Die Kunst sich die Schuhe zu binden - DVD

DVD Start: 29.01.2013
FSK: ab 0 - Laufzeit: 97 min

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Inhalt

Alex ist ein ziemlicher Loser. Seine Träume von einer Theaterkarriere platzen, und dann verlässt ihn auch noch seine Freundin Lisa. Der einzige Job, den ihm das Arbeitsamt anbietet, ist, als Betreuer in einem Behindertenheim in einer Provinzstadt zu arbeiten. Alex versucht das Beste daraus zu machen und meldet seine Behinderten-Truppe bei „Schweden sucht den Superstar“ an – das kann natürlich nur schiefgehen …

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment / MFA
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer, Trailershow

Video on demand - Die Kunst sich die Schuhe zu binden

DVD und Blu-ray | Die Kunst sich die Schuhe zu binden

DVD
Die Kunst sich die Schuhe zu binden Die Kunst sich die Schuhe zu binden
DVD Start:
29.01.2013
FSK: 0 - Laufzeit: 97 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Die Kunst sich die Schuhe zu binden Die Kunst sich die Schuhe zu binden
Blu-ray Start:
29.01.2013
FSK: 6 - Laufzeit: 97 min.

DVD Kritik - Die Kunst sich die Schuhe zu binden

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 2/10
Gesamt: | 7/10


Das Leben von Alex befindet sich derzeit auf einem Tiefpunkt. Nachdem sein großer Traum von einer bedeutenden Theaterkarriere geplatzt ist, wirft ihn auch noch seine Freundin aus der gemeinsamen Wohnung und beendet die langjährige Beziehung.
Da auch sein Bruder ihn nicht lange bei sich wohnen lässt, muss Alex wohl oder übel zum Arbeitsamt. Dort wird ihm lediglich ein Job als Betreuer in einem Heim für Menschen mit Behinderungen angeboten. Da ihm keine andere Wahl bleibt, willigt er ein und versucht mit unverkrampfter Haltung das Beste aus seiner Situation zu machen.
Leider kommt seine etwas schludrige Art bei seiner neuen Chefin nicht besonders gut an und auch seine Herangehensweise bezüglich der Gruppe stößt bei den Eltern der Heimbewohner auf sehr wenig Gegenliebe. Alex möchte trotz obiger Wertlegung auf Routine und Struktur Spaß und Abwechslung in den Lebensmittelpunkt seiner Truppe bringen und meldet sie prompt bei „Schweden sucht den Superstar“ an. Eine Entscheidung mit Folgen...

„Die Kunst sich die Schuhe zu binden“ ist ein schwedisches Drama aus dem Jahre 2011. Regie führte Lena Koppel, die auch das Drehbuch verfasste. Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit und erzählt die Entstehungsgeschichte des „Glada Hubik Theater“, in welchem behinderte Menschen Theaterstücke aufführen.

In leisen und ruhigen Tönen erzählt uns der Film die Geschichte eines Projektes, das aufgrund seiner nachvollziehbaren Intention keine höhere Dosis Hollywood-Kitsch vertragen hätte. Die Schauspieler, die teilweise auch im wahren Leben Bestandteil des „Glada Hubik Theater-Ensembles“ sind, agieren authentisch und können durch ihre liebenswerte Art das Herz des Zuschauers schnell für sich gewinnen. Ganz ohne Zucker kommt der Film dann aber doch nicht aus, besonders im letzten Drittel schleichen sich diverse Stilmittel ein, die ganz offensichtlich eher auf die emotionale Ebene schielen, denn auf die inhaltliche Darstellungsweise.
Auch wenn die Geschichte zum Ende etwas unglaubwürdig wird und einige Logikfehler beinhaltet, verliert der Film nie sein Ziel aus den Augen. Respekt, Toleranz und die Behandlung als Erwachsene sind zwar alles Dinge, die in Puncto 'Umgang mit Behinderten' immer wieder gepredigt, jedoch so selten eingehalten werden. Die Beweggründe des Hauptdarstellers bleiben jederzeit nachvollziehbar, jedoch kommt seine Entwicklung vom verantwortungslosen Lebemann zum selbstlosen Pädagogen etwas zu schnell und wirkt daher aufgesetzt.
Diese und weitere kleine Kritikpunkte kann der Film jedoch mit seiner Story, den agierenden Darstellern und seiner Machart ausgleichen. Der Film ist gleichermaßen Entertainment als auch Infotainment, da hier pädagogische Schwerpunkte mit einer anrührenden Geschichte gekonnt miteinander verknüpft werden. Obgleich der Gang zu einer Casting-Show als pädagogische Maßnahme hinterfragt werden kann (und soll !!!), ist die Bestrebung nach kultureller Teilnahme plausibel. Zudem kann der Film den beidseitigen Wert menschlicher Zuneigung durch Dialoge und Bildsprache wunderbar transportieren.

Lena Koppel hat einen kurzweiligen Film auf die Beine gestellt, der durch die gradlinige Erzählstruktur keine Längen zulässt und sich zu keinem Zeitpunkt für schlauer als seine agierenden Hauptcharaktere hält. „Die Kunst sich die Schuhe zu binden“ nimmt seine Darsteller und ihre Eigenheiten jederzeit ernst. Uns merkwürdig erscheinende Verhaltensweisen werden als das gezeigt was sie sind und können durch den ungeschminkten Filmstil für sich selbst sprechen. Schmückende Stilmittel wie dramaturgische Musik werden sehr dosiert eingesetzt, weshalb die emotionale Interpretation oftmals dem Zuschauer überlassen wird.

Der Film liegt in guter Bild- und Tonqualität vor. Das außer ein paar Trailern keine Extras vorhanden sind, ist in diesem Fall besonders ärgerlich, denn die Geschichte rund um das „Glada Hubik Theater“ ist sehr interessant. Etwas mehr Backgroundinformationen wären absolut wünschenswert gewesen.

Fazit: Unaufgeregtes Drama mit liebenswerten Charakteren. Kleinere Schwächen am Ende können den durchaus positiven Gesamteindruck nicht trügen.


by Till Huber
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment / MFA