Die Frau des Zoodirektors - DVD

DVD Start: 14.09.2017
FSK: ab 12 - Laufzeit: 122 min

Die Frau des Zoodirektors DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Die mitreißendsten Geschichten schreibt das Leben selbst: Dies sind die wahren Erlebnisse einer Ehefrau und Mutter, die im Zweiten Weltkrieg Hunderte von Menschen vor dem Tod bewahrt hat.
Polen 1939: Im September beginnt der Zweite Weltkrieg, das Land wird von den Nazis besetzt. Antonina Żabińska (die zweifache Oscar-Kandidatin Jessica Chastain; Interstellar, Der Marsianer – Rettet Mark Watney) und ihr Mann Dr. Jan Żabiński (Johan Heldenbergh; The Broken Circle) arbeiten in leitender Position für den Warschauer Zoo. Sie sind schockiert, als die deutschen Besatzer sie zwingen, sich dem neu eingesetzten Chefzoologen Lutz Heck (Daniel Brühl; Ich und Kaminski) unterzuordnen. Um sich zu wehren, nehmen Antonina und Jan heimlich Kontakt zur Untergrundbewegung auf. So reift in ihnen der Plan, Menschen aus der Hölle des Warschauer Ghettos zu retten, denn inzwischen haben die Nazis die jüdischen Mitbürger in ihrem Viertel buchstäblich eingemauert. Nicht nur Antonia gerät durch diese Hilfsaktionen in Lebensgefahr, sondern ihre gesamte Familie.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Türkisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
D, GB, FR, DA, SV, NO, FI
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Unveröffentlichte Szenen
Making Of von Die Frau des Zoodirektors
Die Zabinski Familie

DVD und Blu-ray | Die Frau des Zoodirektors

DVD
Die Frau des Zoodirektors Die Frau des Zoodirektors
DVD Start:
14.09.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 122 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Die Frau des Zoodirektors Die Frau des Zoodirektors
Blu-ray Start:
14.09.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 127 min.

DVD Kritik - Die Frau des Zoodirektors

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 10/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


Tierische Menschenliebe
Zugegeben: der Titel des Filmes „Die Frau des Zoodirektors“ klingt nach einer schwülstigen ZDF-Schmonzette und die ersten Bilder einer heilen Welt mit herrlich strahlendem Sonnenlicht, kräftigen Farben und allseits vorkommenden glücklichen Menschen und Tieren geht haarscharf am Kitsch vorbei und bedient alle belächelten Klischees einer TV-Produktion. Die Frau des Zoodirektors SzenenbildBei Disney hätten die Tiere auch noch angefangen zu singen und zu tanzen und mit den Zoowärtern Schabernack gespielt. So ist man etwas irritiert, lernt aber gleichzeitig eine unkonventionelle Frau der 1930er Jahre in Warschau kennen. Antonina Zabinska ist die Ehefrau des Zoodirektors Jan Zabinski und lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn auch auf dem Gelände des Tierparks. Sie ist so sehr in die Tiere vernarrt, das Löwenbabys in ihrem Bett schlafen und ihr Sohn anstelle einer Katze oder eines Hundes einen Dachs als Haustier hält. Wie unkonventionell Antonina ist, wird während einer Party deutlich gemacht, in der sie versucht süffisante Kommentare zu ignorieren und schließlich die Gesellschaft verlässt, um zu helfen ein Elefantenbaby auf die Welt zu bringen. Doch es ist das Jahr 1939 und eines Tages fallen Bomben auf den Zoo. In erschütternden Szenen sieht man die Angst und die Panik der Tiere und man fühlt mit ihnen, da sie das Grauen des Krieges nicht verstehen können und zu unschuldigen Opfern werden.

