Django - Die Trilogie (Steelbook) - DVD

DVD Start: 10.01.2013
FSK: ab 18 - Laufzeit: 272 min

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Inhalt

Im Grenzstreifen zwischen Mexiko und den noch jungen USA führen zwei rivalisierende Verbrecherarmeen einen unerbittlichen Kampf – die roten Kapuzenmänner von Major Jackson und die Rebellen von General Rodríguez. Eines Tages erscheint ein wortkarger, zerlumpter Revolverheld in der Gegend, der einen Sarg hinter sich herschleppt. Sein Name ist Django und er ist bereit, sich mit beiden Seiten anzulegen …

In dieser Box:
Django
Django - Der Rächer
Djangos Rückkehr

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DVD Details

Medienanzahl: 3
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch DD Mono
Italienisch DD Mono
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: diverse
Bonusmaterial:
Dokumentation "Django the One and Only", Dokumentation "Franco Nero – Back in the Saddle", Filmografien, Interview mit Franco Nero, Trailer

DVD und Blu-ray | Django - Die Trilogie (Steelbook)

DVD
Django - Die Trilogie (Steelbook) Django - Die Trilogie (Steelbook)
DVD Start:
10.01.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 272 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Django - Die Trilogie (Steelbook)

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 7/10
Ton: | 9/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Für den geneigten Fan ist sicherlich eine der wichtigsten Fragen hier zuerst zu beantworten: ja, die Filme sind ungeschnitten! Aber so manche dürften verwundert sein, dass diese Box mit „Die Django-Trilogie“ betitelt ist. Schließlich gibt es Django-Filme wie Sand am Meer. Was allerdings sowohl mit der italienischen Eigenart zu tun hatte, einen erfolgreichen Titel gnadenlos auszubeuten als auch an der Eigenart der damaligen deutschen Verleihern, einen bekannten Namen auf alles Mögliche zu packen, um es besser zu vermarkten. Da war es oft völlig irrelevant, dass der Film oder der Held nichts mit dem Westernhelden Django zu tun hatte. Viele Westernhelden hießen auf einmal Django, die im Original einen ganz anderen Namen hatten. Immerhin wurde damit ein Mythos geschaffen. Warum sind hier also nur drei Filme vertreten? Ganz einfach: Franco Nero ist der erste und einzige wahre Django-Darsteller. Und er verkörperte die Rolle nur drei Mal (naja, eigentlich nur zwei Mal, doch dazu später mehr). Und eben diese drei Filme sind hier enthalten.

