El Club - DVD

DVD Start: 15.04.2016
FSK: ab 16 - Laufzeit: 97 min

El Club DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

8,99 € jetzt kaufen
8,99 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD zum Film

Inhalt

Ein abgelegenes Haus in einem kleinen Ort an der stürmischen chilenischen Nordküste. Hier leben Padre Vidal, Padre Ortega, Padre Silva und Padre Ramírez – doch sie sind nicht freiwillig hier. Man hat sie hierher geschickt, damit sie für Verfehlungen aus ihrer Vergangenheit büßen, abgeschieden von der Welt und weltlicher Verfolgung. Sie scheinen nach strengen Hausregeln zu leben, umsorgt und beaufsichtigt von der gefährlich sanften Schwester Mónica. Die Ankunft eines neuen Mitbewohners durchbricht jäh das fragile Gleichgewicht ihrer täglichen Routine. Denn Padre Matías bringt die Vergangenheit mit, die sie hinter sich gelassen zu haben glaubten.

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: goodmovies / Piffl
Tonformate:
Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Spanisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Interview mit dem Regisseur
Pressekonferenzen bei der Berlinale

DVD und Blu-ray | El Club

DVD
El Club El Club
DVD Start:
15.04.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 97 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - El Club

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 8/10


Exil für Priester
Ein Klub definiert sich darüber das er einen isolierten Raum darstellt. Meist sind in ihm exklusive Mitglieder durch gemeinsame Interessen gebunden. Abhängig von dem Club sind mit ihm auch Regeln verbunden die sich meist durch die gemeinsame Zielsetzung ergeben. Dieses führt aber auch dazu, dass sich in diesem Zirkel vieles im Kreise drehen kann und sich die Welt des Klubs zunehmend um sich selber dreht und die Außenwelt ausgeschlossen wird. El Club SzenenbildMit diesen Gedanken im Hintergrund ist der Titel des argentinischen Spielfilmes „El Club“ zu verstehen. Schon die Eingangssequenz passt wunderschön dazu. Man sieht im Gegenlicht einen Mann am Strand, der sich um sich selber dreht und ein Spielzeug umherschwingt. Ein Hund versucht dieses zu fangen und dreht immer wieder einen Kreis um den Mann und verursacht dadurch einen kleinen Graben im Sand des Strandes. Man dreht sich in der Tat um sich selber. Man befindet sich in einer, auf den ersten Blick sinnlosen, ganz eigenen Welt. Kurz danach erfährt man, dass dieser Mann zusammen mit anderen in einer Art Wohngemeinschaft lebt und von einer Haushälterin versorgt werden. Die Männer haben ihre Routine und leben abgeschottet von dem Rest des Dorfes und nehmen nur passiv an den Geschehnissen teil. Erst als ein neuer Mitbewohner auftaucht wird dem Zuschauer klar, dass es sich bei den Männern allesamt um katholische Priester handelt, die nicht mehr in Gemeinden arbeiten dürfen. Das Wohnhaus ist eine Art Exil und als Stätte der Besinnung, Demut und Reue gedacht. Die Symbolik des abgeschotteten Zirkels ist nun überdeutlich, auch das man sich um sich selber dreht. Denn die Dorfgemeinschaft findet ohne die Priester statt. Doch mit dem neuen Mann kommt auch ein ehemaliges Opfer in die Stadt und konfrontiert die Wohngemeinschaft mit ihren Sünden. Dadurch droht alles aufzubrechen. Was die Männer nicht hinnehmen wollen und es droht alles zu eskalieren. Es ist angesichts der Thematik schon erstaunlich, dass kaum aufdringliche Symbolik zu finden ist. Weniger feinfühlige Regisseure hätten hier reihenweise kirchliche Symbole eingebaut, was allerdings eine Botschaft mit dem Holzhammer gewesen wäre. Ja, es geht um sexuellen Missbrauch, Homosexualität und Verbrechen, wobei auch die argentinische Geschichte eine Rolle spielt. Dennoch ist Symbolik natürlich zu finden wie etwa die Fußwaschung bei dem Opfer was auch von dem Priester als Wiedergutmachung bezweckt ist. Und das die Priester einen Windhund trainieren, weil er als einziges eine Dynamik und Geschwindigkeit in dem eintönigen Dasein erfüllt, ist natürlich alles andere als Zufall. El Club SzenenbildIn einem Mikrokosmos wird hier verdeutlicht, wie die Kirche das Paradox lebt die ihren zu beschützen, auch bei den schlimmsten Verfehlungen, und sich gleichzeitig anderer anzunehmen. Dabei gelingt es „El Club“ kraftvoll und erschütternd zu sein, ohne allzu moralisch zu werden. Was auch dem exzellenten Spiel der Darsteller geschuldet, die allesamt sehr ausdrucksstarke Gesichter besitzen. Stark.

Der Ton als auch das Bild sind sehr gut und die Extras sind durchaus interessant wenngleich auch sehr interviewlastig. So gibt es neben einem Interview mit dem Regisseur auch noch Pressekonferenzen bei der Berlinale, bei der „El Club“ einen der wichtigen Preise gewinnen konnte.


Fazit:
Ein kraftvolles Drama mit unaufdringlicher aber treffender Symbolik. Gut gespielt, spannend und viele Bezugnahmen auf reale Skandale. Stark.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © goodmovies / Piffl