Drive - DVD

DVD Start: 29.06.2012
FSK: ab 18 - Laufzeit: 96 min

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Inhalt

Tagsüber arbeitet Driver (RYAN GOSLING) als Stuntman für Hollywood. Reine Routine. Erst nachts erwacht der wortkarge Einzelgänger zu Leben, als Fahrer von Fluchtfahrzeugen bewaffneter Einbrüche. Keiner kann ihn schnappen, keiner kann ihm das Wasser reichen. Dann lernt der coole Driver seine neue Nachbarin Irene (CAREY MULLIGAN) kennen – und verliebt sich in die alleinerziehende Mutter. Als Irenes Ehemann Standard (OSCAR ISAAC) aus dem Knast entlassen wird, lässt sich Driver zu einem vermeintlich todsicheren Ding überreden: Mit dem erbeuteten Geld will Standard seine Schulden abbezahlen und Irene eine gesicherte Zukunft bieten. Doch alles geht schief. Die Jagd auf Driver und Irene ist eröffnet – wenn es ihm nicht sofort gelingt, den Spieß umzudrehen...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Laufzeit Bonusmaterial ca. 93 Minuten
- Trailer, Making of
- Interviews mit Cast & Crew
- B-Roll
- Featurettes ( I Drive, Under the Hood, Driver and Irene, Cut to the Chase)

DVD und Blu-ray | Drive

DVD
Drive Drive
DVD Start:
29.06.2012
FSK: 18 - Laufzeit: 96 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Drive Drive
Blu-ray Start:
29.06.2012
FSK: 18 - Laufzeit: 100 min.