Auch später fühlt man stark mit den Tieren und es ist schon etwas merkwürdig, dass die Grausamkeit der Nazis dadurch verdeutlicht wird, indem sie dem Zuschauer lieb gewordene Tiere töten. Das ist einer der größten Schwachpunkte des Filmes. Die Regisseurin Niki Caro wählte eine strikte weibliche Perspektive und verlässt nur selten Situationen welche nicht Antonina betreffen. Nur wenn es dramaturgisch absolut notwendig ist, folgt sie mit der Kamera dem Mann. So sieht man verhältnismäßig wenige Grausamkeiten der Nazis im Ghetto, weil die Heldin sie nicht bezeugen kann (stattdessen aber die Tötung der Zootiere). So bekommt man später kein wirkliches Gefühl des Grauens und wie stark sich die Zabinskis der Gefahr ausgesetzt haben. Denn der Film basiert auf historischen Tatsachen und die Zabinskis haben viele Juden aus dem Ghetto geschmuggelt, zeitweise im Zoo versteckt und dann von der Widerstandsbewegung in Sicherheit bringen lassen. Die Frau des Zoodirektors SzenenbildUnd das alles vor den Augen der Nazis! So haben sie 300 Menschen das Leben gerettet. Warum, wird nicht sonderlich geklärt und kaum psychologisch begründet. Wahrscheinlich weil es einfach das richtige war. Erst halfen sie einer Freundin, dann vereinzelten, wohl im Auftrag der polnischen Untergrundarmee, bis es immer mehr wurden. Im Laufe des Filmes gibt es denn auch einige äußerst bewegende Szenen welche den Zuschauern die Tränen in die Augen treiben. Erschütternd ist etwa die Sequenz, als Kinder mit großen unschuldigen Augen den Helden Jan bitten, ihnen in einen Zug zu helfen, der sie daraufhin in den Waggon hebt. Wohl wissend, dass der Zug Richtung Auschwitz fährt.

Auch wenn so etwas schockiert und bewegt, werden manche Szenen merkwürdigerweise nicht ausgespielt und bekommen nicht den Raum den sie brauchen und benötigen, um zu einer Anklage zu werden. Stattdessen brechen sie einfach ab. Zudem ist die beginnende Dreierbeziehung ein störender Faktor und man fragt sich, ob das historisch auf Tatsachen fußt, wenn die Heldin mit einem Nazi flirtet, um ihre geheimen Ziele zu erreichen, und die Situation droht ein Eigenleben zu entwickeln. So verheddert sich manchmal der Film etwas und die strikt weibliche Perspektive gerät so zum Nachteil. Obwohl Jessica Chastain mal wieder hervorragend spielt und auch in den Nebenrollen sehr beeindruckende Darsteller zu finden sind. So bleibt am Ende eine merkwürdiges Mischung aus Bewegt Sein und damit durchaus beeindruckt zu sein, aber gleichzeitig eine Enttäuschung, da zu viele Nebenstränge eingeführt worden waren und das Grauen insgesamt erstaunlich zahm daherkam. Man muss bei dem Thema möglichst das reißerische vermeiden, aber den Mut der Zabinskis kann man nicht genug betonen und es wäre gut gewesen, wenn noch einige Szenen vorhanden gewesen, die gezeigt hätten vor welchen Zuständen sie die Juden gerettet haben. Die Frau des Zoodirektors SzenenbildDennoch ein starker Film über Mut und ein Plädoyer angesichts menschlichen Elends das richtige zu tun.

Sowohl das Bild als auch der Ton können überzeugen und bieten kräftige Farben, gute Soundeffekte und klare Konturen. Die Extras beinhalten entfernte Szenen, ein Making Of mit viel gegenseitigem Lob aller Beteiligten aber auch einige sehr interessante Aspekte. So etwa zum Setdesign und wie der Zoo nachgebaut worden ist. Weiterhin gibt es noch ein kleines Portrait der Familie wobei auch kurze Interviewschnipsel mit den Kindern der Zabinskis vorkommen, die heute noch am Leben sind.


Fazit:
Ein bewegender Film der sich manchmal in Nebenhandlungen verstrickt und auf halber Strecke stehen bleibt. Manches ist klischeehaft und die gewählte Perspektive einschränkend, aber dennoch gibt es einige Szenen die man nicht so schnell vergessen wird.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universal Pictures