Ephraim und das Lamm - DVD

DVD Start: 20.06.2016
FSK: ab 6 - Laufzeit: 90 min

Ephraim und das Lamm DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Als der 9-jährige Ephraim von seinem Vater zu Verwandten ins grüne Hochland Äthiopiens gebracht wird, um der Dürre zu entgehen, nimmt der Junge sein geliebtes Lamm Chuni mit. In der neuen Umgebung, zwischen verbotenen Wäldern und magischen Bergen, fühlt sich der Junge fremd und sehnt sich zurück nach Hause. Ephraim verfügt über eine heimliche Leidenschaft, das liebevolle Zubereiten köstlicher Speisen, mit denen er seine Tanten begeistert, aber von seinem Onkel für diese „Frauenarbeit“ nur Spott und Zorn erntet. Stattdessen soll er auf dem Feld helfen, was dem Jungen nicht liegt. In der rebellischen Tsion findet Ephraim eine Verbündete, die lieber Zeitung liest und über neue Ideen des Landbaus nachdenkt, als sich einen Ehemann zu suchen. Als sein Onkel will, dass Ephraim das Lamm für das anstehende Fest des Heiligen Kreuzes opfert, ist er entschlossen, seinen Gefährten zu retten und mit ihm in die Heimat zurückzukehren. Mit Verkäufen seiner kleinen Leckereien auf dem Markt will er das nötige Kleingeld für das Busticket verdienen. Doch als er es schon fast geschafft hat, muss Ephraim zu einer nicht ganz einfachen Erkenntnis kommen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: goodmovies / Neue Visionen
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Amharisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Booklet, Trailer

DVD und Blu-ray | Ephraim und das Lamm

DVD
Ephraim und das Lamm Ephraim und das Lamm
DVD Start:
20.06.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 90 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Ephraim und das Lamm

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 7/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


Herzschmerz, kulturelles Gesellschaftsportrait und imposante Naturaufnahmen – Das alles vereint das Drama „Ephraim und das Lamm“, das im Jahr 2015 seine Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes feierte. Als erster äthiopischer Film überhaupt schaffte er es dort in die Rubrik „Un Certain Regard“. Regisseur Yared Zeleke, der selbst in Äthiopien geboren wurde, gibt mit seinem ersten längeren Spielfilm Einblicke in das alltägliche Leben seiner Heimat und in die Geschichte eines Jungen, der zusammen mit seinem besten Freund, einem Lamm, seinen Weg nach Hause sucht. Ephraim und das Lamm SzenenbildEin Coming-of-Age-Film mit hohem Maß an erzählerischer Authentizität, der jedoch an Spannung und dramatischen Wendepunkten einbüßt.

Der 9-jährige Ephraim (Rediat Amare) und sein Vater Abraham (Indris Mohamed) leben allein in einem Dorf in Äthiopien. Als Andenken an seine tote Mutter bleibt Ephraim nur noch ein Lamm namens Chuni, das sie ihm nach ihrem Ableben hinterließ. Da Vater und Sohn sich allein nicht versorgen können, wird der Entschluss gefasst, sich vorerst zu trennen. Ephraim wird deshalb zusammen mit Chuni zu Verwandten in ein Bergdorf gebracht, während Abraham in die Stadt zieht, um Arbeit zu suchen. „Wenn der Regen fällt, werden wir uns wiedersehen“, verspricht er seinem Sohn. Ephraim aber leidet unter Trennung von seinem Vater. Unter seinen Verwandten, die ebenfalls unter ärmlichsten Bedingungen ihr Leben fristen, fühlt er sich nicht wohl. Besonders mit Solomon (Surafel Teka), dem strengen und konservativen Cousin Abrahams und Hausherrn der neuen Familie, gibt es immer wieder Konflikte. Denn statt wie andere Jungen draußen bei der Feldarbeit zu helfen, gehen Ephraims Interessen und Talente in eine ganz andere Richtung: Dem Kochen. Ephraim und das Lamm SzenenbildAls der empfindsame Junge sich unter die Frauen mischt und zarte Versuche macht, bei der Zubereitung von Speisen zu helfen, ist der Ärger mit Solomon vorprogrammiert. Einzig mit der unverheirateten Tsion (Kidist Siyum) freundet sich Ephraim nach und nach an, die ebenfalls unter den starren Rollenbildern der christlichen Familie leidet. Als Solomon von Ephraim verlangt, sein Lamm zum Fest der Kreuzerhöhung zu opfern um damit seine Männlichkeit unter Beweis zu stellen, wird Tsion zur wichtigsten Komplizin Ephraims, um Chuni vor der drohenden Schlachtung zu bewahren. Mit mehr Verzweiflung als Verstand versucht Ephraim alles, um mit Chuni in sein altes Heimatdorf zurückzukehren und obgleich er seinem Ziel nahekommt, wird es am Ende von einer bitteren Erkenntnis überschattet.

„Ephraim und das Lamm“ ist eine gefühlvolle und authentische Erzählung mit einer so einfachen wie mitreißenden Basisgeschichte. Ein Junge, der sich entgegen aller gesellschaftlichen Konventionen für ein Lamm aufopfert und damit den Abschied von seiner toten Mutter verarbeitet, begibt sich auf eine beinahe hoffnungslose Reise, bei der die schwierigen Bedingungen des äthiopischen Bauernlebens zum Vorschein kommen. Während die Kamera mit märchenhaften Naturaufnahmen, leuchtenden Farben und ästhetischen Gesichtern punktet, fehlt es an der nötigen Spannung innerhalb der Geschichte selbst. Ephraim und das Lamm SzenenbildZwar zeichnet der Film ansatzweise den Wandel zwischen Vergangenheit und Zukunft eines eher unbekannten Landes, doch manifestiert sich dies lediglich in der Figur Tsions, die statt zu heiraten lieber studieren möchte. Dagegen bleiben die anderen Figurenrollen eher schemenhaft, was zwar der Authentizität dient, jedoch nicht der gewünschten Überraschung im Film. Mit einer atemberaubenden Kulisse, einnehmenden Schauspielern und interessanten Einblicken in eine fremde Kultur und Gesellschaft, überzeugt „Ephraim und das Lamm“ jedoch auch ohne überraschende Wendepunkte. Die Geschichte vom liebevollen Ephraim berührt auf ihre Weise und hält das Versprechen vom Regisseur Zeleke: „Die Sprache von Gefühlen können wir nachempfinden und uns darauf einlassen, auch über geografische, geschichtliche und kulturelle Grenzen hinweg. Somit ist Ephraim und das Lamm nicht nur meine Geschichte, sondern kann die Geschichte eines jeden sein.“


Fazit:
Gefühlvolles Drama, das auf authentische Weise Einblicke in ein fremdes Land gibt und auch trotz fehlender Spannung erzählerisch überzeugt.

by Swenja Lohrengel
Bilder © goodmovies / Neue Visionen