Das Schwein von Gaza - DVD

DVD Start: 15.02.2013
FSK: ab 12 - Laufzeit: 98 min

Das Schwein von Gaza DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Der Fischer Jafaar hat es nicht leicht: Statt großer Fische geht ihm bloß Unrat und plötzlich sogar ein Schwein ins Netz, das in der stürmischen letzten Nacht von einem Frachter gefallen war. Nun hat Jafaar ein gewaltiges Problem, denn Schweine gelten in Gaza als unreine Tiere und sind mehr als unerwünscht – darin sind sich die jüdische und die palästinensische Bevölkerung ausnahmsweise einig. Der Unglücksrabe Jafaar versucht alles, um das lästige Schwein schnellstmöglich los zu werden und beginnt dabei einen skurrilen aber nicht ungefährlichen Handel, der seine klägliche Existenz verbessern wird.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 21
Vertrieb: Alive AG / Alamode
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Arabisch/Hebräisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Audiokommentar mit dem Regisseur
- Making of
- Musikvideo
- Trailer

DVD und Blu-ray | Das Schwein von Gaza

DVD
Das Schwein von Gaza Das Schwein von Gaza
DVD Start:
15.02.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 98 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Das Schwein von Gaza Das Schwein von Gaza
Blu-ray Start:
15.02.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 100 min.

DVD Kritik - Das Schwein von Gaza

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


Der Film mit dem wunderschönen Titel „Das Schwein von Gaza“ erzählt anhand der Geschichte des Fischers Jafaar, der zufällig ein Schwein aus dem Meer fischt, eine Parabel auf den Israel-Palästina-Konflikt. Das titelgebende Schwein landet eines Tages im Netz von Jafaar, der ansonsten nur mickrige Sardinen oder einzelnen Schuhe an Land befördert. Doch das Schwein gilt als unreines Tier, es muss weg. Schnellstens! Aber das stellt sich als einfacher gesagt als getan raus. Umbringen kann er das arme Vieh letztlich auch nicht. Was also tun? Bald hilft Jafaar der Zufall und er verdient gutes Geld. Doch auch das wird ihm bald zum Verhängnis…

Bereits in dem Moment, in dem man den Fischer Jafaar (Sasson Gabai) zum ersten Mal auf seinem kleinen, heruntergekommenen Fischerboot sieht, muss man ihn einfach gern haben. Der kleine Mann mittleren Alters strömt eine Sympathie aus, der man sich einfach nicht entziehen kann. Gespielt wird der Fischer von dem im Irak geborenen Schauspieler Sasson Gabai mit Witz und Demut, mit Charme und Schlitzohrigkeit. Trotz teilweise recht absurder Momente macht Sasson Gabi ihn nie lächerlich und bewahrt seine Menschlichkeit. Er ist der Hauptgrund, warum „Das Schwein von Gaza“ sehenswert ist – wobei ein als Schaf verkleidetes Schwein ebenfalls gefällt. Und je mehr Jafaar das Tier ins Herz schließt, desto mehr tun auch wir das und zittern bei einem Bombenanschlag ebenfalls um sein Leben. Den Anschlag hat im Übrigen auch das Schwein zu verantworten – mehr oder weniger. Obwohl Jafaar ein möglichst unauffälliges Leben führt – bei israelischen Soldaten, die sein Hausdach besetzt haben, ist das wohl auch ratsam - muss er plötzlich als Märtyrer antreten. Auch diese an sich furchtbare Situation geht der französische Regisseur Sylvain Estibal mit Humor an. Jafaar erfreut sich nämlich zunächst an einer ausgiebigen Henkersmahlzeit, bei der ihm auf Loriot-Art „ins Essen gequatscht“ wird. Dass ein Selbstmordattentat dann aber doch nicht „witzig“ ist, wird klargemacht, als Jafaar türmt und ein kleiner Junge ihn fragt „Du willst nicht sterben, oder?“ So kindlich die Frage vorgetragen wird, so traurig ist sie. Und Jafaar antwortet wahrheitsgemäß: „Eigentlich nicht“. Doppelt furchtbar ist der geplante Anschlag deshalb, weil Jafaar bereits Freundschaft mit dem Feind geschlossen hat. Ein Dilemma, das am Ende – wir sehen ja ein Märchen – als Happy End aufgelöst wird.

Nicht ganz so überzeugend wirkt „Das Schwein von Gaza“ in den Momenten, in denen es zu offensichtlich politisch wird. So nähern sich Jafaars Frau und der auf ihrem Dach stationierte israelische Soldat über eine Soap an, die offenbar sowohl in Palästina als auch in Israel gern gesehen wird. Der israelische Soldat kommentiert die Intrigen auf dem Bildschirm mit den Worten „Sie sollten miteinander reden.“ Die Absicht dahinter ist wohlgemeint, aber doch etwas zu platt. Am Ende wird es sogar noch direkter. Das Pärchen in der Soap hat sich zusammengerauft und der Soldat kommentiert: „Wenn sie einfach aufhören können, sich zu streiten, warum klappt es nicht bei uns?“ Das erschien mir überflüssig. Insgesamt tut es dem Film aber keinen großen Abbruch.

Das Bild ist ok. Teilweise ist es aber etwas blass und die Tiefe fehlt, insgesamt ist das Bild dennoch gut. Auch der Ton ist in Ordnung, jedoch ebenfalls nicht brillant. Als Extras gibt es einen Audiokommentar mit dem Regisseur, Trailer, das Making of sowie ein Musikvideo.

Mein Fazit: Ein berührender Hauptdarsteller steht im Mittelpunkt einer märchenhaften Parabel auf den Konflikt zwischen Israel und Palästina. Sehenswert.

by Gesa-Marie Pludra
Bilder © Alive AG / Alamode