Eine offene Rechnung - DVD

DVD Start: 26.01.2012
FSK: ab 16 - Laufzeit: 109 min

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Inhalt

1997 beginnt die packende Geschichte der drei ehemaligen Mossad-Agenten Rachel, Stefan und David (Helen Mirren, Tom Wilkinson und Ciaran Hinds), die drei Jahrzehnte zuvor bei einem Einsatz in Ostberlin zu Helden wurden. Doch auf einmal droht diese Legende zusammenzubrechen und damit könnten sie all das verlieren, was sie beruflich erreicht haben, aber auch ihren Ruhm und nicht zuletzt die Hochachtung von Rachels Tochter, die sogar ein Buch über die Heldentaten ihrer Mutter geschrieben hat. Eingeholt von der Wahrheit und den Lügen ihres Lebens durchleben die drei noch einmal den brandgefährlichen Undercover-Auftrag, der ihren weiteren Weg bis heute bestimmt hat. 1966 wurden Rachel, Stefan und David (Jessica Chastain, Marton Csokas und Sam Worthington) auf eine Mission nach Ostberlin geschickt, um den berüchtigten Naziverbrecher Vogel (Jesper Christensen) zu stellen, aber der riskante Einsatz verläuft alles andere als geplant. Nun muss Rachel über 30 Jahre später zu Ende bringen, was damals begann ...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1
Französich (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
D, GB, F, NL, TR
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Audiokommentar von Regisseur John Madden und Produzent Kris Thykier
- Einblick in EINE OFFENE RECHNUNG
- Die Berlin-Affäre: Das Dreieck im Zentrum von EINE OFFENE RECHNUNG

Video on demand - Eine offene Rechnung

DVD und Blu-ray | Eine offene Rechnung

DVD
Eine offene Rechnung Eine offene Rechnung
DVD Start:
26.01.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 109 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Eine offene Rechnung Eine offene Rechnung
Blu-ray Start:
26.01.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 113 min.

DVD Kritik - Eine offene Rechnung

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 8/10


Langer Arm der Vergangenheit
„Eine offene Rechnung“ ist ein recht vielschichtiger Film, der gleich mehrere Themen in sich vereint und diese zu einem runden Ganzen verbinden kann. Das Remake eines israelischen Filmes, der international nicht gerade Aufmerksamkeit erlangt hatte, bietet vor allem eine interessante Studie über den Einfluss der Vergangenheit. Aber auch Fans des Agentenfilmes und der Liebesgeschichte kommen auf ihre Kosten. Drei israelische Mossadagenten haben in den sechziger Jahren den Auftrag einen ehemaligen KZ-Chirurgen (für den Mengele Pate stand) aus Ost-Berlin zu entführen, um ihm in Israel den Prozess machen zu können (also ähnlich wie es mit Eichmann geschehen ist). Die Entführung gelingt, aber die Flucht misslingt und nun sitzen die drei mit ihrem Opfer in einer Wohnung fest. Soweit hätte man die Spionagegeschichte, die durchaus spannend und actionreich gefilmt worden ist. Besonders die geplante Fluchtaktion dürfte manche an den Fingernägeln kauen lassen. Die Liebesgeschichte kommt besonders in den folgenden Szenen zum Tragen. Einer der Agenten ist eine junge Frau, die sich in den Kollegen verliebt. Da dieser aber abweisend ist, erliegt sie den Avancen des anderen männlichen Kollegen. Aufgrund der Anspannung wegen der gescheiterten Flucht und des Hasses gegenüber dem alten Nazi drohen auch die Gefühle untereinander zu eskalieren. Somit ist geschickt und folgerichtig das Spionagesujet mit einem Liebesdrama verbunden. Beide Elemente spielen auch den ganzen Film über eine wichtige Rolle. Die Emotionen der Figuren ändern sich natürlich im Laufe der Jahre und das Geschehen in Ost-Berlin prägt das ganze Leben der Beteiligten. Als die drei Agenten nämlich zurück nach Hause kommen, erzählen sie, dass sie den KZ-Arzt erschossen haben. In Wirklichkeit konnte er aber fliehen und ist unauffindbar. Dreißig Jahre später ergibt sich eine Spur und das Lügengebilde droht einzustürzen. Besonders am Anfang sind die zeitlichen Ebenen geschickt verwoben und manche Szenen ergeben erst im späteren Laufe der Handlung einen Sinn. Die nicht streng chronologisch erzählte Handlung, die zudem noch Variationen des Geschehens liefert, passt aber zu dem Inhalt: die Vergangenheit ist zentrales Element der Gegenwart und damit auch der Zukunft. Insofern hat die Vergangenheit einen sehr langen Arm. Das liegt natürlich an den Folgen des „Dritten Reiches“ und dessen Bedeutung für Israel. Abseits des emotionalen Dramas einer Dreierbeziehung und der Spannung des Kriminalfalles spielt die Instrumentalisierung der Vergangenheit eine Rolle. Selbstverständlich ist die Erfahrung des Holocausts von Seiten der Überlebenden bestimmend für den Rest des Lebens aber auch für den gesamten Staat Israel. Die einzelnen Agenten wollen auch persönliche Rache, instrumentalisieren aber auch die Vergangenheit. Vor allem der Agent Stephan nutzt die Entführung später für eine politische Karriere, wohingegen David mit der Lüge nicht leben kann. Davids einziges Lebensziel ist die Jagd auf Nazis und diese zerfrisst ihn und zerstört sein Leben. Rachel steht zwischen den Stühlen dieser beiden Positionen, welches ihr nicht erlaubt, sich selbst zu finden oder zur Ruhe zu kommen. Insofern kann man alle drei Personen als eine gesellschaftliche Herangehensweise an die Vergangenheitsbewältigung sehen. Es wird aber auch deutlich, dass man die Vergangenheit nicht bedingungslos instrumentalisieren sollte. Denn die Opfer verlangen nach der Wahrheit. Die Unentrinnbarkeit der Vergangenheit und die damit entstehende schicksalshafte Einheit von Opfern und Tätern ist besonders beim Schluss des Filmes sehr gelungen, bei dem ein gutes Bild dafür gefunden wird. Und nicht zuletzt sind es die ausnahmslos hervorragend agierenden Darsteller, die den Film für alle immer noch Unentschlossenen sehenswert machen. Allen voran Helen Mirren, aber auch Tom Wilkinson, Sam Worthington, Ciaran Hindis, Jessica Chastain und Marton Csokas spielen glaubhaft und überzeugend. Und vor Jesper Christensen als alter KZ-Arzt kann man wirklich Angst bekommen.

Das Bild und der Ton sind gut. Die Extras hingegen können nicht gerade punkten. Der Audiokommentar des Regisseurs John Madden und des Produzenten Kris Thyker ist zwar gut, greift aber manchmal inhaltlich vor. Die beiden Specials sind dann nichts anderes als Trailer mit Interviewschnipseln und legen den Fokus auf zwei verschiedene Inhaltsebenen, nämlich einerseits die Agentenstory und andererseits die Liebesgeschichte, um sichtlich ein breites Publikum zu locken. Wenn man den Film gesehen hat, sind diese Specials schlicht nichtssagend und überflüssig.

Ein vielschichtiger, berührender, spannender Film mit einem intelligenten Subtext. So welche Perlen sind recht selten und verdienen allemal, dass man sie ansieht. Die sehr geschickte Erzählstruktur und die hervorragenden Darsteller machen den Film zusätzlich zu einem Muss.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universal Pictures