Eine Geschichte von Liebe und Finsternis - DVD

DVD Start: 23.03.2017
FSK: ab 12 - Laufzeit: 91 min

Eine Geschichte von Liebe und Finsternis DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

12,99 € jetzt kaufen
8,99 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD und Blu-ray zum Film

Inhalt

Amos (Amir Tessler) wächst in den 1940er-Jahren in Jerusalem auf, wo die aus Europa vertriebenen Juden auf einen israelischen Staat hoffen, der ihre rechtmäßige Heimat werden soll. Von diesem gelobten Land träumen auch Amos' Eltern: seine fantasievolle Mutter Fania (Natalie Portman) und sein intellektueller Vater Arieh (Gilad Kahana). Der Bibliothekar hat gerade sein erstes Buch über hebräische Literatur veröffentlicht und hält seinem zehnjährigen Sohn gern Vorträge über Sprachwissenschaft. Die schönsten Geschichten erzählt aber seine Mutter. Geschichten von früher, von ihrer Familie und ihrem Zuhause in Polen, aber auch Gleichnisse. Arieh, der Akademiker, nimmt sie nicht ernst. Doch der einfühlsame Amos ist fasziniert, gerade weil er oft nicht weiß, ob Fanias Geschichten wahr sind und was sie bedeuten. Er ist der einzige Lichtblick im zu engen Leben der Mutter. Aber auch er kann sie nicht vor der Finsternis bewahren, die sie umfängt: Fania wird immer schwermütiger und teilnahmsloser. Kein Arzt kann helfen. Welche Zukunft hat Amos, wenn seine geliebte Mutter ihm keine Geschichten mehr erzählt?

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Hebräisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Featurette, Trailer


DVD und Blu-ray | Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

DVD
Eine Geschichte von Liebe und Finsternis Eine Geschichte von Liebe und Finsternis
DVD Start:
23.03.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 91 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Eine Geschichte von Liebe und Finsternis Eine Geschichte von Liebe und Finsternis
Blu-ray Start:
23.03.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 95 min.

DVD Kritik - Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Ideale Träume
Natalie Portman braucht eigentlich nicht mehr vorgestellt zu werden. Die gebürtige Israelin überzeugte schon als Kind in dem Film „Leon der Profi“ und verzauberte seitdem immer wieder das Publikum. Nicht nur ist sie nie in der Versenkung verschwunden wie andere Kinderstars, sondern zeigte eindrucksvoll, dass ihr Schauspiel keine Eintagsfliege war, sondern immer besser wurde. Eine Geschichte von Liebe und Finsternis SzenenbildNicht zuletzt durch den Oscar für „Black Swan“ dürfte sie jeden möglichen Kritiker zum Verstummen gebracht haben. Mit der Literaturverfilmung „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ legt sie nun ihr Regiedebüt vor. Nun ist es ja nicht gerade selten, dass Schauspieler sich auch mal an die Regie wagen. Aber selten entpuppte sich da ein Genie wie Clint Eastwood. Meist sind es Herzensprojekte welche die Stars die Seiten wechseln lassen. Das kann man Portman hier durchaus unterstellen.

Portman wurde in Jerusalem geboren und so ist es weder ein Wunder das ihr Film hauptsächlich in der Stadt spielt noch das sie einen Roman von einem der wichtigsten und bekanntesten Romanautoren Israels, nämlich Amos Oz, als Grundlagre genommen hat. Wenn das Drehbuch nicht originär ist, sondern eine Adaption, schafft es eine solide Grundlage und ist eigentlich ein Standbein der Sicherheit. Doch Portman macht es sich nicht bequem, sondern hat das Drehbuch selber geschrieben. Und dabei die fast schon unauflösbare Aufgabe gehabt, einen Roman von 800 Seiten Umfang auf eine Filmdauer von knapp 91 Minuten zu verdichten. Eine Aufgabe also, die eigentlich eine erfahrene Drehbuchautorin und Regisseurin benötigt hätte. Aber Portman gelingt das Kunststück. Um es kurz und knapp zu sagen: Portman entpuppt sich als eine begnadete Regisseurin. In einem Film kann man Szenen und psychologische Elemente nicht so ausführlich schildern wie in einem Roman. Dafür braucht es starke Bilder die auch einen Symbolgehalt besitzen und prägnante Szenen welche die Essenz vielschichtiger Ebenen miteinander vereinen. Jedenfalls wenn man keine Aussage des Buches verlieren will. Portman gelingt das. In wenigen Szenen können komplexe Ereignisse verdichtet werden und die Symbolik etwa wenn ein jüdisches und ein arabisches Kind in einem Garten spielen ist besonders stark. Der Junge, Amos, spielt der jungen Araberin Tarzan vor und klettert in einen Baum, wo er an Ketten zerrt an denen eine Schaukel aufgehängt ist. Sein Tarzanspiel, um sich von den Ketten zu befreien, ist natürlich die Situation des ganzen jüdischen Volkes, welches gerade, der Film spielt in den 1940er Jahren, seine Ketten abwirft und einen Staat bildet. Die Ketten reißen in der Tat und die Schaukel fällt herunter, wobei sie den kleinen Bruder der Araberin verletzt. Die Bildung des israelischen Staates verletzte die Araber und allein in dieser Szene wurde der ganze, bis heute andauernde, Grundkonflikt zusammengefasst. Dabei erfüllte sich mit der Staatenbildung ein Traum. Doch ein Traum ist immer ein Ideal. So kann man enttäuscht sein, wenn der Traum real wird. Entweder weil die Realität nicht dem entspricht was man sich vorgestellt hatte oder weil einem das Lebensziel genommen wird. Eine Geschichte von Liebe und Finsternis SzenenbildSo gibt es hier auf der anderen Seite die depressiv werdende Mutter von Amos, welche von Portman selber eindrucksvoll gespielt wird und langsam an ihren Träumen zerbricht. Man ist von der ersten Szene an in diesem Film gefangen. Es ist einfach alles geglückt: die Darstellung, die Symbolik, die Regie und auch die Emotionen übertragen sich auf den Zuschauer. Natürlich kann angesichts des Inhalts, es handelt sich ja vorwiegend um eine Entwicklungsgeschichte, keine stringente Dramaturgie aufweisen und so ist es auch etwas episodenhaft ausgefallen, aber mit Natalie Portman hat eine wunderbare Regisseurin ihr Debüt gegeben von der man gerne bald noch mehr sehen will. Chapeau.

Das Bild als auch der Ton sind sehr gut. Neben dem Trailer und einer Bildergalerie gibt es noch ein Making Of welches durchaus interessant ist. Portman lobt sich nicht nur und ihre Darsteller, sondern gibt durchaus Einblicke in den Entstehungsprozess und man kann Impressionen vom Dreh bekommen.


Fazit:
Ein sehr gelungenes Regiedebüt bei dem vor allem die kraftvollen und symbolhaften Szenen und Bilder überzeugen. Aber auch die Darsteller sind ausnahmslos begnadet und können die Dramatik der Ereignisse glaubhaft und emotional verkörper

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Koch Media