Der Verdingbub - DVD

DVD Start: 07.05.2013
FSK: ab 12 - Laufzeit: 103 min

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Inhalt

Der größte Traum des Waisenkindes Max ist es, Teil einer „richtigen“ Familie zu sein – und tatsächlich scheint sich dieser zu erfüllen: Max wird an die Familie Bösiger verdingt. Doch anstatt Liebe und Anerkennung zu bekommen, wird er wie ein Arbeitstier behandelt und von Jakob, dem Sohn der Familie, zusätzlich gedemütigt. Trost findet Max im Handorgelspiel, das ihm das zum Überleben notwendige Quäntchen Selbstachtung erhält. Seine Freundschaft zu dem Mädchen Berteli, die ihrer alleinstehenden Mutter weggenommen und als Arbeitskraft ebenfalls an die Bösigers verdingt wurde, gibt ihm Kraft. Als eine couragierte Lehrerin aus der Stadt Max` musikalisches Talent erkennt, scheint sich sein Leben zum Positiven zu ändern. So darf er sogar am lokalen Schwingfest vor der gesamten Gemeinde spielen. Doch das Fest nimmt kein gutes Ende und Max` Lebensumstände verschlimmern sich drastisch. Er beschließt, den menschenunwürdigen Bedingungen ein Ende zu setzen und entscheidet sich, zu fliehen...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch, DTS, Dolby Digital 5.1
Schweizer Deutsch, Dolby Digital 5.1
Französisch, Dolby Digital 5.1
Italienisch, Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Englisch, Französisch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Unterrichtsmaterial, Making of, Interviews, Behind the Scenes, Originaltrailer, Trailershow

DVD und Blu-ray | Der Verdingbub

DVD
Der Verdingbub Der Verdingbub
DVD Start:
07.05.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 103 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Der Verdingbub Der Verdingbub
Blu-ray Start:
07.05.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 107 min.

DVD Kritik - Der Verdingbub

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 8/10


Das Waisenkind Max wird in die Obhut der Familie Bösiger gegeben und muss sich als Hilfsbursche auf deren Schattenhof, ein Bauernhof in einem kleinen Schweizer Bergdorf, verdingen. Die Familie Bösiger selbst hat mit schweren Bedingungen zu kämpfen. Finanziell stehen sie nicht gut da und Wetterkapriolen zerstören ihre Ernte. Da der familiäre Zusammenhalt durch die Trinksucht des Vaters und die widrigen Umstände quasi inexistent ist, entlädt sich deren Frust immer wieder auf den Verdingbuben Max. Ebenso ergeht es dem Mädchen Berteli, die ihrer alleinerziehenden Mutter entzogen und ebenfalls dem Schattenhof verdingt wurde. Die Situation scheint aussichtslos, das merkt auch schnell die Lehrerin des Dorfes, die den Missbrauch an den Kindern engagiert meldet, jedoch an den festgefahrenen Gesellschaftsstrukturen zu scheitern droht.
Die Freude an der Musik und die Unterstützung der Hilfsmagd Berteli, mit der er sich anfreundet, sind die einzigen Dinge, die Max die Kraft geben, um diese schweren Zeiten zu ertragen und von einer besseren Zukunft zu träumen.

Der Film vermittelt durch seine Landschaftsbilder und die traditionelle Musik von Beginn an eine schöne Heimatfilm-Atmosphäre und schafft so eine in die Szenerie passende Grundstimmung. Zuschauer, die sich nicht unbedingt auf die Atmosphäre einlassen möchten, könnten zu Filmbeginn unzufrieden sein, denn anfangs wirkt der Film etwas gehetzt. Um die schlimme Ausgangslage des Verdingbuben Maxi zu etablieren, wird dieser beispielsweise oft mit Ohrfeigen abgestraft, die situativ nicht nachvollziehbar sind und sich auch aus den, ebenfalls kurz ausfallenden, Dialogen nicht erschließen lassen. Auf den ersten Blick läuft der Film Gefahr, in klischeehafte schwarz-weiß Malerei zu verfallen: Auf der einen Seite der arme Verdingbub, auf der anderen die bösen Herren.
Spätestens im zweiten Drittel des Films beginnt sich die Geschichte jedoch zu entfalten, und gibt jeder Figur genug Zeit zur Charakterentwicklung. Die Anfangs harmonische Heimatfilm-Atmosphäre bildet eine immer größer werdende Dissonanz zu den Schicksalen, die sich im Film abspielen. Dieser Effekt sorgt dafür, dass es dem Zuschauer umso näher geht, wenn die Familie Bösiger den beiden Verdingkindern zusetzt.
Auch bekommt man im weiteren Filmverlauf einen Einblick in die Familie Bösiger selbst, wobei klar wird, dass sie die Rolle der klassischen Antagonisten nicht ausfüllen können. Sie handeln nicht aus Bösartigkeit, vielmehr sind Not, Hilflosigkeit und der Frust darüber die stärkeren Motive, die zur Misshandlung von Max und Berteli führen. Man kann diese Taten als Zuschauer zwar nicht verstehen, aber doch nachvollziehen, wird als so auch zum Nachdenken angeregt, dass die Misere nicht so einen einfachen Ursprung haben kann.
Der Erzählstrang der Dorflehrerin, die bei ihrem Einsatz für die Kinder an Grenzen stößt und dem Zuschauer so den gesellschaftlichen Habitus des damaligen Verdingwesens in der Schweiz offenbart, führt eine weitere Ansicht auf die Thematik ein und macht den Film zu einem komplexen Drama, das im Laufe der Zeit immer packender und berührender wird.

Mit welchem Engagement die Produzenten an den Film mit seiner schwierigen Thematik gegangen sind, wird zusätzlich klar, wenn man die Extras der DVD betrachtet. Dort sind nämlich Materialien für den Schulunterricht dabei, einzelne Filmszenen, die mit dazu passenden Arbeitsblättern zur Interpretation und Diskussion einladen. Dabei wird nicht nur das historische Wissen um die Zeit des Verdingwesens in der Schweiz gefördert, es werden auch andere im Film angesprochene Thematiken behandelt, wie zum Beispiel Alkoholkonsum und Umgang mit Sexualität, immer festgemacht an den Charakteren im Spielfilm. Mit einer Trailerparade sowie einem „Making of“ liefert die DVD noch weitere Extras. Liebhaber von Atmosphäre und Authentizität können sich den Film auch auf Schwizerdütsch anschauen, deutsche Untertitel stehen zur Verfügung.

Insgesamt ist diese DVD also zu empfehlen. Als Spielfilm an sich ein solides Drama, das sehr respektvoll und engagiert mit einem dunklen Kapitel in der Schweizer Geschichte umgeht.

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by Marius Voigt
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment