Die Meute - DVD

DVD Start: 16.06.2011
FSK: ab 18 - Laufzeit: 90 min

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Inhalt

Die junge Charlotte trifft auf ihrem Weg durch die verschneite Einöde auf Max, einen Anhalter. Sie machen an einem heruntergekommenen Gasthaus Halt. Als Max nach einiger Zeit nicht mehr von der Toilette zurückkommt, macht sich Charlotte langsam Sorgen. Auf der vergeblichen Suche nach ihm wird sie von der Wirtin niedergeschlagen und erwacht in einem Käfig. Gefangen wie ein Tier wird Charlotte von ihr gemästet - aber für wen? Als dann plötzlich Max an der Seite ihrer Peinigerin wieder auftaucht eröffnet sich der jungen Frau die ganze schreckliche Wahrheit.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Sunfilm
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (DTS 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer
- Making of

Video on demand - Die Meute

DVD und Blu-ray | Die Meute

DVD
Die Meute Die Meute
DVD Start:
16.06.2011
FSK: 18 - Laufzeit: 90 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Die Meute Die Meute
Blu-ray Start:
16.06.2011
FSK: 18 - Laufzeit: 90 min.

DVD Kritik - Die Meute

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 5/10
Ton: | 5/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 6/10


Gefräßige Erde
„Die Meute“ ist eine französische Produktion, welche als Kauf-DVD erscheinen wird. Als Eröffnungsfilm auf dem Fantasy Filmfest 2010 begeisterte der Film das Publikum und die Jury. So wurde Hauptdarstellerin Emilie Dequenne als beste Schauspielerin ausgezeichnet und Regisseur Franck Richard erhielt den Preis für das beste Drehbuch. Zu Beginn des Filmes weist aber noch nichts daraufhin, was diese Ehrungen würdig erscheinen lässt. Alle geschilderten Figuren und Charaktere haben zwar so einiges an psychischen Schäden und damit scheint es vorhersehbar zu werden. Eine aus allen Fugen geratene Welt, in der keiner dem anderen trauen kann, ist eine Vorbedingung des Folterfilmes und des Terrorfilmes im Sinne von „Texas Chainsaw Massacre“. Und gerade wenn man als Zuschauer denkt, dass „Die Meute“ genau in diese Kerbe haut und auf alten blutigen Pfaden trottet, geschieht doch etwas neues und der Folterfilm wird mit Elementen des Zombiefilmes angereichert. Und es ist nicht nur inhaltlich glaubwürdig gestaltet, sondern es funktioniert. Interessant ist vor allem der Subtext, der aber nicht plakativ daherkommt, sondern schön versteckt ist und nur in einigen wenigen Szenen explizit thematisiert wird. Die Vergewaltigung der Erde, durch Raubbau und Umweltzerstörung, bringt „Bastarde“ hervor. Der stark symbolträchtige Auslöser des Horrors sind Bergleute, welche vor einigen Jahren verschüttet worden waren. Männer, die in den Leib der großen Mutter Erde eindrangen, sie quasi vergewaltigten und in ihr, im wahrsten Sinne des Wortes, aufgingen. Und diese Vergewaltigung schafft eine neue Vernichtung, denn die Saat ging auf und die Ghouls des Filmes kommen aus der Erde, um den Spieß umzudrehen. Ernährt sich der Mensch von Mutter Erde, so sind es hier deren verdorbene „Kinder“ die sich von den Menschen ernähren. Lobenswerterweise geschieht das niemals, wie schon erwähnt, auf plakative Weise, sondern es wird manchmal nur erwähnt, was aber das Unbehagen bei dem Zuschauer verstärkt, denn es werden keine Fragen beantwortet. Die französische Produktion von den Machern von „Inside“ erzählt ihren Stoff manchmal erstaunlich langsam und verzichtet auf schnelle Schnitte. Dennoch bleibt manches etwas unklar und manche Aspekte sind dramaturgisch auch nicht immer logisch. Aber viele andere gelungene Aspekte wiegen das wieder auf. So durchzieht den Film ein leiser schwarzer Humor und es kommen auch Gorefans stellenweise auf ihre Kosten. Hervorragend an den Schnitten ist vor allem die Irreführung des Zuschauers. An manchen Stellen wird abgeblendet und der Zuschauer mag in dem Moment etwas enttäuscht sein. Aber er kennt sich ja in dem Horrorgenre aus und weiß, was passiert ist. Aber das wissen auch die Filmemacher. Und überraschen den Zuschauer damit, indem genau diese Erwartung ausgehebelt wird. Denn in den Abblendungen passierte eben nicht das erwartete und der Zuschauer wird zunehmend irritiert und fehlgeleitet und weiß gar nicht mehr, was ihn erwarten soll. Und das ist große Klasse.

Die Presse-DVD, welche dieser Besprechung zugrundeliegt, hat eine reduzierte Bild- und Tonqualität, weshalb die Wertung in diesem Bereich mit Vorsicht zu genießen ist. Ebenso sind hier keine Extras enthalten, weshalb die Wertung entfällt. Angekündigt ist ein Making-Of und Trailer.

Trotz einiger kleiner dramaturgischer Mängel besticht der Film durch seine Symbolik und seinen Subtext, sowie durch den hervorragenden Schnitt, der den Zuschauer ein ums andere Mal in die Irre führt.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Sunfilm