Das kalte Herz - DVD

DVD Start: 31.03.2017
FSK: ab 12 - Laufzeit: 115 min

Das kalte Herz DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

12,99 € jetzt kaufen
11,99 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD und Blu-ray zum Film

Inhalt

Der Schwarzwald in mythischer Vorzeit. Die Liebe von Peter (Frederick Lau) und Lisbeth (Henriette Confurius) steht unter einem schlechten Stern – sie ist aus gutem Hause, er ist arm und von niedrigem Stand. Um reich zu werden, schließt Peter einen teuflischen Pakt mit dem Holländer Michel (Moritz Bleibtreu) und lässt sich von ihm anstelle seines Herzens einen Stein in die Brust setzen. Dadurch wird Peter rücksichtslos und fühlt nichts mehr. So kommt er seinem Ziel schnell näher und wird reich und angesehen. Doch Lisbeth erkennt Peter nicht mehr wieder und stellt sich gegen ihn. Um Lisbeth zurück zu gewinnen, muss er sein Herz wiederbekommen.

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Weltkino
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Unveröffentlichte Szenen, Entstehung der Spezialeffekte, Interviews mit Schauspielern und Regisseur, Musikvideo mit Philipp Poisel, Hörfilmfassung, Trailer, Trailershow, Wendecover


DVD und Blu-ray | Das kalte Herz

DVD
Das kalte Herz Das kalte Herz
DVD Start:
31.03.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Das kalte Herz Das kalte Herz
Blu-ray Start:
31.03.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 119 min.

DVD Kritik - Das kalte Herz

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 7/10


Aktuelles Märchen
In den letzten Jahren haben Märchenfilme wieder Konjunktur. Vor allem aus Hollywood waren mehrere Adaptionen zu sehen, die aber teils erheblich von dem ursprünglichen Märchen abwichen und diese noch viel mehr als eh schon in den Fantasybereich verorteten und Effektgewitter daraus machten. „Das kalte Herz“ ist da das genaue Gegenteil. Das kalte Herz SzenenbildDie Epoche in welcher die Handlung spielt, bleibt zwar etwas unbestimmt, so dass man sich nicht an historische Vorgaben halten muss, ist aber eindeutig in der Vergangenheit angesiedelt. So überwiegt auch kein Fantasyanteil, sondern die Märchenaspekte ergänzen und füllen das Drama welches hier im Grunde erzählt wird. Da der Schwerpunkt auf dem Schicksal der beiden Hauptfiguren liegt, ist das nicht ironisch erzählt und der Märchencharakter wird dementsprechend ernst genommen.

Anstelle eines Effektgewitters streicht der deutsche Film die aktuellen Bezüge, welche Märchen auch heute noch haben können, sehr stark heraus. Hier ist es vor allem eine starke Kritik am Kapitalismus und am Materialismus. Das betrifft nicht nur den Raubbau an der Natur, wenn etwa die Holzfäller und der Holzhändler auch die alten von Waldgeistern bewohnten Haine abholzen wollen und so die Naturgeister und das Gefüge der Welt schwächen. Da ist es übrigens ein bisschen peinlich geworden, wenn die Helfer des mythologischen Glasmännchens alberne Hüte aufhaben die sehr an Wichtel erinnern und aus Rinde und Blätter gefertigt sind. Noch stärker als die Umweltzerstörung wird hier aber der Kapitalismus kritisiert. Die Kapitalisten und wirtschaftlich Erfolgreichsten des Ortes haben kein Herz mehr, sondern stattdessen einen Stein in der Brust. Das ist natürlich sehr plakativ und eine Symbolik die man niemanden mehr erklären muss, aber das gehört eben zu Märchen die immer auch erzieherischen Charakter haben und in denen die Guten gut, die Bösen böse und die Frauen unschuldig und rein sind. Letzteres übrigens trotz eines vorehelichen Geschlechtsverkehrs wie hier, was man bis vor einigen Jahren wohl kaum in einem Märchen vorgefunden hätte. Angesichts der Handlung, ein junger Bursche will seine Angst überwinden und Erfolg haben und tauscht dafür sein Herz ein, setzt der Film viel auf seine Figuren und damit auf die Darsteller. Da steht und fällt die Wirkung mit dem Ensemble, das hier aber mustergültig besetzt ist. Das kalte Herz SzenenbildVor allem die Hauptrollen sind sehr gut gespielt. Frederick Lau kann auch ohne sich auf die Maske verlassen zu müssen den Wandel seines Charakters wunderbar spielen und Henriette Confurius ist eine wahre Entdeckung der man die Erfahrung trotz der jungen Jahre schon anmerkt (den ersten TV-Auftritt hatte sie im Alter von neun Jahren). Nur gegen Ende gibt es eine Szene die übertrieben ist und in den Kitsch rutscht. Aber ansonsten gibt es auch einige sehr bewegende Szenen und die Tricks sind gerade auch für eine deutsche Produktion sehr gelungen. So fällt es etwa gar nicht auf, dass das Rotkehlchen computeranimiert ist.

Sowohl das Bild als auch der Ton sind sehr gut. Neben einer kleinen Trailershow gibt es noch viele andere Extras wie etwa unveröffentlichte und erweiterte Szenen. Die Entstehung der visuellen Effekte wird nicht kommentiert, die Interviews haben einen starken Werbecharakter, aber das Hinter den Kulissen ist interessant. Dann gibt es noch den obligatorischen Trailer, einen Musikclip und als PDF Datei sogar Unterrichtsmaterial.


Fazit:
Ein überzeugender Märchenfilm der das mitreißende Drama der beiden Hauptfiguren in den Mittelpunkt stellt und hervorragend gespielt ist. Überraschend ist die deutliche Kritik an Kapitalismus und Materialismus ohne allzu pädagogisch zu werden.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universum Film / Weltkino