Das Messer im Wasser - DVD

DVD Start: 27.04.2012
FSK: ab 16 - Laufzeit: 90 min

Das Messer im Wasser DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Der Sportreporter Andrzej (Leon Niemczyk) und seine hübsche, aber frustrierte, Ehefrau Krystyna (Jolanta Umecka) fahren wie so oft am Wochenende zum Segeln. Unterwegs treffen die Beiden einen Tramper und laden ihn ein, sie zu begleiten. Doch der junge Tramper hat es auf Krystyna abgesehen und aus der gemütlichen Segelpartie entwickelt sich ein verbissener Machtkampf zwischen den beiden Männern. Der junge Außenseiter scheint in dieser Auseinandersetzung zu triumphieren, erweist sich letztendlich aber als das jugendliche Spiegelbild seines Gegners.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG / Pierrot Le Fou
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Polnisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 1,33:1 (4:3 Vollbild)
Bonusmaterial:
Dokumentation über DAS MESSER IM WASSER "A Ticket to the West", Trailer

DVD und Blu-ray | Das Messer im Wasser

DVD
Das Messer im Wasser Das Messer im Wasser
DVD Start:
27.04.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 90 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Das Messer im Wasser

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 5/10
Ton: | 5/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 6/10


Der erste Langfilm des inzwischen seit mehr als vier Jahrzehnten tätigen Regisseurs Roman Polanski, der u. a. mit Rosemarys Baby (1968) und Der Mieter (1976) zwei Klassiker des psychologischen Horrorfilms sowie mit Chinatown (1974) einen sehenswerten Neo Noir inszenierte, lies bereits das Talent des Polen erkennen. Aufgrund des knappen Budgets entschied sich der Filmemacher dafür, einen lokal wie zeitlich sehr reduzierten Film, ein Kammerspiel zu realisieren.

Das Ergebnis heißt Das Messer im Wasser und spielt fast ausschließlich auf einem kleinen Segelboot; die Handlung umfasst nur drei Figuren. Aus dieser beschränkten Situation heraus hat Polanski ein auf mehreren Ebenen deutbares Werk geschaffen, das seine Schwächen gerade mit dieser Ambivalenz überdecken kann.

Besieht man sich den äußeren Anschein ist Das Messer im Wasser ein beinah existenzialistischer Thriller in unheimlich reduziertem Tempo. Die Exposition, in der ein Ehepaar einen Anhalter mit auf einen Segeltörn einlädt, nimmt viel Raum ein und bereitet spätere Ereignisse langsam vor. Die Figuren werden geschickt durch subtile Kleinigkeiten charakterisiert, wodurch Polanski die klassische Narration ähnlich angelegter Filme spielend umgehen kann, aber auch die Geduld des Publikums einfordert. Im weiteren Verlauf entwickelt sich der Film dann zu einem unkonventionellen Thriller, wenn aus verhohlener Unzufriedenheit erst latente Bedrohung und schließlich offene Feindseligkeit werden, um letztlich in einem sehr offenen Finale zu münden, den Zuschauer zu irritieren und so einige Fragen offen zu lassen.

Doch funktioniert Das Messer im Wasser auch auf andere Art und Weise, lässt sich leicht als politische Parabel deuten und erweist sich mit dieser Betrachtung gleich wesentlich doppelbödiger. Zu beachten ist, dass Polanskis Debüt noch im sozialistischen Polen entstanden ist, im Jahr 1968. Unter dem Deckmantel der Kunst erzählt der Filmemacher letztlich von dem Aufstand einer Jugend gegen die autoritäre Oberschicht, was Das Messer im Wasser zu einem beinah subversiven politischen Film macht.

Beachtenswert ist auch, wie klug und effektvoll Polanskis Filmsprache ist. Die Perspektivwahl und mise en scène sind mit äußerstem Überblick gewählt, die Bilder betonen die beschränkte Situation und gefallen durch ihre Kargheit, die beim Zuschauer schnell eine ähnliche innere Spannung erzeugt wie bei den Charakteren.

Die Darsteller wirken allerdings nicht in jeder Szene sattelfest, zudem zieht sich der Mittelteil des Films durchaus und kann die Kraft seiner Dramaturgie daher nur teilweise entfalten. Dennoch ist Das Messer im Wasser bereits ein interessanter Debütfilm für Thrillerfans mit Geduld und ein Vorgriff auf das dramatische Werk, mit dem Polanski drei Jahre später seinen Durchbruch schaffte: Ekel mit Catherine Deneuve. Beide Filme erscheinen nun neu aufgelegt von Pierrot Le Fou und bieten einen wunderbaren Einblick in das Frühwerk eines der wichtigsten Autorenfilmer der Gegenwart.

Die DVD bietet deutschen wie polnischen Ton, der ähnlich wie auch das Bild eine akzeptable Qualität aufweist, aber natürlich aufgrund der Produktionsbedingungen nicht mit aktuellen Werken mithalten kann. Sehr interessant ist die knapp halbstündige Dokumentation, die als Bonusmaterial enthalten ist.

by Tom Schünemann
Bilder © Alive AG / Pierrot Le Fou