Die verlorene Zeit - DVD

DVD Start: 25.05.2012
FSK: ab 12 - Laufzeit: 111 min

Die verlorene Zeit DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Inspiriert von wahren Begebenheiten, erzählt DIE VERLORENE ZEIT eine außergewöhnliche Liebesgeschichte, die ihren Anfang 1944 inmitten des Schreckens und Terrors des 2.Weltkriegs in Polen nimmt.
Mit einer waghalsigen Flucht rettet der junge polnische Häftling Tomasz (MATEUSZ DAMIECKI) sich und seine jüdische Geliebte Hannah Silberstein (ALICE DWYER) vor den KZ-Schergen. Doch im Chaos der letzten Kriegstage werden sie gewaltsam voneinander getrennt und sind überzeugt, der andere sei ums Leben gekommen.
Mehr als dreißig Jahre später lebt Hannah glücklich verheiratet in New York, als sie Tomasz zufällig in einem Fernsehinterview wieder zu erkennen glaubt. Sie beginnt erneut, ihn zu suchen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Lighthouse Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer, Hörfilmfassung (deutsch)

DVD und Blu-ray | Die verlorene Zeit

DVD
Die verlorene Zeit Die verlorene Zeit
DVD Start:
25.05.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 111 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Die verlorene Zeit

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 8/10


Gebrochene Leben
„Die verlorene Zeit“ gehört zu den wenigen Filmen, deren Titel hervorragend zu dem Inhalt passt. Zwei Menschen verlieben sich im KZ und verlieren sich nach gelungener Flucht aber lange Zeit aus den Augen. Alle Möglichkeiten, die zwischen diesen beiden Menschen bestanden haben, wurden zunichte gemacht. Das ist weniger einschneidend als ein Mord an der jeweiligen Familie (oder der kompletten Auslöschung von den Nazis), aber es prägt doch die Menschen für den Rest des Lebens. Diese Auswirkungen während der 30 Jahre werden weniger beschrieben, als die Erlebnisse während des Krieges und nun die Situation als die Heldin Hannah feststellen muss, dass ihr Geliebter Tomasz anscheinend doch noch am Leben ist. Nur sind es jetzt 30 Jahre her und jeder hat sein Leben. Soll sie dennoch Kontakt aufnehmen? Was nach einer Schmonzette klingt, wäre vielleicht auch eine geworden, wenn sich jemand weniger begnadeteres dem Stoff angenommen hätte. Kaum vorzustellen, was für ein Sozialpädagogischer Kitsch entstanden wäre, wenn das deutsche Fernsehen dieses Thema besiegelt hätte. So ist der Film spannend und bewegend zugleich und zu keinem Zeitpunkt kitschig. Er ist in jeder Hinsicht hervorragend. Allein schon die Szenen im KZ sind äußerst beeindruckend. Es wird keine physische Gewalt gezeigt und so droht auch nie die Gefahr in den Voyeurismus abzurutschen. Es gelingt der Regisseurin Anna Justice das maschinelle Töten und die Unmenschlichkeit allein durch filmsprachliche Mittel wie Licht, Ton, Schnitt und Bildaufbau herauszuarbeiten. Das ist schon meisterhaft. Nie ist alles im Bild zu überblicken, da es an den Rändern in der Finsternis verschwindet. Der Schnitt ist hektisch, das Brüllen der Wachen enorm laut und alles scheint zu schreien, jeder Ton ist zu jeder Zeit bedrohlich. Durch den Bildaufbau wird eine einzwängende Enge hergestellt, welche die Unentrinnbarkeit verdeutlicht. Generell sind alle Figuren den ganzen Film über ziemlich eingeengt. Immer werden sie durch irgendwas eingeschränkt: durch andere Personen, durch Wände, Möbel, etc. So gut wie nie vermögen sich die beiden Hauptpersonen frei zu bewegen. In wenigen Ausnahmen. So in der letzten Szene des Filmes, die die einzig richtige für diesen Stoff ist und vieles offen lässt. Da gehört die Weite der Einstellung dazu. Und eine andere der wenigen offenen Szenen kommt vor, wenn sich Hannah zu einer Entscheidung durchringt. Ansonsten herrscht Enge und symbolisiert, dass Hannah nie in ihrem Leben zu freier Entfaltung kam und nie ihren eigenen Willen haben konnte. Seit der Verhaftung durch die Nazis ist sie selbst über 30 Jahre später nicht frei. Was natürlich auch daran liegt, dass man sich nie von einer solch traumatischen Vergangenheit lösen kann. Aber nicht nur die Symbolik und die filmsprachlichen Mittel funktionieren hervorragend, denn auch der Unterhaltungswert kommt nicht zu kurz. So gibt es einen der spannendsten Telefonanrufe der Filmgeschichte ohne in das Genre Horror oder Thriller abdriften zu müssen. Es tut dem Film gut, dass er weniger an den physischen Grausamkeiten des Holocaust interessiert ist, sondern daran, was dieser kompletten Bruch aus den Menschen machte und wie sich Lebensentwürfe änderten. Und die Opfer werden nie in die Opferrolle gedrängt. Einfach hervorragend. Völlig zu recht lief der Film auf einigen Festivals sehr erfolgreich.

Der Ton und das Bild sind gut, an Extras ist leider, abgesehen von dem Trailer, Mangelware. Immerhin wird aber eine Hörfilmversion für Blinde angeboten, welches beileibe nicht von allen Firmen getan wird.

Spannend, bewegend, filmsprachlich hervorragend, gut gespielt und einer der spannendsten Anrufe der Filmgeschichte: dieses Drama schildert wie sehr der Holocaust in Leben eingegriffen hat, wobei die physischen Grausamkeiten hier gar nicht vorkommen.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Lighthouse Home Entertainment