Die Liebe der Charlotte Gray - DVD

DVD Start: 05.02.2010
FSK: ab 12 - Laufzeit: 116 min

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Inhalt

England, 1943. Die junge Charlotte Gray (Cate Blanchett) verliebt sich in den Luftwaffenpiloten Peter Gregory (Rupert Penry-Jones). Als Peter zu einem gefährlichen Einsatz nach Frankreich geschickt wird, lässt sich Charlotte von der britischen Regierung für eine Mission zur Unterstützung der französischen Résistance ausbilden und in ein kleines Dorf in der französischen Provinz als
Nachrichtenkurier einsetzen. Dort lernt sie den Résistancekämpfer Julien (Billy Crudup) kennen. Charlotte wird mehr und mehr in die gefährliche Arbeit der Résistance hineingezogen - insbesondere in das Leben von Julien. Als Julien auf der Flucht vor der Gestapo das Dorf verlassen muss, beschließt Charlotte jedoch, ihm nicht zu folgen, sondern nach London zurückzukehren. Erst nach dem Krieg wird Charlotte klar, wie sehr sie die Ereignisse verändert haben - und wohin ihr Herz gehört.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
"Making Of"
Statements der Stars zum Film

Video on demand - Die Liebe der Charlotte Gray

DVD und Blu-ray | Die Liebe der Charlotte Gray

DVD
Die Liebe der Charlotte Gray Die Liebe der Charlotte Gray
DVD Start:
05.02.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 116 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Die Liebe der Charlotte Gray

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


1943 lernt Charlotte Gray (Cate Blanchett) in England den Piloten Peter Gregory (Rupert Penry-Jones) kennen. Es ergibt sich eine Romanze zwischen beiden, die jedoch den Haken hat, dass Peter schon bald wieder Einsätze über Frankreich fliegen muss. Charlotte entschließt sich nach daher nach seiner Abreise, selbst aktiv zu werden. Sie bewirbt sich beim britischen Militär für Untergrundaktionen in Frankreich. Nach ihrer Ausbildung wird sie in die vom Vichy-Regime kontrollierten Gebiete geschickt, um dort den örtlichen Widerstand zu unterstützen. Als Ihre Kontaktperson verhaftet wird, ist sie gezwungen unterzutauchen. Dabei lernt sie Julien (Billy Crudup) kennen, ein französischer Kommunist, der aktiv im Widerstand steht.

Mit Cate Blanchett (Elizabeth, Der Herr der Ringe) in der Hauptrolle hat „Die Liebe der Charlotte Gray“ ein hochkarätiges Aushängeschild vorzuweisen. Dabei muss jedoch gesagt werden, dass diese Rolle mit Sicherheit nicht Blanchetts beste ist. Zwar reicht ihr Schauspiel, eben wie das der anderen Darsteller, um die Geschichte zu vermitteln, doch darüber hinaus reicht es nicht, um den Film zu tragen. Diese Position übernimmt dafür die Handlung, die jedoch durch eine falsche Präsentation im Marketing überraschend ausfallen dürfte. Denn Regisseurin Gillian Armstrong inszeniert weniger eine Liebesgeschichte, als viel mehr ein spannendes Kriegsdrama. Die Namensgebende Liebe der Charlotte Gray bildet lediglich die Rahmenhandlung. Dementsprechend ist die DVD auch, mit Ausnahme der letzten Sekunden, über die hinweg gesehen werden kann, frei von Kitsch. Ein Punkt, an dem viele Liebesfilme scheitern. Allerdings bietet die Handlung dadurch auch keine großen Emotionen in diese Richtung. In diese Lücke tritt dafür die spannende Kriegsatmosphäre. Auch ohne viel Blut und viele Gefechte gelingt es Armstrong glaubhaft diese zu vermitteln. Eine dichte Aufeinanderfolge verschiedenster Ereignisse und parallel laufende Handlungsstränge sorgen zudem für eine immer währende Abwechslung. Insbesondere die Geschichte um die Kämpfer der Résistance wirkt dabei immer wieder beklemmend.
Doch einige Schwächen verhindern, dass „Die Liebe der Charlotte Gray“ zu einem wirklich guten Film wird. Während die Dialoge noch als zweckorientiert durchgehen, lässt besonders die Tiefe des Films zu missen. Weder wird das durchaus interessante Szenario der Spionage zu Kriegszeiten weiter beleuchtet (es dient, wie die Liebe, mehr als Kulisse), noch werden die Beweggründe Charlotte Grays, überhaupt in diesen Dienst einzutreten deutlich. Letztere werden lediglich angedeutet – ebenso wie das Verhältnis Juliens zu seinem Vater. Mehr Informationen oder stärker ausgearbeitete Charaktere hätten hier einige Pluspunkte sammeln können. Wirklich misslungen ist die Darstellung zweier jüdischer Jungen, an deren Versteck Charlotte maßgeblich beteiligt ist. Die Kinder wirken schlecht dargestellt und unglaubwürdig. Sie sind viel zu einfach gestrickt und zu leicht manipulierbar. Dass ihre Eltern plötzlich verschwunden sind, scheint sie kaum zu stören, gleichzeitig richten sie sich in anderen Szenen aber wieder sehr stark nach ihnen. Es liegt der Vermutung nahe, dass zwei jüdische Kinder etwas mehr Dramatik und Mitgefühl erhaschen sollten. Ein Versuch, der besser unterlassen geworden wäre.
Unterm Strich bleibt damit eine spannende und abwechslungsreiche Kriegsgeschichte, die weniger Liebe und/oder Kitsch liefert, als der Titel und das Marketing vermuten lassen.

Die DVD weiß mit einer gelungenen Technik zu überzeugen. Neben dem scharfen Bild überzeugen die wenigen, knalligen Farben, die bewusst aus dem gewählten braun-grauen Einheitsbrei herausstechen. Die Kameraführung ist ebenso gelungen wie der Ton, der jedoch nur in wenigen Szenen gefordert wird.
Einzig die Sonderausstattung hätte etwas üppiger ausfallen können. Neben einem Trailer und kurzen Statements von Schauspielern, Regisseurin und Buchautor gibt es ein knapp zehnminütiges Making-Of, das seinen Namen kaum verdient. An statt einen Blick hinter die Kamera zu präsentieren, wird hier lediglich die Handlung des Films von Darstellern und Team noch einmal zusammengefasst.

Fazit
Wenig Liebe, viel Spannung. „Die Liebe der Charlotte Gray“ ist ein gelungenes Kriegsdrama mit einigen Schwächen und ohne Tiefgang.

Hintergrund: Résistance
Als „Résistance“ (franz. für „Widerstand“, „Gegenwehr“) wird heute in der Regel der französische und belgische Untergrundwiderstand gegen die deutschen Besatzer im zweiten Weltkrieg bezeichnet. Die Bezeichnung wird insofern oft irreführend verwendet, da es keine einheitliche Organisation gab, sondern viele kleine Lokalgruppen sich selbstständig um ihren Kampf gekümmert haben. Zu diesem zählten ebenso Anschläge auf Infrastruktur und Personen, als auch Spionageaktivitäten um den Alliierten bei ihrer Aufklärung zu helfen.


by Bastian Gabrielli
Bilder © Universum Film




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