Eine dunkle Begierde - DVD

DVD Start: 14.06.2012
FSK: ab 16 - Laufzeit: 96 min

Eine dunkle Begierde DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

In einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels treffen die beiden wichtigsten Analytiker der menschlichen Psyche aufeinander: C.G. Jung (Michael Fassbender) und Sigmund Freud (Viggo Mortensen) arbeiten an bahn brechenden Erkenntnissen, die das moderne Denken revolutionieren sollen. Als die verführerische Sabina Spielrein (Keira Knightley) auftaucht, geraten sie an ihre Grenzen...
In seine Klinik in Zürich eingeliefert, ist Sabina für Jung nicht nur eine psychisch labile Patientin von vielen. Der geheimnisvollen Anziehungskraft seines Studienobjekts kann er sich nicht entziehen und eine leidenschaftliche Affäre beginnt. Als diese jäh endet, flüchtet Sabina zu Jungs Mentor Sigmund Freud nach Wien, der sich ihrer Faszination ebenso wenig entziehen kann. Er nimmt sie bei sich aus und bildet sie zur Analytikerin aus. So wird Sabina Spielrein letztlich zur Muse beider.
In dieser fatalen Dreiecksbeziehung verschwimmen die Grenzen ihrer Wissenschaft in einem Strudel aus geheimen Sehnsüchten, tief verwurzelten Ängsten und unterdrückter Begierde. In einem Machtkampf intellektueller Eitelkeiten werden aus einstigen Freunden erbitterte Gegenspieler.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Interviews mit Stab und Besetzung

DVD und Blu-ray | Eine dunkle Begierde

DVD
Eine dunkle Begierde Eine dunkle Begierde
DVD Start:
14.06.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 96 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Eine dunkle Begierde Eine dunkle Begierde
Blu-ray Start:
14.06.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 99 min.

DVD Kritik - Eine dunkle Begierde

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 10/10
Ton: | 7/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


Psychoanalyse im Dreieck
Wer die Filme von David Cronenberg kennt, dürfte zunächst ziemlich überrascht sein, dass sich der Meister des Absonderlichen mit den Begründern der Psychoanalyse und einer Liebesgeschichte beschäftigt. Thematisch hat das nun wahrlich nichts mit seinen verstörenden und teilweisen brutalen Filmen zu tun wie „Crash“, „Tödliche Versprechen“, „Shivers“, „Rabid“, „Videodrome“, „Existenz“ und „A History of Violence“. Scheinbar. Bei näherer Betrachtung nämlich ist es nicht verwunderlich, dass dieser Stoff Cronenberg geradezu magisch anzog. Schließlich gibt es in jedem Film des Kanadiers einen klaren, kalten medizinisch sezierenden Blick auf die Psyche der Menschen und wie diese auf die Körper Einfluss ausübt. Seien es die Verkörperungen der Wut in „Die Brut“ oder in „Shivers“ die phallischen Organismen, welche bei den Befallenen Perversionen auslösen oder die Sehnsucht nach Versehrung in „Crash“. Eine Geisteshaltung verändert den Körper und das ist einer der roten Fäden in dem Werk von Cronenberg. So liegt es also ziemlich nahe, dass er sich mit den Psychoanalytikern Freud und Jung beschäftigt, denn diese gehörten mit zu den ersten, die erkannten, dass ein kranker Geist auch einen kranken Körper erschafft. „Eine dunkle Begierde“, dessen Originaltitel „A Dangerous Method“ sehr viel besser passt, da er keinen erotischen Thriller oder gar Horrorfilm suggeriert, ist dabei filmisch erstaunlich brav ausgefallen. Alles wirkt ziemlich theaterhaft und jeder Raum wie eine separate Bühne. Es gibt kaum Bewegung und somit ist das alles sehr viel mehr ein Kammerspiel als eine dynamische Konfliktsituation. Dazu gehört auch, dass der Film sehr dialoglastig ausgefallen ist (hey, es geht um die Psychoanalyse und da wird auch viel geredet). Aber auch die Kamera agiert mit wenig Bewegung und ist somit nicht nur sehr statisch, sondern es gibt auch erstaunlich wenig Bildsymbolik. Wobei einerseits Cronenberg hier nicht die Möglichkeit dazu hatte, da er die historische Genauigkeit beachten musste. Andererseits wollte er bei dem Thema scheinbar auch nicht in eine psychoanalytisch angelegte Symbolfalle treten. Das alles macht den Film nicht schlecht, sondern nur erstaunlich brav und langsam. Aber er gewinnt seine Stärke von den Darstellern, die ausnahmslos hervorragend agieren. Keira Knightley spielt sich die Seele aus dem Leib, wobei die Darstellungen von Michael Fassbender und Viggo Mortensen im Vergleich angenehm zurückhaltend sind. Vor allem die subtilen Nuancen und kleinen aber kontrollierten Bewegungen von Viggo Mortensen geben seiner Darstellung von Freud eine enorme Tiefe. Aber auch Vincent Cassel überzeugt wieder auf ganzer Linie. Für Zuschauer die sich in der Psychoanalyse nicht so genau auskennen, dürfte vieles relativ schwer einzuordnen sein und auch die kulturhistorische Leistung kommt nicht sonderlich hervor. Man mag von der Psychoanalyse halten was man will: kultur- und sozialhistorisch gesehen war sie eine Revolution, die wirklich jeden Bereich des menschlichen Zusammenlebens verändert hat. Leider wird das alles häufig nur angedeutet und auch die starren Sozialgefüge der damaligen Gesellschaft kommen nur in Gesprächen am Rande vor. Hier räumt Cronenberg der verbotenen (historisch verbürgten) Liebe zwischen Arzt und Patientin etwas zu viel Raum ein. Allerdings ist das nicht nur dramaturgisch notwendig, da so immerhin ein Spannungsbogen entstehen kann, sondern so können aufgrund einer Liebesgeschichte auch mehr Menschen in das Kino oder vor den Bildschirm gelockt werden. So ganz wollen sich die zwei inhaltlichen Ebenen aber nicht zusammenfügen. Dabei ist die generelle Konstellation der drei Personen Freud, Jung und Spielrein ungemein spannend und macht den Film auf jeden Fall sehenswert, wenngleich er in den Hintergründen ungenau und filmisch für einen Cronenberg etwas enttäuschend ist. Aber die herausragenden Darsteller machen den Film zu einer wahren Freude.

Das Bild ist schön klar und scharf und auch der Ton ist gut, wobei er nicht so viel Möglichkeit zum glänzen hat. Als Extra gibt es leider nur Interviews mit Cast und Crew. Das ist nicht gerade viel, aber abgesehen von dem PR-üblichen gegenseitigen Lob gibt es durchaus einige sehr interessante Aspekte über die historischen Zusammenhänge und die Herangehensweisen der Darsteller.

So ganz wollen sich die zwei inhaltlichen Ebenen nicht zusammenfügen und auch manche historischen Hintergründe werden nur angerissen, da aufgrund der Vermarktung eine Liebesgeschichte im Zentrum stehen muss. Für einen Cronenberg ist der Film auch bildsprachlich erstaunlich brav, aber immerhin wird das alles durch die erstklassigen Darstellungen der Schauspieler wett gemacht.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universal Pictures