Der Albaner - DVD

DVD Start: 09.03.2012
FSK: ab 12 - Laufzeit: 104 min

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Inhalt

Arben macht sich auf vom ärmsten Land Euopas in das reichste. Er braucht Geld, um seine heimliche Liebe Etleva heiraten zu können. Aber für illegale Einwanderer gelten hier ganz eigene Gesetze. Nur wer keine Skrupel kennt, setzt sich durch. Arben riskiert alles, um seinen Traum zu erfüllen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Indigo / GoodMovies
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Französisch, Albanisch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- MAKING OF
- Trailer

DVD und Blu-ray | Der Albaner

DVD
Der Albaner Der Albaner
DVD Start:
09.03.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 104 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Der Albaner

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 10/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 9/10


Schicksal eines Illegalen
„Der Albaner“ ist eine wahrlich positive Überraschung und verdient das Prädikat Junges Deutsches Kino mehr als verdient. Gerade bei diesem Thema, das Schicksal und die Schwierigkeiten eines illegalen Einwanderers in Deutschland, waren deutsche Filmemacher bislang immer in die Versuchung geraten ein kitschiges Erfolgserleben zu schildern, welches eindeutig der multikulturellen Erwartung entsprach. Damit eng verbunden ist der pädagogisch erhobene Zeigefinger, der bisweilen solche Filme unansehnlich gemacht hat, da es gerade mündige Zuschauer nur noch nervt. „Der Albaner“ ist ein wahrer Glücksfall, da er sämtliche bislang benutzte Zeichen und Erzählungen zwar einerseits ignoriert aber andererseits dennoch engagiert ist. Der Film ist sehr intensiv und auch sehr gut gespielt. Dabei gelingt es ihm sehr nüchtern, mit einem fast schon dokumentarisch anmutenden Tonfall, seine Geschichte zu erzählen, aber doch den Zuschauer emotional zu beteiligen ohne das sich dieser belehrt oder erzogen fühlt. Durch das permanente Verfolgen des Helden wird exemplarisch das Schicksal eines illegalen Einwanderers sehr nachvollziehbar. Und damit schafft der Film mehr Verständnis für diese Menschen als ein soziokulturell überfrachtetes Lehrstück. Vor allem gelingt die Gratwanderung dadurch, dass Deutschland nicht als das gelobte Land dargestellt wird, sondern eher als eine Notwendigkeit, damit sich der Held Ben in Albanien, seiner Heimat, seine Wünsche und Träume erfüllen kann. Alle Szenen die in Deutschland spielen, also rund die Hälfte des Filmes, sind grau und das Land wirkt abseits der Oberfläche und der touristischen Attraktionen nur noch schmutzig. Ein Illegaler lernt eben nur die Hinterhöfe kennen und alles ist grau, kalt und regenreich. Dementsprechend sind die hier spielenden Szenen auch alle von einer großen Enge bestimmt. Sei es nun der Schlafplatz der Obdachlosen, die Arbeitsstätten oder die Räume: alles ist eine Falle und verhindert eine Entfaltung jeglichen Potentials. Einfach aufgrund der Sprachschwierigkeiten und wegen des mangelnden Visums. Da bleibt fast nur noch der Schritt in die Kriminalität. Demgegenüber stehen die sonnigen Aufnahmen der schroffen und schönen Landschaft Albaniens, welche filmsprachlich eindeutig als das Sehnsuchtsland gezeigt wird. Und die ganze Entwicklung des Helden ist zudem noch spannend. Kann er rechtzeitig an das nötige Geld gelangen? Wird er festgenommen und abgeschoben? Bekommt er seine Frau? Was ist mit seiner Familie? Insgesamt also einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre.

Das Bild und der Ton sind sehr gut. Das Making Of besteht in der Form von Auszügen eines Videotagebuches und gewährt somit interessante Einblicke von der Finanzierung, der Drehortsuche, den Dreharbeiten usw. Zwangsläufig bleibt es deswegen leicht an der Oberfläche und vertieft nichts richtig. Eine Trailershow gibt es natürlich auch noch.

Ein wahrer Glücksfall des deutschen Kinos. Mit einer gelungenen Bildsprache, guten Darstellern und einem Tonfall abseits aller Klischees macht er das Leben eines illegalen Einwanderers besonders für den deutschen Zuschauer nachvollziehbar und vermag ihn auch trotz aller Nüchternheit emotional zu beteiligen.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Indigo / GoodMovies