Die Taschendiebin - DVD

DVD Start: 08.06.2017
FSK: ab 16 - Laufzeit: 139 min

Die Taschendiebin DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

12,99 € jetzt kaufen
7,99 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD und Blu-ray zum Film

Inhalt

Korea in den 1930er Jahren. Die schöne, aber unnahbare Lady Hideko lebt mit ihrem dominanten Onkel Kouzuki und ihrem ererbten Vermögen in einem abgelegenen Anwesen, dessen Herzstück eine hingebungsvoll gepflegte und bewachte Bibliothek ist. Kouzuki sammelt und verkauft Bücher voll schonungsloser Erotik, die Hideko zahlungskräftigen Herren vorlesen muss, um so den Preis der Bücher in die Höhe zu treiben. Eines Tages kommt ein neues Dienstmädchen, die junge und naive Sookee, ins Haus von Lady Hideko. Doch das Mädchen hat ein Geheimnis: Sookee ist eine Taschendiebin und Betrügerin, engagiert, um Hideko dem gerissenen Grafen Fujiwara in die Hände zu spielen, der sie nach der Hochzeit um ihr Vermögen bringen will. Doch zwischen den beiden jungen Frauen entwickelt sich etwas Unerwartetes: ein ganz eigenes Begehren, eine ungeahnte Zuneigung, die die Karten der Macht neu verteilt.

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
oreanisch/Japanisc (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Making of (ca. 5 Minuten), Cannes Premiere (ca. 2 Minuten), Cast (ca. 1 Minute), Regisseur (ca. 1 Minute), Trailer, Teaser

DVD und Blu-ray | Die Taschendiebin

DVD
Die Taschendiebin Die Taschendiebin
DVD Start:
08.06.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 139 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Die Taschendiebin Die Taschendiebin
Blu-ray Start:
08.06.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 145 min.
Die Taschendiebin - Sammleredition Die Taschendiebin - Sammleredition
Blu-ray Start:
08.06.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 145 min.

DVD Kritik - Die Taschendiebin

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 10/10
Ton: | 7/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 9/10


Rollenspiele
Im Grunde kann man die Kritik auf einen Satz beschränken: der Regisseur Park Chan-wook ist zurück. Das dürfte reichen um viele in die Läden zu treiben und den Film „Die Taschendiebin“ zu erwerben. Schließlich hat Park Chan-wook einige moderne Klassiker des asiatischen Kinos herausgezaubert, welche nicht nur poetisch fotografiert sind, sondern auch spannend und brutal waren, dabei aber nie die psychologische Komponente vergaßen und immer einen doppelten Boden besitzen. Die Taschendiebin SzenenbildDas war nicht nur in „Oldboy“ der Fall, sondern auch in der Hollywood-Produktion „Stoker“. Berühmt wurde der Südkoreaner aber vor allem durch seine Rache-Trilogie.

„Die Taschendiebin“ fällt zunächst aus seinem Oeuvre etwas heraus. Die Verfilmung des Bestsellers von Sarah Waters „Solange du lügst“ ist zunächst mal ein Historienstück, da es im Korea der 1930er spielt. Auch ist die Gewalt sehr zurückgeschraubt. Umso mehr ist aber die psychologische Komponente hier wichtig. Schließlich geht es um Betrüger. Die Taschendiebin Sookee wird von ihrem Mentor in den Haushalt eines reichen Buchliebhabers als Dienstmädchen eingeschleust, um Einfluss auf dessen Nichte zu nehmen, damit der betrügerische Mentor diese verführen kann. Das Ziel ist natürlich die Erbschaft an sich zu bringen. Doch der Plan wird dadurch vereitelt, dass alle noch ein anderes Ziel verfolgen und die Emotionen mit den Charakteren durchgehen. Die emotionale und psychologische Komponente ist es, was diesen Thriller so intensiv macht. Man folgt den Charakteren gerne und auch wenn der Film für einen Thriller die unübliche Laufzeit von über zwei Stunden besitzt, so geht die Zeit doch schnell dahin. Jedenfalls wenn man sich auf die Handlung einlässt und nicht an jeder Ecke Action und Gewalt erwartet. Angereichert wird das mit einer ungeheuren erotischen Spannung die wirklich knistert und schnell jegliche Unschuld verliert. Doch weiß man nie ob das zum Spiel gehört oder ob wirkliche Gefühle eine Rolle spielen. So sind oft unvorhersehbare Wendungen vorhanden, die einen durchaus überraschen. Aber vielleicht hätte man diese dramaturgisch geschickter einbauen können, als wie hier den Film in drei Teile zerfallen zu lassen. Die werden aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert und offenbaren nicht nur mehr über die Personen, sondern geben bereits gesehenen Szenen einen anderen oder sogar einen doppelten Sinn. Dennoch wird trotz einigen formalen Spielereien niemals die Geschichte aus dem Blick gelassen und selbst die streng komponierten Bilder, welche in Körperhaltung und Platzierung in dem architektonischen Raum immer auch die Psyche wiederspiegeln, dienen der Story. Die Taschendiebin SzenenbildHier überwiegen die Lust am Erzählen und nicht die Bilder als Selbstzweck. Aber die visuelle Sprache und die überwältigenden Bilder reißen einen hinein und lassen einen nicht mehr los. Park Chan-wook ist eindeutig wieder ein Meisterwerk gelungen und seine Entdeckung Kim Tae-ri kann absolut überzeugen und man hofft, bald mehr von ihr zu sehen.

Der Ton hat nicht viel zu tun, aber die Soundeffekte kommen gut herüber und sind immer gut austariert. Das Bild ist hervorragend und lässt keine Wünsche offen. Dafür aber die Extras. Das Making Of beweist nur die asiatische Höflichkeit. Alle sind allen dankbar und loben sich, aber über die Entstehung des Filmes erfährt man nicht wirklich viel. Die Cannes Premiere liefert hier einige unkommentierte Impressionen ab und das Special „Cast“ ist extrem kurz, in dem sich die drei Hauptdarsteller kurz vorstellen und sich bei dem Publikum bedanken. Das ist auch der Tenor bei dem Special „Regisseur“ was beileibe kein Portrait ist. Dann gibt es noch Trailer und Teaser. Wer mehr Extras haben möchte, sollte zu der Sammleredition greifen, die ein Fotobuch beinhaltet, eine 23 Minuten längere Filmfassung, ein Kurzfilm und ein Interview. Da sollte man sich aber beeilen, denn die ist auf 2000 Stück streng limitiert.


Fazit:
Park Chan-wook liefert sein nächstes Meisterstück ab. Klar komponierte Bilder, starke Darsteller, eine Geschichte mit unvorhergesehenen Wendungen, Erotik und Thrill lassen die lange Laufzeit vergessen.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Koch Media