Ein Wiedersehen mit Cary Grant - DVD

DVD Start: 19.08.2010
FSK: ab 12 - Laufzeit: 189 min

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Inhalt

Der Gentleman des Kinos möchte in EIN HAUCH VON NERZ die bezaubernde Doris Day mit einer Reise auf die Bermudas verführen.
In dem spannenden Hitchcock-Thriller VERDACHT hat Grants Filmpartnerin Joan Fontaine allerdings das Gefühl, dass ihr Mann sie ermorden will.

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DVD Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: Kinowelt Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Mono DD)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
In dieser Box:
Ein Hauch von Nerz
Verdacht

Video on demand - Ein Wiedersehen mit Cary Grant

DVD und Blu-ray | Ein Wiedersehen mit Cary Grant

DVD
Ein Wiedersehen mit Cary Grant Ein Wiedersehen mit Cary Grant
DVD Start:
19.08.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 189 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Ein Wiedersehen mit Cary Grant

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 6/10


Klassiker neu aufgelegt
Mit „Ein Wiedersehen mit Cary Grant“ kommen zwei Klassiker mit dem beliebten englischen Schauspieler neu auf DVD heraus. Das ist zum einen „Ein Hauch von Nerz“ von 1962 und „Verdacht“ aus dem Jahre 1941 und unter der Regie von Alfred Hitchcock.

„Ein Hauch von Nerz“ ist ein Beispiel dafür, dass auch ein recht schlechter Film zu einem Klassiker werden kann. Cary Grant wirkt fast den ganzen Film über irgendwie müde. Als ob er sich nicht daran könne in welchem Film er gerade spielt oder vielleicht mag er sich auch während der Dialoge gefragt haben, die wievielte Komödie nach demselben Strickmuster er gerade abreißt. Doris Day hat zudem gerade mal die erotische Ausstrahlung eines Apfelkuchens. Eine Mutter, bei der sich man fragt, wo die vielen Kinder herkommen mögen, da man sich Sex mit ihr wahrlich nicht vorstellen kann. Sie wirkt sehr aseptisch und mehr wie eine Gouvernante, die mehr Leidenschaft für das Kochen und Backen aufbringt denn für Frivolitäten. Aber gerade in diesem Film kommen so manche Frivolitäten vor und er strotzt geradezu vor sexuellen Anspielungen, die zu seiner Entstehungszeit schon sehr gewagt waren. Gerade die doppeldeutigen Dialoge, auch in Bezug auf Homosexualität, machen den Film zu einem Klassiker. Auch wenn gute Regieeinfälle Mangelware sind. Dafür gibt es aber einige herrliche Szenen, wie zum Beispiel die Verwendung des Bettes an unmöglichen Orten oder die Szenen am Pool, wo sich die von ihren Frauen verbannten Männer treffen. Ein schöner Seitenhieb auf Rock Hudson bringt gerade Cineasten zum Lachen. Die knalligen Bonbonfarben beim Licht kommen auf der DVD besonders gut zur Geltung. Leider neigt Doris Day einmal mehr zur Übertreibung und rollt mit den Augen und wirft theatralisch die Arme hoch.

Leider gibt es keine Extras und noch bedauerlicherweise auch kein Originalton.

Die Zusammenstellung auf der kleinen Box ist aber recht gut gewählt. Nicht nur, dass es sich um zwei erfolgreiche Filme von Cary Grant handelt, sondern er kann auch seine Paraderollen als Komödiant, Charmeur und Lebemann zeigen, aber auch als vermeintlicher Mörder glänzen und somit charakterliche Tiefe zeigen. Grant (1904 bis 1986) war elegant, witzig und galt als Charmeur mit typisch britischer Selbstironie. Doris Day hingegen war ein typischer Star ihrer Zeit. Sie spielte vornehmlich in standardisierten Sex-Komödien, die sich zwar alle auf das Thema konzentrierten, aber der Vollzug erst nach der Hochzeit denkbar war. Sie galt als Inkarnation der Sauber-Blondine und hatte ihre hohe Zeit im Kino Ende der 1950er Jahre. Nach 1968 drehte sie keinen Film mehr, weil sie einfach in den Zeiten des Umbruchs und der sexuellen Revolution nicht mehr in die Zeit passte. Das ist der Fluch, wenn sich ein Schauspieler auf bestimmte Typen festlegt: unangreifbare, saubere Weiblichkeit, die einen Mann durch Heirat zähmt.

Auch in „Verdacht“ hofft die Frau, diesmal die um einiges begabtere Joan Fontaine, den Mann zu zähmen. Erst die Lebenslust etwas zu dämpfen und dann ihn von der Spielsucht abzubringen. Leider kommt der Verdacht bei der Frau auf, dass ihr Mann sie ermorden will. Noch vor seinen großen Meisterwerken der späteren Jahre (was selbstverständlich nicht heißen soll, dass Hitchcock vorher keine geschaffen hat) benutzt Alfred Hitchcock hier das virtuose Spiel mit Genres und deren Wechseln in ein und demselben Film. „Verdacht“ fängt als Komödie an, geht in ein Melodram über und endet als Krimi. Besonders die hervorragende Kameraarbeit und der Lichteinsatz spielen hier eine große Rolle. Je stärker der Verdacht von Joan Fontaine wird, desto mehr Schatten wirft der Fensterrahmen und lässt das Hausinnere wie ein Gefängnis wirken. Und wer sich schon immer fragte, wie die berühmte Milchglasszene gedreht wurde: in der Milch befand sich eine Glühbirne. Da die Frau im Film manchmal etwas hysterisch wirkt, fragt man sich, ob der Film nicht auch ein Plädoyer für offene Kommunikation in der Ehe ist. Aber Cary Grant überzeugt in seiner vielschichtigen Rolle und man nimmt ihm nicht nur den Lebemann und Süchtigen, sondern auch den vermeintlichen Mörder ab. Dieser Klassiker gehört zu Recht in eine Edition zur Huldigung dieses Darstellers.

Leider gibt es sträflicherweise auch hier keine Extras und nicht mal den Originalton. Der Ton ist zudem manchmal etwas leise, das Bild aber altersabhängig gut.

Die Zusammenstellung der beiden Filme ist gut gewählt. Gerade „Verdacht“ ist vollkommen zu Recht ein Klassiker. Diese Edition wird es aber nicht, da absolut keine Extras und nicht mal der Originalton vorhanden sind.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Kinowelt Home Entertainment




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