Die Haut, in der ich wohne - DVD

DVD Start: 30.03.2012
FSK: ab 16 - Laufzeit: 116 min

Die Haut, in der ich wohne DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

9,99 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

Die bildhübsche Vera ist die einzige Patientin in einer Schönheitsklinik, wo sie Tag und Nacht von Professor Roberto Ledgard überwacht wird. Er pflegt ihre Haut wie einen kostbaren Schatz und kontrolliert jeden Schritt, jeden Blick, jede Emotion. Doch wer ist Vera, die so beängstigend Robertos verstorbener Frau ähnelt? Sie hat keine Geschichte und doch scheint ihr Schicksal eng verknüpft mit dem Leben Robertos. Und welche Rolle spielt der junge Mann, der zuletzt beim Betreten der Klinik gesehen wurde?

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Spanisch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Making of
- B-Roll
- Behind the scenes-Featurette
- Interviews mit dem Cast
- Teaser
- Trailer
- TV-Spots

DVD und Blu-ray | Die Haut, in der ich wohne

DVD
Die Haut, in der ich wohne Die Haut, in der ich wohne
DVD Start:
30.03.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 116 min.

zur DVD Kritik
Die Haut, in der ich wohne - Große Kinomomente Die Haut, in der ich wohne - Große Kinomomente
DVD Start:
26.10.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 116 min.
Die Haut, in der ich wohne - Almodovar Edition Die Haut, in der ich wohne - Almodovar Edition
DVD Start:
26.10.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 116 min.
Blu-ray
Die Haut, in der ich wohne Die Haut, in der ich wohne
Blu-ray Start:
30.03.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 121 min.
Die Haut, in der ich wohne - Große Kinomomente Die Haut, in der ich wohne - Große Kinomomente
Blu-ray Start:
26.10.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 121 min.

DVD Kritik - Die Haut, in der ich wohne

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 9/10


Philosophischer Psychothriller
Pedro Almodovar gehört zu den wenigen Regisseuren, die nicht nur eine eigene Handschrift haben, sondern auch im Laufe ihrer Karriere immer überzeugende Filme präsentieren. Dabei sind manche Merkmale mal mehr oder mal weniger ausgeprägt. Die Filme sind verdreht, emotional, von hoher Ästhetik, rätselhaft, spannend, poetisch, makaber und von einer bisweilen verstörenden Erotik. Immer geraten die Protagonisten in einen wahren visuellen Rausch. Auch „Die Haut, in der ich wohne“ kann alle die genannten Merkmale aufweisen. Und ist vielleicht, obwohl es ein Genrestück darstellt, das rätselhafteste, was in der letzten Zeit im Thrillergenre auf den Markt gekommen ist. Dabei ist der Stoff nicht selber von Almodovar, sondern es handelt sich hier um eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Thierry Jonquet. Für Almodovar-Fans ist es natürlich besonders schmackhaft, dass nach zwanzig Jahren wieder Antonio Banderas vor dessen Kamera stand. Schließlich begann Banderas seine Karriere bei seinem spanischen Landsmann und in letzter Zeit kamen kaum beachtenswerte US-Filme von ihm auf den Markt. Was einen zusätzlich besonders freut, ist, dass Banderas hier einmal sehr zurückhaltend spielt. Manchmal scheint mit ihm ja sein Temperament durchzugehen und er fuchtelt dann in der Luft herum. Hier ist er sehr stoisch und unterkühlt, was hervorragend zu der Rolle passt und sogar furchteinflößend ist. Als Gegenstück ist Elena Anaya („Room in Rome“, „Hierro“) zusehen und überzeugt wie immer. Es gibt kaum eine Frau, die Verletzlichkeit und ein großes Potential von Stärke gleichzeitig vermitteln kann. Die beiden Darsteller sind die tragenden Figuren in diesem Genremix, der oberflächlich vom Jugendwahn und Schönheitskult handelt. Alles verpackt in eine perfide Rachegeschichte. Aber nicht nur die Story ist unberechenbar, sondern es geht gleich um noch viel mehr Themen. Nicht nur ist der Schönheitschirurg ein erfolgreicher und geschätzter Chirurg und Wissenschaftler, sondern in seinem Eifer ein moderner Frankenstein, der illegale Experimente vornimmt. Seine Taten sind zwar monströs, aber gleichzeitig entwickelt man Mitleid mit ihm, da er zutiefst verletzt und einsam ist. Zudem sind seine Taten nicht nur der verzweifelte Versuch, sich selbst wieder zum Leben zu erwecken, indem er seine tote Frau optisch an einer anderen Person nachbildet, sondern auch eine sehr perfide Rache. Die unterschiedlichen Motive sind sehr komplex und ergeben einen faszinierenden Schurken, der im Grunde keiner ist. Als ob das nicht schon für eine hohe Spannung ausreichen würde, ist der Film zudem noch sehr vielschichtig und in kühl ästhetischen, streng aufgebauten Bildern präsentiert, welche ihren ganz eigenen Reiz haben und in der Licht- und Farbgebung stellenweise an die stilisierten Bilder Stanley Kubricks erinnern. Wie oben schon erwähnt, geht es hier nicht nur um ein modernes Frankenstein-Motiv, welches einen solchen verrückten Wissenschaftler mit der Schönheitsindustrie gleichsetzt, und um Rache. Sondern auch Trauer und Wunschprojektionen spielen eine große Rolle. Wobei beides zusammenhängt. Denn die Trauer treibt den Arzt erst an und er projiziert seinen Verlust auf eine andere Person. Also ändert er sie und zitiert damit auch „Vertigo“ von Alfred Hitchcock. Der zentralste Aspekt an diesem Punkt ist aber jener der Identität. Schafft das Äußere das Innere? Sprich: prägt der äußere Schein, das Aussehen den Menschen viel mehr als sein eigenes Wesen? Ändert sich der Charakter, das Wesen, wenn sich das Äußere groß verändert? Kann man beides überhaupt voneinander lösen? Also alles spannende Fragen, die man hier zu gerne erörtern würde. Nur würde das den größten Clou des Filmes verraten. Und die Spannung und die Freude an diesem Gesamtkonzept soll hier nicht geschmälert werden.

Der Ton ist zwar etwas leise, kann aber ansonsten wie das Bild punkten. Es gibt zwar viele Extras, die aber leider nicht überzeugen können. Das Making Of ist ein langer Trailer mit ein paar Interviewschnipseln. Es gibt sehr viele Behind the Scenes Aufnahmen, und wie es nun mal deren Eigenschaften sind, sind sie unkommentiert. Die zwei kurzen Interviews mit Antonio Banderas und Elena Anaya sind voll des gegenseitigen Lobes und erhellen nicht wirklich den komplexen Film. Natürlich gibt es viele Trailer, aber zumindest ein Audiokommentar von Almodovar wäre noch drin gewesen.

Ein kleiner Geniestreich von Almodovar. Der Genremix verbindet Spannung, verdrehte Erotik, Horror, ein Frankenstein-Motiv mit Rache, Trauer und Wunschprojektionen. Vor allem die Frage nach der Identität ist ein spannender und philosophischer Aspekt dieses hervorragenden Filmes.

9,99 € jetzt kaufen

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universum Film