Die Bücherdiebin - DVD

DVD Start: 12.09.2014
FSK: ab 6 - Laufzeit: 126 min

Die Bücherdiebin DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Liesel Meminger (Sophie Nélisse) ist die Bücherdiebin, ein außergewöhnliches und mutiges Mädchen. Während des Zweiten Weltkriegs zerbricht ihre Familie und Liesel kommt zu den Pflegeeltern Hans (Geoffrey Rush) und Rosa Hubermann (Emily Watson). Durch die Unterstützung ihrer neuen Familie und durch Max (Ben Schnetzer), einen jüdischen Flüchtling, der von ihnen versteckt wird, erlernt sie das Lesen. Für Liesel und Max werden die Macht und die Magie der Wörter und ihre Phantasie zur einzigen Möglichkeit, den turbulenten Ereignissen, die um sie herum geschehen, zu entfliehen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: 20th Century Fox
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Entfallene Szenen
- Original Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Die Bücherdiebin

DVD
Die Bücherdiebin Die Bücherdiebin
DVD Start:
12.09.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 126 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Die Bücherdiebin Die Bücherdiebin
Blu-ray Start:
12.09.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 131 min.

DVD Kritik - Die Bücherdiebin

DVD Wertung:
Film: | 3/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 3/10


Die Vereinigten Staaten lieben dramaturgische Weltkriegsverfilmungen aus deutscher Sicht. Der Roman des Deutsch-Australiers Markus Zusak „Die Bücherdiebin“ liefert da natürlich genug neuen Stoff für eine individuelle Verfilmung des bis dato unbekannten Regisseurs Brian Percival. Für seine Karriereverhältnisse hat er einen großen Coup gelandet. Aber wie findet unser zentrales Volk die Adaption und die neuste Ansicht unserer dreckigen Geschichte?

Liesel ist ein junges Mädchen, das weder Schreiben noch Lesen kann. Nach dem Tod ihres Bruders wird sie von ihrer kommunistischen Mutter getrennt. Als plötzliches Pflegekind von Rosa und Hans Hubermann hat sie Glück, lesen zu lernen und ist seither in Bücher vernarrt. Doch mit dem Aufstieg Hitlers werden schon bald viele Bücher verbrannt und Liesels Leidenschaft scheint passé. Als sie in der Bibliothek der Bürgermeisterin, ahnt sie noch nicht, dass es einmal einem jungen Mann das Leben retten wird: Max' wird zu Beginn des zweiten Weltkriegs bei der Familie Hubermann aufgenommen und versteckt, doch als er schwer erkrankt, ist es Liesel, die ihn mit ihrem Vorlesen den Mut und die Gesundheit gibt. Bald allerdings spitzt sich die Situation in ihrem Städtchen zu und die Hubermanns geraten ins Visier der Gestapo.

Die Umsetzung des Buches ist recht interessant: Die Verfilmung wird von einer Off-Stimme begleitet, die den Tod darstellt. Außerdem liegt der Fokus hier weniger auf den bestimmten Büchern, Krieg oder die Judenverfolgung, sondern mehr auf den Zusammenhalt von Familie und Freunden generell. Leider sind die Szeneneinstellungen und Dialoge spärlich und die Verhältnisse kommen nicht warm, sondern distanziert beim Publikum an.

Detailgetreu besetzen die Amis gerne auch unsere deutschen Schauspieler für genügend (Neben-)Rollen, um authentischer zu wirken. Natürlich bleiben die Hauptrollen aber schön aus dem englisch-amerikanischen Produktionsumfeld. Schade, die wagen sich auch gar nichts, nennen es aber brav amerikanisch-deutsches Filmdrama. Es ist ja nicht Til Schweiger, der da was übernehmen soll. Dabei kommt vor Allem diese Dreier-Spanne hier bis auf Einen (Ihr könnt ja schon mal vorweg raten, wen ich meine) ohne jeglichen Reiz daher: Weltklasse-Mime Geoffrey Rush (kommerziell bekannt aus der „Fluch der Karibik“-Reihe) ist als Hans sehr überzeugend und der mit Abstand Einzige, der Wärme in die kalte Atmosphäre bringt. Emily Watson wiederum - zuletzt in „Dido Elizabeth Belle“ im Kino gewesen - soll als Rosa die Kälte in Person sein. Ihre Darstellung ist gut, aber nicht hervorragend, es fehlt ein ganzer Satz bis zum Frostigen. Sie wirkt auf eine ganz schön ungewöhnlich-negative Art unsympathisch, aber Ehrfurcht vor ihr entwickelt sich bei mir nicht. Die junge Kanadierin Sophie Nélisse verkörpert in Form von Liesel äußerlich das Idealbild eines „Bund-Deutscher-Mädchen“-Mitglieds. Doch alles weitere erzeugt dasselbe wie eine Einschlaftablette, gerade in ihren taffen Momenten. Ich höre schon die Leute rufen, dass ich das junge Mädchen in Ruhe lassen soll. Aber sie drückt damit ein Paradoxon aus, sie wirkt fehl am Platz und ihre Augen sagen komplett nichts aus. Das beste Adjektiv, dass mir zu Mademoiselle Nélisse einfällt ist steril. Das hätte man locker viel besser casten können. Ihr pfiffiger, bester Freund Rudi (Nico Liersch) zum Beispiel, der gefällt mir um einiges besser. Dieses spitzbübische, das er an sich hat, passt perfekt rein und macht ihn zu einem Sympathiefavoriten. Doch seine Rolle ist zu klein um den Fokus auf sich zu lenken. Ebenfalls dumm gelaufen ist, dass meiner Meinung nach einer der talentierteren Schauspielexporte Deutschlands, Heike Makatsch, eine viel zu kleine Rolle hat. Meine Konklusion also: Es kann nicht quasi ein einziger Schauspieler der emotionale Träger sein. Durchgefallen.

In der originalen Sprachfassung wird zudem auch gern auf Deutsch gesprochen und gesungen, was bei der Synchronisation leider (aber auch logischerweise) nicht wahrgenommen wird. Deswegen schlage ich allen vor, die englischsprachige Version zu gucken. Zur Not kann man ja auch Untertitel anmachen. Aber es lohnt sich viel mehr, der Streifen wirkt einfach viel dramatischer, nostalgischer, interessanter. Und das ist auch bitter nötig, denn im Allgemeinen zieht sich der 131 Minuten lange Film wie Kaugummi. Bleibt aber ruhig bis zum Ende dran. Ich hätte es auch nicht erwartet, aber gegen Ende gibt es eine gefühlsbetonte 180°-Wendung, bei dem der Film einen doch noch schmerzhaft am Herzen packt.

Für alle Fans der Bücherdiebin habe ich noch eine gute Neuigkeit. Bei den Extras gibt’s nicht wie so oft nur den Trailer, den man sich auch woanders reinziehen kann, sondern ein paar ausgelassene Szenen, die recht interessant sind. Bild- und Tonqualität können sich auch sehen lassen.

Ich benutze mal eine ausgefallene, malerische Metapher für diesen Film: Lauwarmes Süppchen. Für alle, die es nicht so drauf hatten im Deutschunterricht: Kann man gucken, muss man aber nicht. Es gibt ein paar gute Momente, aber das macht dem Braten auch nicht fett (und schon wieder Rhetorik, ins Fäustchen kicher). „Die Bücherdiebin“ kriegt 4 Punkte.

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by Jennifer Mazzero
Bilder © 20th Century Fox