Detour - Umleitung - Film Noir Collection 13 - DVD

DVD Start: 09.08.2013
FSK: ab 12 - Laufzeit: 65 min

Detour - Umleitung - Film Noir Collection 13 DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Ein Autobahn-Diner in Nevada: Ein unrasierter, missmutiger Mann sitzt am Tresen und blickt in seinen Kaffeebecher. Al Roberts, so sein Name, hatte sich die Reise in den Westen anders vorgestellt. Einst war er ein zweitklassiger Jazzpianist in New York, dessen Freundin nach Kalifornien zog um Karriere zu machen. Völlig abgebrannt, folgte Roberts ihr als Anhalter und geriet so an den Handlungsreisenden Charles Haskell Jr. Als Roberts entdeckt, dass sein Begleiter tot ist, beginnt sein Weg in die Verdammnis.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Tonformate:
Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 1,33:1 (4:3 Vollbild)
Bonusmaterial:
- Booklet von Thomas Willmann
- Bildergalerie mit seltenem Werbematerial Regie

DVD und Blu-ray | Detour - Umleitung - Film Noir Collection 13

DVD
Detour - Umleitung - Film Noir Collection 13 Detour - Umleitung - Film Noir Collection 13
DVD Start:
09.08.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 65 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Detour - Umleitung - Film Noir Collection 13

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 7/10
Ton: | 8/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 8/10


Der 1945 entstandene Film noir „Detour-Umleitung“ von Edgar G. Ulmer erfuhr erst 10 Jahre nach seinem Erscheinen die Wertschätzung, die er von Anfang an verdient gehabt hätte und gilt heute als einer der Klassiker des Film noir-Genres. Das Besondere an dem Film ist nicht nur seine gelungene, düstere Geschichte, sondern darüber hinaus seine stilistische Nähe zum expressionistischen Kino, die den Film zusätzlich aufwertet. Edgar G. Ulmer, der zuvor bereits mit solch namhaften Regisseuren wie Friedrich Wilhelm Murnau oder Fritz Lang zusammengearbeitet hatte, trägt durch seine Erfahrung als Bühnenbildner (u.a. „Metropolis“) einen Großteil zur einmaligen Atmosphäre des Filmes bei und macht „Detour“ daher zu einer spannenden cineastischen Erfahrung!

Der ehemalige Jazz-Pianist Al Roberts (Tom Neal) wird von seiner Freundin bereits sehnsüchtig in Kalifornien erwartet. Er verspricht sich einen Aufschwung seiner Karriere und einen grundlegenden Lebenswandel von seiner Reise und möchte schnellstmöglich ankommen. Eine Reise per Anhalter scheint der richtige Weg zum Ziel zu sein und so steigt Al in das Auto eines Fremden. Doch dummerweise vegetiert sein Mitfahrer, nachdem Al eine Zeit lang das Steuer des Wagens übernommen hat, mausetot neben ihm vor sich hin und alles deutet daraufhin, dass Al selbst der Mörder ist. Die Femme fatale Vera (Ann Savage) scheint mehr zu wissen, als sie vor Roberts einzugestehen bereit ist und zieht ihn immer weiter in den düsteren Abgrund, der auf ihn wartet…

Völlig zu Recht gilt „Detour-Umleitung“ als einer der Klassiker des Film noir und hat auch heute nichts von seiner morbiden Faszination verloren. Die Geschichte ist ebenso simpel wie spannend geschrieben und zieht einen schnell in ihren Bann. Genretypisch gibt es kaum eine Figur, die ausschließlich positiv besetzt ist und so ist auch Al Roberts keineswegs die sympathische Hauptfigur, wie man ihr in einem modernen Thriller begegnen würde. Doch gerade deshalb entwickelt der Film eine unglaubliche Faszination, die sich bis zum grandiosen Finale unaufhörlich steigert und in einer überraschenden Schlusswendung kulminiert. Die unglaublich dichte Atmosphäre rührt - wie schon angesprochen - vor allem von den wunderbar düsteren Bildern des Filmes her, die gleichsam als Spiegel von Roberts Innenleben dienen und darüber hinaus auch die permanent herrschende Bedrohung in ansprechender Art auf die Leinwand bringen und dem Zuschauer somit ein intensives Miterleben der Geschichte ermöglichen.
Tom Neal arbeitet aus der Hauptfigur – Film noir-typisch – ein hohes Maß an Ambivalenz heraus und schafft es, seinen wahren Charakter lange nebulös in der Schwebe zu halten. Ann Savage spielt die Femme fatale Vera ebenfalls mit einem feinen Gespür für uneindeutige subtile Gesten, weshalb ihr Charakter sogar noch einen Tick rätselhafter erscheint, als der des Al Roberts. Sie wirkt gleichsam verführerisch wie auch gefährlich, was ja seit jeher den Reiz der Protagonistin eines Film noir ausgemacht hat. Inszenierung, Schauspiel und Bühnenbild wissen also restlos zu überzeugen.
So ist „Detour“ ein rundum gelungenes (ironisch gesprochen) „Noir-Vergnügen“, das man nicht nur als Fan des Genres unbedingt mal gesehen haben sollte.

Das Bild der DVD ist in Anbetracht des Alters des Filmes durchaus solide und auch der Ton liegt in einer ordentlichen Qualität vor. Allerdings scheint es keine deutsche Synchronisation des Filmes gegeben zu haben, weshalb man den Film im Originalton und mit deutschen Untertiteln geliefert bekommt. In Sachen Extras enttäuscht die DVD aber leider (nur eine Bildergalerie befindet sich mit auf der Disc).

Fazit:
Atmosphärisch wie inhaltlich gelungener Film noir, der auch 68 Jahre nach seinem Erscheinen nichts von seiner Faszination verloren hat und jedem Filmliebhaber ein Begriff sein sollte. Wenn man den Film noch nicht gesehen hat, kann man bedenkenlos zu dieser Veröffentlichung von Koch Media greifen, da der Film in einer soliden Qualität vorliegt.


by Jonas Hoppe
Bilder © Koch Media Home Entertainment