchen, Anton Adassinsky (DEREVO-Theater) als Wucherer/Mephisto und Hanna Schygulla, gedreht, schuf Russlands Regiestar Alexander Sokurow einen magischen und zugleich verstörenden Film. Einen FAUST, wie man ihn kennt aber doch noch nie mit solcher Wucht auf der Leinwand gesehen hat.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer, Interview Alexander Sokurow (mit freundlicher Genehmigung von 3sat-Kulturzeit), Behind the scenes, Trailershow

DVD und Blu-ray | Faust

DVD
Faust Faust
DVD Start:
08.05.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 133 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Faust Faust
Blu-ray Start:
08.05.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 133 min.

DVD Kritik - Faust

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 7/10


Neuinterpretation und keine Verfilmung
„Faust“ von Alexander Sokurow ist keine neue Verfilmung des Bühnenstückes von Johann Wolfgang von Goethe, sondern eher eine Interpretation. Insofern erinnert der Film in seiner Herangehensweise mehr an das Regietheater, in dem sich die Regisseure wichtiger nehmen als den der Inszenierung zugrundeliegendem Text. Der Originaltext von Goethe kommt dann auch nur als eingestreute Zitate vor und wird ansonsten völlig fallen gelassen, was insbesondere Puristen nicht erfreuen dürfte. Durch die starke Veränderung der Sprache ist der Film also weniger eine weitere Version, die den Text neu interpretiert, sondern eine Charakterstudie des Doktor Faust und wie er der Verführung der Macht erliegt. Mit dieser Interpretation schließt der Regisseur Alexander Sokurow seine Tetralogie über die Beschaffenheit der Macht (die ersten drei Filme behandelten Adolf Hitler in „Moloch“, Wladimir Lenin in „Taurus“ und Kaiser Hirohito in „Die Sonne“). Wobei Faust verglichen mit den anderen, real historischen, Figuren eher banal ist. Aber die Interpretation ist insbesondere aufgrund der Änderungen gegenüber dem Originaltext interessant, wenn etwa der Teufel als Wucherer dargestellt wird. Mephisto ist hier ein Kapitalist, der gar nicht mehr alle Seelen kaufen kann, sondern aufgrund der großen Nachfrage eine Warteliste eingeführt hat. Da übersteigt das Angebot deutlich die Nachfrage. Faust muss Mephisto geradezu immer weiter drängen, den Handel zu beschließen, um seine Ziele zu erreichen, die sich irgendwann rein auf das Wollüstige in Bezug auf Gretchen beschränken. Die Handlung des Filmes folgt in groben Zügen derjenige des Originalstoffes. Aber leider ist mit dem sprachlichen Genie von Goethe auch das Flüssige des Stoffes abhanden gekommen. Der Film ist ungleich sperriger geworden, findet aber immerhin gute filmische Bilder, etwa in dem Moment, wenn sich Faust und Gretchen verlieben und die Überbelichtung beide wie Engel erscheinen lässt. Auch Verzerrungen werden gerne angewandt, indem etwa auf einmal ein anderes Bildformat verwendet wird. Leider, leider, lässt Sokurow aber dann die Darsteller auf eine sehr unfilmische Art und Weise agieren. Ausnahmslos übertragen die Darsteller ein theaterhaftes Agieren auf den Bildschirm. Und es fällt vor allem stark auf und ist sehr störend. Dieser Kontrast und das Übertreiben, das unfilmische Agieren, nerven auf Dauer ziemlich. Immerhin ist das Dekor aber sehr gelungen. So ganz sind die vielen Vorschusslorbeeren in Bezug auf den Film also nicht nachvollziehbar. Immerhin hatte der Film 2011 den Goldenen Löwen der Filmfestspiele in Venedig gewonnen und Darren Aronofsky bezeichnet in seiner Laudatio „Faust“ als einen der Filme, die das Leben des Zuschauers für immer verändern können. Hmja, eher nicht.

Der Ton ist etwas leise, aber das Bild ist gut. Die Extras sind okay, aber nicht berauschend. Das Interview ist dem Regisseur ist gut, wenngleich man wahrlich nicht immer seiner Meinung sein muss. Das Behind the Scenes ist sehr gelungen, da auch gezeigt wird, wie die beeindruckenden Kulissen gebaut werden. Dann gibt es natürlich noch den Trailer und eine Trailershow.

Den Vorschusslorbeeren wird der Film beileibe nicht gerecht. Dafür agieren die Darsteller in Reminiszenz an den Originalstoff viel zu theatralisch, was im Auge der Kamera nur übertreiben ist und stört. Gute Bilder und ein gelungenes Dekor machen diese Interpretation zwar zu einem optischen Genuss, ist aber insgesamt sperriger als der Originaltext.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment