Die Körperfresser kommen - DVD

DVD Start: 24.11.2017
FSK: ab 16 - Laufzeit: 111 min

Die Körperfresser kommen DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

11,99 € jetzt kaufen
9,99 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

San Francisco wird von tückischen Lebewesen heimgesucht. Sie zerstören die Psyche und fressen den Körper. Ihr grausamer Terror breitet sich unaufhaltsam aus. Der Gesundheitsforscher Matthew Bernell (Donald Sutherland) erkennt als erster: Eine tödliche Saat aus dem All bedroht alles Leben auf der Erde.

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / NSM Records
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Englisch (Dolby Digital 2.0)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Deutscher Audiokommentar von Ulrich von Blum & Patrick Bennat
- englischer Audiokommentar von Philip Kaufman
- Originaltrailer
- Filmographien
- Featurettes

DVD und Blu-ray | Die Körperfresser kommen

DVD
Die Körperfresser kommen Die Körperfresser kommen
DVD Start:
24.11.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 111 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Die Körperfresser kommen Die Körperfresser kommen
Blu-ray Start:
24.11.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 116 min.

DVD Kritik - Die Körperfresser kommen

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 8/10


Alptraum Großstadt
Im Jahre 1956 drehte Don Siegel den Film „Die Dämonischen“ („Invasion of the Body Snatchers“) der schon sehr bald zu einem Klassiker werden sollte. Der Film spiegelte symbolisch die Angst vor dem Kommunismus wieder und gilt als ein Paradebeispiel dafür wie sich gesellschaftliche Strömungen in Genrefilmen manifestieren können. Es war die Zeit der Hexenjagden unter dem Senator McCarthy und dem Komitee für unamerikanische Umtriebe wo man all überall Kommunisten wähnte. In dem Film „Die Dämonischen“ werden die Menschen ausgetauscht. Unheimliche Schoten kommen auf die Erde welche die Menschen während des Schlafes in emotionslose Kopien verwandeln die keinen Individualismus mehr haben, sondern nur auf das Kollektiv setzen. Die Symbolik ist klar: wer schläft, ist nicht wachsam und eh man sich versieht, ist man bar jeder Emotionen und seiner persönlichen Eigenschaften weil man im kommunistischen Kollektiv aufgeht.

Berühmt geworden ist die klaustrophobische Atmosphäre und der Schlussdialog ist Kult, wenn der Darsteller Kevin McCarthy (nicht verwandt mit dem Senator) panisch in den Straßen herumläuft und vor der Gefahr warnt. Eine Szene die in dem Remake von Philip Kaufmann 1978 zitiert wurde. Auch hier rennt Kevin McCarthy in einer Szene durch die Straßen und warnt vor der Gefahr. Auch der Regisseur des 50er Klassikers, Don Siegel, hat einen Cameo-Auftritt als ein Taxifahrer und durch die beiden Gastauftritte wird dem Original gehuldigt. Dabei macht es das Remake von 1978 im Grunde richtig, indem es den Film nicht einfach noch mal erzählt, sondern die Akzente verschiebt. Schließlich hatten sich die Zeiten geändert. Der Kalte Krieg war zwar nicht zu Ende, doch die Angst vor einer kommunistischen Unterwanderung lange nicht mehr so ausgeprägt. Vielmehr ist es von einer großen Bedeutung, dass die Handlung nicht mehr in einer Kleinstadt, sondern in einer Metropole wie San Francisco spielt. So verschiebt sich der Akzent und die Schoten, welche die Menschen verwandeln, stehen für das gegenseitige Entfremden der Menschen in einer Großstadt, dass man sich nicht mehr näher kommt. Zudem ist das im weiteren Sinne auch die Distanz zu dem Staat, denn die Erfahrungen von Watergate und eine gesellschaftliche Desillusionierung auch aufgrund des drei Jahre zuvor verlorenen Vietnamkrieges, kann hier eine Rolle spielen. Leider ist die Akzentverschiebung ein Grund dafür, dass sich keine klaustrophobische Stimmung einstellen will und die Paranoia entwickelt sich auch viel zu plötzlich. Generell sind hier einige Schwächen zu finden. Vor allem muss man es dem Drehbuch anlasten. So sind manche Szenen unlogisch (etwa warum nicht zu einem frühen Zeitpunkt die Polizei eingeschaltet wird) und auch die schleichende Veränderung mancher Personen und die Reaktionen darauf geschehen etwas sprunghaft.

Im Audiokommentar wird erhellend gesagt, dass noch während der Dreharbeiten das Drehbuch geschrieben und verändert wurde, weswegen manches nicht ganz rund läuft. Dennoch überträgt sich die Paranoia und in dieser ungeschnittenen Fassung gibt es einige denkwürdige Szenen. So etwa einige gute Make-Up-Effekte für die in den 1950ern noch nicht die Möglichkeiten bestanden haben. Vor allem die Szene im Badehaus und der berühmte Schluss lassen heute noch Gänsehaut entstehen. Zudem kommt der charismatische Hauptdarsteller Donald Sutherland dazu und Stars wie Leonard Nimoy und Jeff Goldblum. Kurz: auch in der Neuauflage ist der Film immer noch sehenswert, kann aber mit dem beeindruckenden Original aus den 1950er Jahren nicht mithalten.

Die Neuauflage kann mit einem guten Bild und Ton, aber vor allem mit den Extras punkten. Diese sind keine Werbemaßnahme, sondern sprechen in der Rückschau auch die Schwächen des Filmes und manche Anekdoten an. So gibt es zwei Audiokommentare, einen von dem Regisseur und einen mit Filmhistorikern (aber leider haben die Kommentare keine Untertitel), diverse Trailer, Filmographien aller Beteiligten (auch von Robert Duvall der hier einen wenigen Sekunden dauernden Cameoauftritt hat) und diverse interessante Featurettes. Etwa über die Story, den Sound, die Effekte. Das ist alles äußerst interessant und ergibt eine wunderbare Edition eines modernen Klassikers.


Fazit:
Ein moderner Klassiker in einem neuen Gewand mit interessanten Extras und ungeschnitten. Manche Szenen sind zu Recht berühmt geworden, aber in der Distanz fällt auch das zuweilen schwache Drehbuch auf. Mit dem Original aus den 1950ern kann er nicht mithalten, aber dennoch überzeugt er.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive / NSM Records