Der Aufsteiger - DVD

DVD Start: 15.03.2013
FSK: ab 12 - Laufzeit: 115 min

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Inhalt

Minister Saint-Jean wird mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen: Ein Reisebus ist in eine Schlucht gestürzt, mehrere Jugendliche sind tot. Flugs reist der Herr Minister mit seiner PR-Beraterin an den Unfallort, um Betroffenheit zu demonstrieren - und schon am nächsten Morgen in Paris für weitere Interviews zur Verfügung zu stehen. So beginnt der Aufstieg eines neuen Sterns am Polithimmel, die unverhoffte Karriere eines Staatsdieners, in der eine Katastrophe die nächste jagt. "4000 Kontakte im Handy und nicht ein Freund darunter“, stöhnt Saint-Jean. Doch ihm bleibt nichts übrig, als weiterzumachen: Machtgewinn bleibt das höchste Ziel der Politik, das Spiel mit den Medien, Kuhhändel und Intrigen gehören zum politischen Handwerk - und immer wieder verschlingt der Staat seine Diener...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Indigo / Kool Filmdistribution
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Spanisch (Dolby Digital 2.0)
Italienisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Foto-Galerie, Trailershow, Wendecover

DVD und Blu-ray | Der Aufsteiger

DVD
Der Aufsteiger Der Aufsteiger
DVD Start:
15.03.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Der Aufsteiger

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 2/10
Gesamt: | 9/10


„Politik ist eine Wunde, die niemals verheilt“: Macht und ihre oftmals verheerende Wirkung wurden im Kino schon oft thematisiert, ein junges Beispiel ist Steven Spielbergs Film „Lincoln“, der sich als Studie über die Verantwortung, die mit politischer Macht einher geht, rezipieren lässt. Allerdings schwingt bei „Lincoln“ immer eine, für die Amerikaner wohl kaum zu verhindernde Glorifizierung mit, die eine objektive Analyse der politischen Macht leider nicht ermöglicht. Pierre Schoeller geht mit seinem gnadenlos ehrlichen und zynischen Werk „Der Aufsteiger“ einen sehr viel mutigeren Weg und präsentiert uns einen intelligenten Film über den politischen Prozess in Frankreich.

Der Verkehrsminister Saint-Jean (Olivier Gourmet) ist ein ambitionierter Politiker, der für den Erfolg alles tun würde. So besucht er beispielsweise Unfallorte, um sein Image beim Volk zu verbessern und heuchelt hier und dort Betroffenheit. Hierbei geht es ihm lediglich um politische Macht, die er mit allen Mitteln zu erhalten und zu vergrößern versucht. Er ist ein klassischer „Aufsteiger“-Typ, der nach und nach jegliches Gespür für die Moral zu verlieren droht und einen kaum zu bändigenden Selbsterhaltungstrieb entwickelt. Als es zu einem Streit um die Privatisierung der Bahnhöfe kommt, muss Saint-Jean schließlich feststellen, dass man in einem solch zynischen System, in welchem kein Platz für Ideale existiert, nur zum Verlierer werden kann…

Kaum ein Film hat letztes Jahr so viele positive Kritiken erhalten wie Pierre Schoellers „Der Aufsteiger“ und das zu Recht! Schoeller gelingt mit seinem Film ungeheuer geistreiches Kino, das jedoch nie den Fehler begeht, seine Kritik am Kampf um die politische Vormachtstellung allzu trocken zu präsentieren. Ganz im Gegenteil: Die latent existierende Spannung des Films erreicht ein immens hohes Niveau, was beweist, dass es durchaus gelungene Symbiosen aus Anspruch und Unterhaltung geben kann, wenn man es denn so intelligent inszeniert wie es hier der Fall ist. Auch ein in Politfilmen häufig anzutreffender Fehler, nämlich die Schuldzuweisung auf konkrete Personen, wird hier glücklicherweise vermieden. Nicht Einzelpersonen sind der Grund für den Verlust der Moral, sondern das System selbst! Es wurde höchste Zeit, dass diese Erkenntnis endlich das Kino erreicht, da alles andere zu eklatanten Vereinfachungen geführt hätte. So ist der Minister Saint-Jean gleichsam Täter und Opfer, was den Film umso interessanter werden lässt. Er wird von Olivier Gourmet als machthungriger, opportunistischer Politiker dargestellt, der einen inneren Konflikt zu bewältigen hat. Dieser Kampf zwischen alten Idealen und seinen am Machtgewinn (und Erhalt) orientierten Handlungsweisen erzeugen eine angenehme Ambivalenz, die einen willkommenen Gegenpol zur Hollywood-typischen Schwarz/Weiß-Malerei darstellt. Auch Michel Blanc als Saint-Jeans Staatssekretär und ‚einziger Freund’ Gilles spielt seine Rolle fabelhaft und hat die eine oder andere subtile Wandlung darzustellen. Doch die eigentliche Stärke von „Der Aufsteiger“ ist die kühle Inszenierung, welche alle gängigen Klischees des Genres konsequent umschifft und den politischen Wettkampf in alle seine unschönen Einzelteile zerlegt, um diese dem Zuschauer anschließend in ihrer ganzen Boshaftigkeit genüsslich zu präsentieren. Der unterschwellige Humor des Filmes wird sicherlich nicht jedem gefallen, ungemein intelligent ist er aber auf jeden Fall. In beinahe jeder Szene schwingt zudem bitterer Zynismus mit, welcher ebenso klug in das Drehbuch eingewoben wurde.

Bild und Ton der DVD lassen keine Wünsche übrig, während die Extras nur sehr mager ausfallen. Lediglich der Trailer und eine Bildergalerie befinden sich auf der DVD.

Fazit: Pierre Schoellers „Der Aufsteiger“ vereint bittere Erkenntnisse mit Spannung und intelligentem Humor! Die zerstörerische Wirkung von Macht ist ebenso ein Thema wie die groteske Entwicklung, die unsere Demokratie gemacht hat: Medialpopulistisch und der Wirtschaft unterworfen liefert selbige beinahe keine Handlungsalternativen zum unmoralischen Verhalten der Hauptfigur. Ein cineastisches Geschenk voller unbequemer Wahrheiten und Überraschungen!

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by Jonas Hoppe
Bilder © Indigo / Kool Filmdistribution