Die Mühle und das Kreuz - DVD

DVD Start: 25.05.2012
FSK: ab 12 - Laufzeit: 92 min

Die Mühle und das Kreuz DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD und Blu-ray zum Film

Inhalt

Im Jahr 1564 erhält Pieter Bruegel (Rutger Hauer) von dem reichen Antwerpener Kaufmann und Kunstsammler Nicolas Jonghelinck (Michael York) den Auftrag, die Kreuztragung Christi zu malen. Er nimmt den Auftrag an, doch will er nicht eine weitere von unzähligen Versionen der Passionsgeschichte liefern, sondern etwas Besonderes schaffen: Ein Bild, das eine Vielzahl von Geschichten erzählt und das groß genug ist, hunderte von Menschen aufzunehmen. Aber vor allem soll die Kreuzigungsgeschichte nicht im Heiligen Land, sondern in seiner flämischen Heimat spielen. Also geht Bruegel zu den Menschen auf den Höfen, Feldern und Märkten, um nach diesen Geschichten in einem Land zu suchen, das unter spanischer Herrschaft steht und in dem die Inquisi- toren erbarmungslos wüten. Er hält alles in seinen Skizzen fest und beginnt auf diese Weise, die Schicksale von unzähligen Menschen virtuos miteinander zu verflechten...

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Indigo / Neue Visionen
Tonformate:
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer

DVD und Blu-ray | Die Mühle und das Kreuz

DVD
Die Mühle und das Kreuz Die Mühle und das Kreuz
DVD Start:
25.05.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 92 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Die Mühle und das Kreuz Die Mühle und das Kreuz
Blu-ray Start:
25.05.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 92 min.

DVD Kritik - Die Mühle und das Kreuz

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 6/10
Ton: | 6/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 6/10


Wie kommt ein Bild zustande? Warum wählte der Maler, genau diesen Ort und diese Figuren? Warum stellte er sie in diesem Umfeld dar? Fragen, mit denen sich Kunsthistoriker auseinandersetzen und auf die es nicht die eine Antwort gibt. Viel mehr bleibt vieles unklar. Wenn man also mehr über das Bild erfahren möchte und was eigentlich genau zu erkennen ist, dann muss man sich entweder die Mühe machen, das Gemälde genau zu betrachten oder auf Literatur zurückzugreifen.

Nur sehr selten findet man eine Auseinandersetzung zwischen den Genres. So geschehen bei dem Film Das Mädchen mit dem Perlohrring von Peter Webber, der die Geschichte um die Entstehung des Bildes erzählt. Vergleichbar sind die Filme jedoch nicht. Während Webber seinen Fokus auf die Geschichte um das Bild legt, legt der polnische Regisseur Lech Majewski seine Szenerie im Bild an. Wer also einen unterhaltsamen Film mit kausalen Verknüpfungen und dialogischer Struktur erwartet, sei an dieser Stelle gewarnt: Dem ist nicht so! Tatsächlich kann es auch für denjenigen, der das Bild noch nie zuvor gesehen hat, problematisch werden. Was aber keinen Interessierten davon abhalten sollte, sich diese DVD anzuschauen. Denn man erfährt nicht nur einiges über das Gemälde, sondern auch über experimentelle Filmtechniken.

Majewski zieht den Zuschauer sofort in das Gemälde; keine vorherigen Erklärungen, Einführungen oder allmähliches Hinführen zum Thema. Der Zuschauer ist gefordert, denn er kann weder von Dialogen noch von Hintergrundmusik auf Stimmung, Handlung oder Konstellationen Rückschlüsse ziehen. Weil es Musik und Dialog schlichtweg nicht gibt. Das szenische Darstellen bleibt ein Beleben der Figuren, denn es wird daraus keine Lebensgeschichte. Die kannte der Maler Pieter Bruegel (lebte in Flandern im 16. Jahrhundert) höchstwahrscheinlich selbst nicht. Folglich bleibt die im Gemälde künstlerisch dargestellte Szene der Kreuzigung Christi vor einer flämischen Kulisse eine künstliche. Es wird eben nicht ein Film gezeigt sondern, sondern Ausschnitte, die den sozialen, kulturellen und geschichtlichen Hintergrund. Der filmische Hintergrund bleibt der aus dem Bild, verwendete Grafiken wirken surreal. Die Figuren werden nicht richtig lebendig, denn sie sprechen nicht, sind auf pantomimische Darstellung beschränkt. Diese Aktionen sind bewusst eingesetzt, wirken aber auf den Zuschauer verstörend, denn eine Kommunikation zwischen Zuschauer und Geschehen kann nicht entstehen. Genau wie bei der Betrachtung eines Gemäldes eben. Die einzigen vermittelnden Figuren sind der Maler selbst, genauso wie sein Auftraggeber. Sie erläutern in monologischen Gesprächen die versteckte Struktur des Gemäldes, die Metaphern, die verwendet wurden und die Umstände, in denen das Bild entstand. Die Darsteller der Hauptfiguren sind bekannte Darsteller: Rutger Hauer und Micheal York, die schon in großen Produktionen mitwirkten, scheinen mit diesen kleinen Rollen unterfordert. Wer darin ein weiteres Mittel der Bildlichkeit und künstlerischen Freiheit sieht, wird sich an den verträumten Monologen und den offensichtlichen Computergrafiken nicht stören.

Die Extras auf der DVD sind marginal. Es gibt nur eine Trailershow zu anderen Filmen. Die Sprachspur ist leider auch so. Es gibt nur den englischen Originalton mit automatisch eingeblendeten deutschen Untertiteln; Verstellen ist nicht möglich.

Fazit: Kein Unterhaltungsfilm, sondern eine lehrreiche, künstlerisch wertvolle Komposition, die der Aufmerksamkeit des Zuschauers bedarf.

by Doris Rombach
Bilder © Indigo / Neue Visionen