„Django“ selbst ist einer der wichtigsten, einflussreichsten und stilbildendsten Filme aller Zeiten. Nicht nur im Western. Schließlich war er einer der ersten absolut zynischen Streifen, der alle Mythen im Western gnadenlos unterminierte und die damaligen Grenzen der darstellbaren Gewalt bis zur Erträglichkeit ausreizte und sogar überschritt. Damit steht er in einer Dreierkonstellation mit „Eine Handvoll Dollar“ und „James Bond 007 jagt Dr. No“. Letzterer ist hier erwähnt, weil Bond einen unbewaffneten Mann kaltblütig erschießt (was in einigen deutschen Versionen fehlt) und dieses bis dato Tabu war. „Django“ gehört jedenfalls nicht nur zu einem der Geburtsfilme des Italo-Western (mit „Für eine Handvoll Dollar“; was so eigentlich nicht stimmt, da Italien schon lange vorher Western herstellte), sondern gab auch entscheidende Impulse für die kommenden Jahrzehnte. Es ist heute kaum noch vorstellbar, was damals „Django“ und sein Kollege „Für eine Handvoll Dollar“ für Schocks insbesondere bei dem amerikanischen Publikum auslöste. Das Clint Eastwood in „Dollar“ der bedrängten Frau nicht hilft, war dem John Wayne Publikum absolut unverständlich. Erst als Eastwood sich materiellen Gewinn verspricht, greift er ein. Ebenso Django. Erst als eine Frau von anderen Banditen gequält wird, auf die es Django eh abgesehen hat, rettet er sie. Aber das ist in Django ja nur der Anfang. Zu der damaligen Zeit gab es keinen Film mit mehr Leichen. Allein der Held tötet an die sechzig Personen in 90 Minuten Laufzeit. Was später, vermutlich, nur Stallone in „Rambo 3“ übertroffen hat. Allein die legendären Szenen mit dem Sarg dürfte damals für ein ungeheures Unbehagen gesorgt haben. Gewalttätigkeit bis hin zum Splatter, Zynismus und generelle Gemetzel sorgten in England etwa dafür, dass der Film 25 Jahre lang verboten war. Vordergründig ist die Geschichte jedenfalls ziemlich einfach. Aber der Film zeigt eine Welt die durch Rassismus in Elend gerät. Die Bande des Schurken ist ganz offensichtlich dem Ku-Klux-Klan nachempfunden und wenn man diesen Rassisten Spielraum gibt, versinkt die Zivilisation in Anarchie, Chaos, Kälte und Schlamm. Das Django gar nicht so abgebrüht ist, wie er vorgibt zu sein, zeigt sich in manchen Stellen. Nicht nur insofern das er am Ende seine Rache über den materiellen Gewinn stellt und das Übel letztendlich wirklich ausrotten will. Allein die Tatsache, dass er im Süden eine Uniformhose der Nordstaaten trägt, macht deutlich, dass er einst für Ideale, nämlich die Sklavenbefreiung, gekämpft hatte. Außerdem hatte er eine mexikanische Geliebte in einer Gegend die von Rassismus und ethnischen Konflikten durchtränkt ist. Django hat also durchaus Ideale und ist in gewissem Sinne modern. So wird teilweise die Fassade durchbrochen und der Charakter mit mehr Tiefe versehen. Manchmal kommen zwar Fehler vor (so ist auf einmal eine Person mehr im Bild zu sehen als in der Szene vorher und von Kugeln getroffene Banditen bluten nicht), aber der Film hat in all den Jahren absolut nichts an seiner Wucht, Kraft und Wut verloren. Ein absolutes Muss nicht nur für jeden Westernfan, sondern für alle Cineasten. Allein dieser Film in der ungekürzten Version macht die Box schon zu einem Pflichtkauf. „Django der Rächer“ hingegen ist direkt ein Beispiel für eine oben erwähnte Mogelpackung. Der Film war einer der ersten Western von Franco Nero nach dem Erfolg von „Django“. Also benannte man den Held kurzerhand um, um auf der Erfolgswelle schwimmen zu können. Im Original heißt der Held nämlich Mark Sullivan und nicht Django. Auch hatte Regisseur Sergio Corbucci nichts mehr mit dem Film zu tun. Auch sonst ist der Film in mancher Hinsicht ziemlich inkonsequent. Zumindest sind die Handlungen nicht sehr glaubwürdig und bei vielen Aktionen kann man nur ungläubig den Kopf schütteln. Immerhin gibt es viele gelungene Schießereien und einige Sadismen, die aber nicht konsequent umgesetzt sind und durch die bemüht dramatischen Zusätze in dem Film merkwürdig abgemildert werden, da so auch der Schurke einige, wenngleich wenige, positive Charakterzüge bekommt. Da wollte man wohl auf Teufel komm raus den Charakteren einige dringend benötigte Tiefe verleihen. Insgesamt ist der Film eher italienische Dutzendware wie sie für die Zeit typisch war. Da er sich oft nicht entscheiden kann, was er nun eigentlich will und das Drehbuch schlingert wie ein besoffenes Maultier, geht einiges am Vergnügen und vor allem an Spannung verloren. Immerhin ist hier gute Action geliefert worden, aber irgendwie hat man den Film auch schnell wieder vergessen. Da wäre mehr drin gewesen. Was auch für den letzten Film der Trilogie, „Djangos Rückkehr“ passt. Der Ansatz ist sehr gelungen, indem der gute alte Weste(r)n tot gesagt wird, die alten Helden müde geworden und suizidal veranlagt sind. Django ist in einem Kloster gelandet und hat der Gewalt abgeschworen (warum wird aber nicht klar, vielleicht um seine Sünden abzubüßen?), sieht sich aber gezwungen wieder zur Waffe zu greifen, als seine Tochter, von der er bislang nichts gewusst hatte, von Menschenhändlern verschleppt wird. Aber die Chance eines Metawesterns wird beiläufig vergeben und kommt nur am Anfang zur Geltung. Zum einen ist der actionlastige Film für eine solche Diskussion zu brutal ausgefallen und kann auch die Schilderung der Aristokratie als ausbeuterische Klasse nur schematisch darbringen. Immerhin wird hier die moderne Action als Zeichen dafür genutzt, dass der moderne Actionfilm dem Western alles verdankt. Leider ist Django hier aber nichts weiter als ein typischer Actionheld im Sinne eines Schwarzenegger, Stallone und Willis und geht angesichts des Verlustes der typischen Charakteristika der Figur hoffnungslos im Actionbrei unter. Zu sehr bedient er sich der Schemata und der Klischees des Actionfilmes der 1980er (ein komischer Sidekick, One-Liner, die immerhin ironische Referenzen bieten, wenn der Held einige Filmtitel mit seinem Namen darin zitiert, ausgeklügelte Todesarten und eine für den Charakter ungewöhnliche Zeitdauer, bis er sich entschließt, zur Waffe zu greifen). So erinnert der Archetypus hier fatalerweise sehr viel mehr an „Rambo“ als an sich selber. So ist der Streifen zwar unterhaltsam, aber mehr auch nicht und voller vergebene Chancen.

Bei „Django“ schwankt das Bild manchmal etwas, was aber an der Qualität des Originalmaterials liegen dürfte. Ansonsten ist es schön scharf. Der Ton jedenfalls ist sehr gut. Als Extras gibt es neben einer Trailershow zu den anderen Django-Filmen in der Box den Originaltrailer, Filmographien von Franco Nero, dem Regisseur Sergio Corbucci und dem Kameramann Enzo Barboni. Höhepunkt ist aber die zu kurze Doku über den einzig wahren Django und seine Verkörperung durch Franco Nero mit interessanten Einsichten, wobei alles noch ausführlicher hätte sein können. Auch dem Bild bei „Django der Rächer“ merkt man bisweilen das Alter an, der Ton ist aber ebenso gut. Manche Szenen sind im Originalton gehalten, haben aber leider keine deutschen Untertitel. Als Extras gibt es auch hier den Trailer, eine Trailershow, Filmographien und ein Interview mit Franco Nero, wobei auch dieses keine Untertitel hat. Der Ton und das Bild von „Djangos Rückkehr“ sind hingegen beide gut. Auch hier gibt es die für die Box typischen Extras wie Trailer, eine Trailershow, Filmographien und ein sehr kurzes Interview mit Franco Nero, indem er ein bisschen über die Entstehungsgeschichte des Filmes spricht.

Trotz einiger Schwachpunkte, wie die Mogelpackung „Django der Rächer“ und die vergebenen Chancen bei „Djangos Rückkehr“ ist allein schon deswegen die Box ein Pflichtkauf, da der legendäre „Django“ hier ungeschnitten präsentiert wird.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Studiocanal Home Entertainment