Der junge Karl Marx - DVD

DVD Start: 20.10.2017
FSK: ab 6 - Laufzeit: 113 min

Der junge Karl Marx DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

1844: In Deutschland werden die Stimmen der massiv unterdrückten intellektuellen Opposition immer lauter. In Frankreich setzen sich die Arbeiter des Faubourg St. Antoine erneut in Bewegung, sie sind der Kern sämtlicher Revolutionen. Auch in England strömt das Volk auf die Straße. Doch hier geht es nicht mehr nur darum, die Könige zu stürzen. In Manchester nimmt die industrielle Revolution ihren Anfang. Mit 26 Jahren befindet sich Karl Marx mit seiner Frau Jenny bereits im Exil in Paris. Dort trifft er 1844 den jungen Friedrich Engels, Sohn eines Fabrikbesitzers, der sich mit dem neuen Phänomen der Verelendung des englischen Proletariats beschäftigt. Der Dandy Engels verkörpert das letzte Puzzlestück, das Karl Marx zur Erstellung seines neuen Weltbildes noch fehlt. Trotz Zensur und Polizeirazzien, Aufruhr und politischen Machtübernahmen gelingt es ihnen, ihre Diagnose der bestehenden Machtverhältnisse in eine neue Vision von menschlicher Gemeinschaft zu übersetzen. Ohne Übertreibung der komplexeste theoretische und politische Wandel in der Geschichte seit der Renaissance. Vollkommen unerwartet bewirkt durch zwei Söhne gut situierter Familien, brillant, anmaßend und komisch.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: goodmovies / Neue Visionen
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Interviews mit Darstellern und dem Regisseur

DVD und Blu-ray | Der junge Karl Marx

DVD
Der junge Karl Marx Der junge Karl Marx
DVD Start:
20.10.2017
FSK: 6 - Laufzeit: 113 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Der junge Karl Marx Der junge Karl Marx
Blu-ray Start:
20.10.2017
FSK: 6 - Laufzeit: 118 min.

DVD Kritik - Der junge Karl Marx

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 5/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Bei DER JUNGE KARL MARX handelt es sich im Grunde um eine Schilderung der Ereignisse, die zum Verfassen des Manifestes der Kommunistischen Partei führten. Darüber hinaus handelt der Film aber auch von der Freundschaft zweier Männer, die mit ihrem Denken die Welt verändern sollten. Bei diesen Männern handelt es sich namentlich um Karl Marx (August Diehl) und Friedrich Engels (Stefan Konarske). Es wird gezeigt, wie sich diese beiden Denker zunächst in Abscheu zueinander begegneten und sich letztlich gegenseitig mit ihren Ideen in der Weise befruchteten, sodass es ihnen gelang ein neues Bewusstsein für die gesellschaftlichen Verhältnisse zu etablieren. Oft verkannt sieht man hier ihren Kampf um ein Gehör und ihren Kampf gegen die umherstreifenden kopflosen Revolutionäre, die in Europa ihr Unwesen getrieben haben.

Das letzte Puzzlestück, das zu seiner rückhaltlosen Beschreibung der Krise noch fehlte: Karl Marx (August Diehl) freundet sich 1844 im Pariser Exil mit Friedrich Engels (Stefan Konarske) an.
Das letzte Puzzlestück, das zu seiner rückhaltlosen Beschreibung der Krise noch fehlte: Karl Marx (August Diehl) freundet sich 1844 im Pariser Exil mit Friedrich Engels (Stefan Konarske) an. © Kris Dewitte, Neue Visionen Filmverleih
DER JUNGE KARL MARX ist ein Biopic, welches ebenso als ein Historienfilm angesehen werden kann. Bei dem Titel könnte man gut und gerne annehmen, dass der Film sich auf vorwiegend auf die Verhältnisse von Proletariat und Bourgeoisie konzentrieren würde. Die Darstellungen von eben diesem Verhältnis nehmen tatsächlich jedoch nur einen kleinen Teil des Films ein und sind vorwiegend an die Erfahrungen der Protagonisten geknüpft. Das heißt jedoch nicht, dass dieses Thema nicht allgegenwärtig ist. Nur wird mehr davon gesprochen, als dass es gezeigt werden würde. Das vorwiegende Anliegen dieses Film ist vielmehr, die Menschen hinter den großen Namen zu zeigen, wie ihre Freundschaft gedeiht und dem Umstand Aufmerksamkeit schenkt, als dass es nicht nur die beiden waren, die an dem Manifest der Kommunistischen Partei gearbeitet haben. Hier wird nämlich auch der Einfluss von Jenny Marx (Vicky Krieps) Tribut gezollt. Bei all den politischen Themen kann der Film folglich auch als ein Film über Familie gehandelt werden und was es bedeutet, sich gegenseitig zu unterstützen und den Rücken zu stärken, und was es bedeutet, alles und jeden infrage zu stellen, mit all den daraus entstehenden Repressalien.

