Die Verführten - DVD

DVD Start: 02.11.2017
FSK: ab 12 - Laufzeit: 90 min

Die Verführten DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Das Jahr 1864, der amerikanische Bürgerkrieg tobt: Die Leiterin einer Mädchenschule, Miss Martha (Nicole Kidman), entscheidet sich, einen verwundeten Soldaten (Colin Farrell) aufzunehmen und diesen gesund zu pflegen. Als sich jedoch nicht nur Miss Martha, sondern auch die Schülerinnen Edwina (Kirsten Dunst) und Carol (Elle Fanning) für den verwundeten Colonel interessieren, gerät das ruhige Zusammenleben dramatisch aus den Fugen…

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
D, GB, ES (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
D, GB, ES, PT, Tr, DA, FI, IS, NO, SV, AR, HI
Bildformat: 1,85:1, 1,66:1 (anamorph)
Bonusmaterial:
A shift in perspective
A southern style

DVD und Blu-ray | Die Verführten

DVD
Die Verführten Die Verführten
DVD Start:
02.11.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 90 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Die Verführten Die Verführten
Blu-ray Start:
02.11.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 93 min.

DVD Kritik - Die Verführten

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 10/10
Ton: | 9/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 8/10


Perspektivenwechsel
1971 erschien der Film „The Beguiled“ und versetzte den Zuschauer in Erstaunen, weil man Clint Eastwood in einer gänzlich unerwarteten Rolle sah. Im selben Jahr sorgte der virile Westernheld nicht nur als „Dirty Harry“ für Furore, sondern galt als einer der männlichsten Stars Hollywoods. Und dann kam dieser Anti-Western. Eastwood spielte einen verwundeten Soldaten aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, der von einem jungen Mädchen gefunden wird und in ein Internat in den Südstaaten gebracht wird, welches nur noch von Frauen bewohnt wird. Die Ankunft eines Mannes sorgt bei den Frauen für Verwirrungen und Sehnsüchten was Eastwood auszunutzen weiß, sich aber letztlich durch die reine Auslebung von Lust in das Verderben stürzt. Im Grunde ist es kein Wunder, dass sich Sofia Coppola für den Stoff interessiert hat.

Corporal McBurney (Colin Farrell) und Alicia (Elle Fanning)
Corporal McBurney (Colin Farrell) und Alicia (Elle Fanning) © Universal Pictures
Eine Gemeinsamkeit ihrer Filme ist die Gruppendynamik und wie sich Menschen verhalten wenn das übliche Verhaltensmuster in Frage gestellt wird. So nahm sie sich dieses Stoffes an, bringt der Geschichte an sich aber nichts Neues bei. Kurz gesagt: inhaltlich ändert sich nichts und wer das Original kennt wird keine Überraschungen erleben. Aber es gibt eine Verschiebung. Während „The Beguiled“ von 1971 aus der männlichen Perspektive erzählte, verschiebt 2017 Coppola die Ereignisse auf die weiblichen Gesichtspunkte. Das ist ein sehr spannender Aspekt und zeigt wieder die sensible Beobachtungsgabe von Coppola und ihre ruhige Art zu erzählen auf. Unterstützt wird sie dabei von so hervorragenden Darstellerinnen wie Nicole Kidman, Kirsten Dunst und Elle Fanning. In einer Szene wird der verwundete Feind zum Essen eingeladen und wie sich die Frauen gegenseitig mustern, sticheln und versuchen sich in der Gunst des Mannes auszustechen ist ganz große Schauspielkunst da sich das alles nicht in den Dialogen, sondern allein in den Blicken und den Körperhaltungen vollzieht.

Miss Martha (Nicole Kidman)
Miss Martha (Nicole Kidman) © Universal Pictures
Gerade dieser Film muss eindeutig als einer der besten von Kirsten Dunst angesehen werden, da sie hier nicht nur zurückhaltend spielt, sondern gänzlich in ihrer Rolle verschwindet. Ein weiterer Pluspunkt neben den Darstellerinnen ist die wunderschöne Fotographie. Jedes Bild sieht aus wie ein Gemälde und es ist deutlich festzustellen, dass einige Szenen gänzlich ohne künstliches Licht auskommen. Gerade in den Nachtszenen ist die einzige Lichtquelle die jeweilige Kerze die in dem Bild zu sehen ist was dem ganzen nicht nur einen realistischen Hauch angedeihen lässt, sondern auch unheimlich wirkt. Leider ist Colin Farrell der Schwachpunkt des Filmes. Er ist glaubwürdig und ein guter Schauspieler, aber er hat nichts von der aggressiven Attraktivität eines Clint Eastwood dessen Schwäche die Frauen reizte. Auch verpuffen seine kleinen Gesten und er ist viel zu passiv, als das man die Manipulationen absehen könnte. Da ist Eastwood ein besserer Filmschauspieler. Aber da hier die Frauen im Mittelpunkt stehen, kann man das vernachlässigen. Auch wenn man geistig beide Filme miteinander verschmelzen lässt. So bekommt man hier großes und toll fotografiertes Schauspielkino geboten, aber wer das Original kennt, braucht diesen Film nicht. Nicole Kidman und Kirsten Dunst zum Trotz.

Edwina (Kirsten Dunst)
Edwina (Kirsten Dunst) © Universal Pictures
Das Bild ist hervorragend und auch der Ton kann überzeugen. Es gibt zwei Specials welche sehr interessant sind und weit über das übliche gegenseitige Lob hinausgehen. Zum einen geht es um den oben schon erwähnten Perspektivenwechsel den Coppola vorgenommen hat und warum und wie sie es tat. „A southern style“ ist ein Extra über die Fotografie und die Ausstattung und kann beeindrucken.


Fazit:
Ein gelungenes Remake welche vor allem durch den Perspektivenwechsel, den hervorragenden Darstellerinnen und der schönen Fotographie überzeugt. Inhaltlich ringt der Film aber keine neuen Aspekte ab und in der männlichen Hauptrolle hätte man gerne den jungen Eastwood gesehen.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universal Pictures