Die Bucht - DVD

DVD Start: 11.03.2010
FSK: ab 6 - Laufzeit: 88 min

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Inhalt

Niemand kennt Delfine so gut wie Ric O’Barry. In den 60er Jahren war er der Trainer von ‚Flipper’. Jenem Delfin, der Generationen von Fernsehzuschauern begeisterte und die eleganten Schwimmer mit dem vermeintlich immer - währenden Lächeln zu einem der meistgeliebten Tiere machte. Eine Liebe, die dem Delfin zum Verhängnis wurde. Denn mit Delfinarien, Delfin-Shows, Delfintauchgängen und -therapien entstand ein global florierendes Multimilliardengeschäft – eine Industrie, für deren Existenz sich Ric O’Barry mit verantwortlich fühlt. Und gegen die er, nach einem tragischen Vorfall, seit mehr als 38 Jahren mit ganzer Leidenschaft ankämpft. Weltweit engagiert er sich gegen den Fang von Delfinen und macht wirtschaftliche und politische Interessen öffentlich, die hinter dem Geschäft mit den Meeressäugern stehen.
Was Ric O’Barry jedoch im japanischen Küstenort Taiji entdeckt, ist unvorstellbar. In einer abgelegenen Bucht, die von der Außenwelt durch Stacheldraht und Sicherheitspersonal abgeschottet wird, liegt ein dunkles und tödliches Geheimnis.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Befreiung der Delfine
Interview mit Ric O'Barry (OmdU)
Interview mit Louie Psihoyos (OmdU)

Video on demand - Die Bucht - The Cove

DVD und Blu-ray | Die Bucht

DVD
Die Bucht Die Bucht
DVD Start:
11.03.2010
FSK: 6 - Laufzeit: 88 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Die Bucht

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 0/10
Ton: | 0/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 8/10


Delfine sind intelligent, unterhaltsam und verspielt. Das macht sie für viele Menschen sympathisch und zu einem Aushängeschild für den Schutz der Meere. Dafür eignen sie sich allerdings auch, da sie häufig als so genannter Beifang, also ungewollt mit gefischten Meerestieren, enden. Besonders die Assoziation von Thunfischfang und toten Delfinen hat sich durchgesetzt. Doch den Meeressäugern drohen noch ganz andere Gefahren. Durch zunehmende akustische Umweltverschmutzung durch den menschlichen Schiffsverkehr werden die Tiere häufig Opfer von Strandungen. Ihr guter Ruf führt zudem dazu, dass sie für verschiedene Tiershows begehrt sind. In Japan gibt es eine Bucht in Taiji, in die sie getrieben werden, um besonders schöne Tiere lebend in alle Welt zu verkaufen. Was mit den Tausenden übrigen Delfinen, die mit gefangen worden, passiert, will Ric O’Barry mit diesem Film der Weltöffentlichkeit zeigen: In einer streng bewachten weiteren Bucht findet ein unvorstellbares Blutbad statt.

Bei den Oscars 2010 gewann die amerikanische Produktion die begehrte Trophäe in der Kategorie „Beste Dokumentation“. Filme, die diese Auszeichnung in früheren Jahren erhielten, wie etwa „Eine unbequeme Wahrheit“ oder „Bowling for Columbine“ zeigen die Richtung auf, in die auch „Die Bucht“ geht. Bei all diesen Dokumentarfilmen handelt es sich um die, so könnte man sagen, typisch amerikanische Interpretation des Genres. Das bedeutet vor allem, dass sie einen Unterhaltungswert haben, mit dem hiesige Genrevertreter nur schwer mithalten können. Das bedeutet aber auch, dass stellenweise die Seriosität leidet. Michael Moore steht für dieses Modell wie kein anderer Filmemacher. Die Regisseure Louie Psihoyos und Fisher Stevens, die für „Die Bucht“ verantwortlich sind, gehen dabei aber längst nicht so in die Extreme wie Moore. Zwar weist auch ihr Film stellenweise eine geringe Sachlichkeit auf. So kommen Gegenstimmen beispielsweise nur in Form von parteiischen Interviews vor, deren Zielsetzung deutlich durchschimmert. Auch bleibt die entscheidende Frage der Finanzierung der Aktion, die dieser Film zeigt (dazu später mehr), ungeklärt. Trotzdem vermittelt die Dokumentation jede Menge fundiertes Wissen. Das fängt an bei Fakten über Delfine, insbesondere über ihre Intelligenz und Kommunikation, geht über internationale Zusammenhänge zum Thema Walfang, wie etwa eine Beleuchtung der zuständigen UN-Institution, bis hinzu örtlichen Besonderheiten in Japan. Hin und wieder wäre dabei eine weitere Hinterfragung wünschenswert gewesen, etwa nach der Bedeutung von Delfinen für das marine Ökosystem. Insgesamt kann sich der Zuschauer aber zu Recht informiert und vorbereitet für den eigentlichen Hauptteil der DVD fühlen: Die Geschichte um die Namensgebende Bucht. In einer amüsierenden, mitreißenden, aber oftmals auch schockierenden Inszenierung werden die Vorbereitungen Ric O’Barrys und seines Teams für die unerlaubte Betretung und Dokumentation der Bucht und ihrer Ereignisse gezeigt. Wer im Vorfeld noch zweifelt, ob versteckte Unterwassermikrofone und in künstlichen Steinen eingebaute Kameras nicht übertrieben seien, wird schnell eines besseren belehrt. Durch gute Einschübe mit Hintergrundfakten wird dabei eine Spannung auf das Finale erzeugt, wie es sonst nur ein guter Thriller schafft. Hierfür dürfte auch die Oscarauszeichnung (berechtigt) erfolgt sein. Was dann folgt, dürfte kaum jemanden unberührt zurücklassen. Die krassen und drastischen Aufnahmen, die in dieser Undercoveraktion gelungen sind, beinhalten weit mehr Blut, als sich ein Spielfilm ohne von der FSK zerrissen zu werden erlauben könnte. Das Zusammenspiel von Wissensvermittlung, Spannung und Dramatik ist die große Stärke des Preisträgers.
Für Höchstwertungen reicht es dennoch nicht. Dafür hätte der Dokumentarteil etwas tiefer ins Detail und etwas seriöser auftreten müssen. Insbesondere wird zunächst etwas plump versucht, zu vermitteln, warum Delfine schützenswert sind. Dabei wird allerdings nur auf Mitgefühl wegen ihres Intellekts, nicht aber auf Rationalität, etwa wegen ihrer Bedeutung für das marine Leben, eingegangen. Zudem ist die deutsche Synchronisation zu sehr bemüht, Schauspiel zu betreiben und die Originalsprecher, die häufig unter Emotionen reden, zu imitieren. Es bleibt eben eine Dokumentation im amerikanischen Stil.

Fazit
„Die Bucht“ ist mehr ein mit Fakten unterlegter Appell, als eine richtige Dokumentation. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn dadurch kommen die Stärken des Films zu Geltung: Wissen, Unterhaltung und reale Relevanz in einer DVD zu vereinen.
Dieser Film ist besonders. Und deshalb auch berechtigt Oscarträger.

Da die zur Verfügung gestellte DVD eine reine Presse-DVD ist, können hier weder Technik noch Bonusmaterial bewertet werden. Die Wertung bezieht sich daher nur auf den Film selbst.


by Bastian Gabrielli
Bilder © Eurovideo