Der Handlungsaufbau von DER JUNGE KARL MARX verläuft dabei chronologisch, wobei viel mit Zeitsprüngen zu den einflussreichsten Ereignissen auf dem Weg zum Manifest der Kommunistischen Partei. Dabei werden die Ereignisse klar geschildert, wobei es hier und da doch einer gewissen Vorbildung bedarf, um dem Gesagten auch in seiner Bedeutung folgen zu können. Das bedeutet im Grunde, dass wir es hier trotz der linearen Abfolge der Geschehnisse mit einem äußerst komplexen Film zu tun haben.

Er kennt sowohl die Ärmsten der Armen und die Industrie wie seine Westentasche: Friedrich Engels (Stefan Konarske) hat sich in die Rebellin Mary Burns (Hannah Steele) verliebt.
Er kennt sowohl die Ärmsten der Armen und die Industrie wie seine Westentasche: Friedrich Engels (Stefan Konarske) hat sich in die Rebellin Mary Burns (Hannah Steele) verliebt. © Kris Dewitte Neue Visionen Filmverleih
Ein Hingucker sind vor allem die Kostüme und die Settings. Die ärmlichen Behausungen und die Kleidung der Arbeiter und Arbeiterinnen stehen in einem starken Kontrast zu dem eher gehobenen Ambiente, welches in den Kreisen der Bourgeoisie gepflegt wird. Das zu transportieren ist bei diesem Beitrag sehr umfassend gelungen. Auch in Bezug auf die Darstellerleistungen hat sich der Regisseur Raoul Peck nicht lumpen lassen. Die drei Hauptdarsteller Diehl, Konarske und Krieps spielen in einer tollen dynamischen Art und Weise miteinander und verkörpern die Figuren mit sichtbarem Engagement. Diehl gibt hier glaubhaft den stets kritischen bzw. rebellischen Marx, der nicht nur die Verhältnisse von Arbeit und Lohn, sondern auch seine vermeintlichen Mitstreiter und Mitstreiterinnen aufs Schärfste in Frage stellt. Konarske steht ihm ebenfalls in Nichts nach, wenn er den mit seiner Herkunft hadernden Engels mimt. Und die Kraft und die Vehemenz mit der Vicky Krieps die Jenny Marx verkörpert darf ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Letzten Endes kann in Bezug auf die Schauspielleistung aller Beteiligten nicht wirklich etwas angeprangert werden. Jeder der an der Produktion Beteiligten liefert hier eine gute bis sehr gute Performance ab.

Verschworene Hoffnungsträger: Auch Jenny Marx (Vicky Krieps) freundet sich in Paris mit Friedrich Engels (Stefan Konarske) an.
Verschworene Hoffnungsträger: Auch Jenny Marx (Vicky Krieps) freundet sich in Paris mit Friedrich Engels (Stefan Konarske) an. © Kris Dewitte, Neue Visionen Filmverleih
BILD:
Das Bild der DVD lässt leider zu Beginn des Films ein wenig zu wünschen übrig, pegelt sich jedoch dann auf einem soliden Niveau ein. Hier ist zwar nicht von großen Beeinträchtigungen die Rede, doch es fällt doch gerade zu Beginn des Films stark auf.

TON:
Der Ton ist gut abgemischt. Der Fokus liegt hier ganz klar auf den Stimmen, wird der Film doch vorwiegend durch die Gespräche der Protagonisten mit ihren Gegenübern getragen. Hier kann also von keiner negativen Kritik die Rede sein.

EXTRAS:
Bei der Heimkinoauswertung wurde ganz klar der Fokus auf den Film selbst gelegt. In diesem Sinne wartet die DVD lediglich mit ein paar Interviews mit den Darstellern und dem Regisseur auf. Das ist bei dieser Art von Film nicht wirklich verwunderlich, doch wäre hier und da ein Einblick in die Recherche des Materials wünschenswert gewesen, denn wer sich für diesen Film entscheidet, wird sich vermutlich auch für die dahinterstehende Thematik interessieren.


Fazit:
DER JUNGE KARL MARX ist ein Film über die Freundschaft und Familie zweier großer Denker, dessen Dasein zuweilen in Widerspruch zu ihren Ideen steht. Das wurde glaubhaft und eindrucksvoll in diesem Film transportiert. Dabei kommt der Film mit einer aufrührerischen Energie daher, die einem zum Nachdenken über die Verhältnisse in denen wir selbst uns bewegen animieren kann. Sehr gelungen!

by Martin Fischer
Bilder © goodmovies / Neue Visionen