Der Krieg - DVD

DVD Start: 12.03.2010
FSK: ab 16 - Laufzeit: 130 min

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Inhalt

70 Jahre nach Kriegsbeginn beleuchtet die neue dreiteilige Dokumentation „Der Krieg" die größte Katastrophe des 20. Jahrhunderts aus einer ganz neuen Perspektive. In über 100 Archiven aus 17 Ländern suchten die französischen Filmemacher Isabelle Clarke und Daniel Costelle nach bisher unbekanntem Bildmaterial. Die gezeigten dokumentarischen Filme sind überwiegend in Farbe und bieten dadurch eine ungewohnte Sicht auf die Realität des Krieges. Filme, die von Zeitzeugen - Soldaten und Zivilisten - selbst gedreht oder in Archiven lang unter Verschluss gehalten wurden, sind mit den offiziellen Bildern aus dieser Zeit kombiniert worden und erweitern dadurch den Blick auf Verlauf und Wirklichkeit des Kriegsgeschehens immens.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (Dolby 2.0)
Bildformat: 16:9
Bonusmaterial:
Trailershow, Informationsheft

Video on demand - Der Krieg

DVD und Blu-ray | Der Krieg

DVD
Der Krieg Der Krieg
DVD Start:
12.03.2010
FSK: 16 - Laufzeit: 130 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Der Krieg Der Krieg
Blu-ray Start:
19.03.2010
FSK: 16 - Laufzeit: 130 min.

DVD Kritik - Der Krieg

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 7/10
Extras: | 2/10
Gesamt: | 7/10


Der Zweite Weltkrieg war die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte. Kein anderer Krieg verlangte so viele Opfer und vereinte so viele Staaten in militärischen Aktionen. Die Dokumentation „Der Krieg“, die kürzlich in der ARD lief, schildert in drei Teilen Beginn, Verlauf und Ende des Krieges. Dabei geht sie sowohl auf Europa als aber auch auf Asien und Afrika als Schauplätze von Schlachten ein. Die Besonderheit dieser Doku ist aber die technische Seite: Zahlreiche Originalaufnahmen wurde koloriert und in HD gefasst.

Dokumentationen über den Zweiten Weltkrieg gibt es in Massen und nicht wenige dürften des Themas längst überdrüssig sein. Viel zu oft schon hat Guido Knopp uns über Hitlers Helfer, Organisationen, Soldaten und was auch immer informiert. Insofern wäre eine weitere Berichtserstattung, die einen ähnlichen Stil, also den Unterhaltungswert vor den Informationswert stellt, verfolgt, zu diesem Thema unnötig gewesen. Aber „Der Krieg“ ist anders: Der Film zeigt eine große Reihe bisher ungezeigter Privataufnahmen, die darüber hinaus auch noch nachträglich mit Farben versehen wurden. Die technische Nachbearbeitung ist dabei überaus gut gelungen. Die Farben wirken sehr authentisch und fügen sich, mit sehr wenigen Ausnahmen, in die historischen Bilder sehr gelungen ein. Aus Pietätgründen wurden hierbei Szenen von Massakern der Japaner in China und der Shoah ausgelassen und im Original belassen. Allein wegen dieser Bildgewalt, bei der zahlreiche, sehr eindringliche Videos dabei sind, lohnt sich für jeden Interessierten ein Blick auf den Dokumentarfilm.
Die FSK-Einstufung von einer Freigabe ab sechzehn Jahren ist für einen Dokumentarfilm äußerst ungewöhnlich, aber wird durch den Fokus, der auf der Unterhaltung liegt, und einiger, durch die Farben wesentlich eindringlicherer Szenen durchaus schlüssig.
Dass der Schwerpunkt auf der Unterhaltung liegt, wird aus verschiedenen Punkten ersichtlich. So wird häufig Musik verwendet, um zu emotionalisieren. Auch sind die Sachverhalte sehr einfach gehalten, was wiederum die großen Nachteile des Dreiteilers mit sich bringt: In vielen Fällen sind die angeführten Fakten, insbesondere die Zahlen, mit Vorsicht zu genießen. Gerade wenn es um Opferzahlen geht, werden nur einfache Zahlen und kein Zahlenspektrum genannt. Das führt zwangsläufig zu Ungenauigkeiten. Auch sonst werden Thesen einseitig verwendet, Erklärungen bleiben monokausal, umstrittene Themen werden nicht als solche gekennzeichnet. Fehlende Quellenmarkierung macht es zudem nicht einfacher. Aus diesen Gründen ist die Dokumentarreihe, ähnlich wie die Knoppfilme, etwa für den Unterricht eher ungeeignet. Wer schon vertieftes Wissen über den Krieg besitzt, dürfte ebenso wenig dazulernen. Der Informationswert liegt eher in einer groben Nachzeichnung des Kriegsverlaufs, die gut gelungen ist. An allen relevanten Fronten wird der Ablauf der Kampfhandlungen anschaulich und mit Karten untermalt geschildert. Dabei gehen die verschiedenen Kommentatoren (Zeitzeugen oder Experten kommen nicht zu Wort), die sich abwechseln und von denen jeder eine gute Stimme hat, auch auf eher unbekannte Teilaspekte ein, etwa die Vichy-Flotte oder die Schlacht um den Guadalcanal. Allerdings bleiben, naturgemäß versteht sich, auch einige große Kampfschauplätze wie Iwo Jima oder Jugoslawien, das nur in einem Nebensatz erwähnt wird, außen vor. Somit ist die Reihe insgesamt durchaus brauchbar, um sich einen Überblick über die sechs Kriegsjahre zu machen, nicht aber für die Vermittlung sorgfältig recherchierter, tiefer gehender Information.
Der entscheidende Punkt ist eben, dass der Film eher zur Unterhaltung tauglich ist. Unter diesem Aspekt betrachtet, kann er als durch und durch gelungen angesehen werden.

Die Kolorierung ist äußerst gut gelungen. Die Aufnahmen sehen sehr authentisch aus. Darüber hinaus veranschaulichen Karten die Frontverläufe. Die Bildqualität der DVD kann daher auf voller Linie überzeugen. Der Ton bietet weniger Besonderheiten, wartet dafür aber mit sehr guten Sprechern auf. Allerdings wirkt der übermäßige Einsatz von Musik oft zu plump. Das hätte die Produktion so nicht nötig gehabt, die Bilder allein hätten auch so ihre Wirkung entfaltet. Als Bonusmaterial liegen dem Silberling eine Trailershow sowie ein kleines Heftchen mit weiteren Informationen bei. Leider haben sich die Extras damit auch schon erschöpft, ein Einblick in die Recherche in Privathaushalten oder die Kolorierung der Aufnahmen wäre sicherlich interessant gewesen.
Auch sind die drei Episoden nur einzeln anwählbar, eine Funktion darauf, alle abzuspielen, ist nicht vorhanden.
Darüber hinaus fehlt eine Funktion auf Untertitel.

Fazit
„Der Krieg“ ist eine dreiteilige Dokumentation mit hohem Unterhaltungs-, aber geringem Informationswert. Teilweise werden falsche Eindrücke suggeriert, als Zuschauer ist man gut beraten, die Filme nicht als Quelle zu verwenden. Um sich einen Überblick über den groben Kriegsverlauf zu machen, aber sehr gut geeignet. Besonders aber wegen der beeindruckenden Bilder empfehlenswert.


by Bastian Gabrielli
Bilder © Alive AG




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