Der Tod weint rote Tränen - DVD

DVD Start: 29.01.2015
FSK: ab 16 - Laufzeit: 98 min

Der Tod weint rote Tränen DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Als Dan von einem Businesstrip in sein stylisches Brüsseler Jugendstilheim zurückkehrt, ist seine Frau Edwige plötzlich verschwunden - und das, obwohl ihre Wohnung von innen verriegelt ist. Die Suche nach ihr konfrontiert ihn mit einem Labyrinth an Gängen, kryptischen Hinweisen und sexuellen Obsessionen und entwickelt sich zu einem veritablen Albtraum, der zum Angriff auf sämtliche Sinne ansetzt.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Dänisch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Originaltrailer

DVD und Blu-ray | Der Tod weint rote Tränen

DVD
Der Tod weint rote Tränen Der Tod weint rote Tränen
DVD Start:
29.01.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 98 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Der Tod weint rote Tränen Der Tod weint rote Tränen
Blu-ray Start:
29.01.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 102 min.

DVD Kritik - Der Tod weint rote Tränen

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 10/10
Ton: | 10/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 9/10


Horrorkunst - Nach „Amer“ kommt mit „Der Tod weint rote Tränen“ (auf den Festivals lief er unter dem Titel „The Strange Colors of your Body Tears“ welcher auch ziemlich dem französischen Originaltitel entspricht) das nächste Meisterwerk des Regieduos Hélène Cattet und Bruno Forzani heraus, welches ebenso sperrig ist wie sein Vorgänger, aber auch ebenso faszinierend. War „Amer“ eine Hommage an den Giallo und trieb dessen Stilmittel auf die Spitze, so ist es hier weniger ein Psychogramm wie in „Amer“, sondern eher eine Reise in die erotischen Obsessionen. Natürlich ist auch hier der Horror eher psychologisch. Wie es bei jedem guten ist, denn Horror entsteht meist im Kopf des Betrachters, indem er beispielsweise einem Geräusch etwas Bedrohliches zuschreibt, obwohl dem nicht so sein muss. Hier meint man ein Spukhaus zu betreten, in dem merkwürdiges geschieht und Menschen verschwinden, wobei die vielen Gänge des Hauses auch psychoanalytisch gesehen für die unbewussten Wünsche und Triebe stehen können, die manche hier ausleben werden und aufgrund derer sie in Gefahr geraten. Die eigentliche Handlung, ja die gibt es im Gegensatz zu „Amer“, und die Zusammenhänge erschließen sich einem aber kaum, sondern gehen im Bilderrausch unter. Wenn man am Ende meint, nun alles verstanden zu haben, ist der Film doch noch nicht zu Ende, sondern es kommen einige Szenen, die alles was man glaubte zu wissen über den Haufen werfen und wieder alles in Frage stellen. Freudianisch gesehen kann man sich komplett in den teils kaleidoskopischen Bildern austoben, die manchmal schon Assoziationen an einen Rorschach-Test zulassen. Ebenso sehen die Kopfwunden manchmal wie eine Vagina aus, was zu den Obsessionen und erotischen Wünschen passt, die meist im Kopf vorherrschen und nicht zugelassen werden. Das Ausleben bedeutet hier den Tod. Der Horror entsteht hier in der Vorstellung und in Wünschen und weniger in sichtbarer Gewaltdarstellung, die aber dennoch vorkommt. Nur ist sie nicht Ziel und steht nicht im Vordergrund, sondern ist immer mit Leidenschaft gepaart und nicht wie sonst im Horrorfilm Selbstzweck. Vielmehr herrscht von Anfang an ein diffuses Unbehagen vor, was aufgrund des Surrealismus auch dem Zuschauer so geht, da er viele Bilder nicht einzuordnen weiß und sie manchmal auch nicht direkt entschlüsseln kann. Jedenfalls ist auch dieser Film wieder eine Reise in Genremittel mit faszinierenden Bildern die einen nicht mehr loslassen.

Der Ton ist sehr gut und besonders die Soundeffekte kommen voll zur Geltung, etwa wenn in das menschliche Fleisch geschnitten wird. Auch das Bild kann voll überzeugen und besonders bei diesen Regisseuren kommen die Abstufungen schön klar und deutlich hervor und auch satte Farben werden geboten. Einzig die Extras enttäuschen auf ganzer Linie, da es hier nur den Trailer gibt. Da wäre ein Making schön gewesen, da man gerne gewusst hätte, wie manche Aufnahmen wohl entstanden sind. Und worum es wohl phasenweise gehen mag.

Faszinierend und sperrig. Nach „Amer“ kommt das nächste Meisterwerk, das ähnlich funktioniert und den Horror im psychologischen Bereich ansiedelt, aber immer noch nicht eine Geschichte erzählt. Freudianer werden ihren Spaß haben.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Koch Media