DVD Kritik - Drive

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 9/10


Ziel und Tod
Ryan Gosling gehört nicht zuletzt nach seinen grandiosen Auftritten in „Blue Valentine“ und „The Ides of March“ zu den besten jungen Darstellern Hollywoods. Der 32-Jährige beweist aber in „Drive“, dass er nicht nur in ambitionierten Produktionen oder in Independentfilmen glänzen kann, sondern auch das Zeug zum Actionstar und gar zu Blockbustern hat. Es ist jedenfalls ganz großes Kino, wie Gosling mit einem Blick schon mehr sagt, als Quentin Tarantino in fünf Minuten. Allein sein Blick im Aufzug, nachdem er einen Mann getötet hat, ist ein wahrer Glanzpunkt darstellerischer Kunst. Ihm wird klar, wozu er fähig ist und was das für andere bedeutet, denn schließlich hat seine Liebe ihn beobachtet. Er wollte sie mit dem Mord beschützen und droht sie aber wegen seiner Gewaltbereitschaft doch zu verlieren. Alles das liegt in seinem Blick und so scheint die sich schließende Aufzugtür ein Fanal zu sein, welches das intime und verhaltende Band zwischen zwei Menschen durchschneidet. Jetzt könnte man meinen, dass der Film ganz Gosling gehört. Das stimmt zwar zum einen, aber trotz aller Action und Spannung werden nie die anderen Charaktere vergessen, die um den „Driver“ (zu keinem Zeitpunkt erfährt man den Namen der Hauptfigur) herum agieren. Und hier ist eine der großen Stärken des Drehbuches zu finden: alle, wirklich alle Figuren sind interessant und bis in die kleinsten Nebenrollen hervorragend besetzt. Nicht nur Carey Mulligan („Shame“) als zweite Hauptrolle, sondern auch Bryan Cranston („Breaking Bad“), Albert Brooks („Taxi Driver“), Ron Perlman („Hellboy“) und Christina Hendricks („Mad Men“) überzeugen und können ihren jeweiligen Figuren, und seien sie noch so klein, unvergessliche Momente abringen. Es ist schon an sich eine Seltenheit, dass ein Gangsterfilm so gut gespielt ist und ausnahmslos interessante Charaktere aufbietet. Nun kommt noch eine der besten Verfolgungsjagden der Filmgeschichte hinzu. Die zeigt, dass man nicht auf Effekte oder Tempo oder Länge setzen muss, sondern mit einem einfachen, aber nichtsdestotrotz genialen Kniff, dieses doch recht abgedroschene Filmelement wieder frisch beleben kann. Die Kamera verlässt während der Fahrt nie den Wagen der Hauptfigur und macht so ziemlich gut deutlich, wie es sich anfühlen mag, während einer Flucht im Auto zu sitzen und versinnbildlicht geradezu nebenbei, wie gut der „Driver“ als Fahrer ist. Hervorragend. Der Film wird zudem ziemlich geradlinig erzählt und ist von der Aussage her im Grunde so alt wie die allerersten Geschichten am Lagerfeuer. Da soll die erste halbe Stunde, die recht ruhig ausfällt, auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es gegen Ende ziemlich brutal wird. Der „Driver“ ist geradezu ein Archetypus, ein Held wider Willen und ein Mann, der keinerlei Ambitionen hat. Der Mann ist geradezu eine leere Fläche. Er hat keine Ziele, keine Wünsche, keine Vergangenheit, keine Pläne und interessiert sich nur für Autos und lebt nach seinem eigenen strengen Kodex. Wen den jemand verletzt, entwickelt er Initiative. Ansonsten lässt er sich treiben und nimmt im Grunde alles einfach hin. Sein häufigstes Wort ist „Okay“. Erst die Liebe zeigt ihm auf, dass mehr existiert und es durchaus etwas gibt, wofür es sich zu kämpfen lohnt. In dieser Hinsicht ist eben der archetypische Aspekt zu finden. Wie viele harte, starke, einsame, schweigende Helden entdeckten (nicht nur) in der Filmgeschichte gleichzeitig mit der Liebe ein soziales Verantwortungsgefühl wie etwa „Leon-Der Profi“. Die Sünden der Vergangenheit werden dadurch aber noch nicht abgebüßt, sondern nur durch ein Opfer. Insofern bietet „Drive“ eine Quintessenz des Gangsterfilmes und hätte ebenso thematisch zu den Glanzzeiten des Film Noir spielen können. Dem Regisseur Nicolas Winding Refn gelingt es auch in seiner zurückhaltenden Inszenierung eine Art Schwebezustand herzustellen, welche den Film ganz außergewöhnlich macht. Nicht nur weiß man manchmal nicht, ob es Tag oder Nacht ist, sondern dieses Schweben findet sich auch in den Charakteren, die manchmal nicht wissen was sie wollen oder ihr Ziel nur mit Mitteln erreichen können, die sie nicht anwenden wollen. Ein in jeder Hinsicht absolut empfehlenswerter Film.

Der Ton ist etwas leise ausgefallen, aber dafür ist das Bild richtig gut. Leider sind die Extras ziemlich werbelastig und schmälern so etwas das Vergnügen. Vor allem das Making Of ist ein überlanger Trailer, der schon fast die anderen Trailer obsolet macht. Die Interviews sind teilweise interessant, jedenfalls solange es über die Hintergründe geht. Besonders das Interview mit dem Regisseur lohnt sich. Merkwürdigerweise wurden allerdings die Fragen nicht mit aufgezeichnet und so braucht man manchmal etwas Zeit, bevor man weiß, wovon oder von wem der Mann gerade redet. Die Interviews mit den Darstellern sind dann leider manchmal etwas oberflächlich ausgefallen. Die B-Roll hat keine deutschen Untertitel und die Featurettes sind nur teilweise informativ und dienen sehr viel mehr als Appetitanreger für den Film. Es gibt insgesamt zwar recht viele Extras, aber die meisten sind leider die Zeit nicht wert.

Jetzt schon ein großer Klassiker, der in absolut allen Punkten ausnahmslos überzeugt. Eine archetypische Story, die hier verdichtet erzählt wird, fantastische Darsteller, interessante Figuren, Emotionen, Spannung, Gewalt, eine Verfolgungsjagd für die Filmgeschichte, grandioses Farb- und Lichtspiel und eine Art Schwebezustand, welche alle psychischen und emotionalen Aspekte sowie Tageszeiten betrifft.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universum Film